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23.03.2016 09:09 (Marc Landis, Chefredaktor)
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Huawei will mehr

Auf dem Huawei Campus in Shenzhen arbeiten 40'000 Menschen.
Auf dem Huawei Campus in Shenzhen arbeiten 40'000 Menschen. (Quelle: Netzmedien)
Huawei beliefert in der Schweiz die Telkos Sunrise und Swisscom mit Netzwerktechnik. Doch Huawei will mehr sein als nur Telko-Ausrüster. Was die Chinesen ausserdem zu bieten haben, erfuhr eine Schweizer Journalistendelegation ­anlässlich einer Pressereise nach Südchina.

60 Milliarden US-Dollar Umsatz, 170 000 Mitarbeiter, 70 000 davon in Forschung und Entwicklung. Das ist das chinesische ICT-Unternehmen Huawei in Zahlen. Die Basis von Huaweis Business bildet das Geschäft als Telekom-Ausrüster für Telko-Riesen wie Vodafone, Deutsche Telekom etc. Huawei rühmt sich auf seiner Website, mit 45 von 50 der grössten Telkos der Welt zusammenzuarbeiten. In der Schweiz ist Huawei mit zwei grossen Telkos dick im Geschäft. So betreibt die Technologielieferantin seit 2012 Mobil- und Festnetz von Sunrise und arbeitet mit Swisscom im Bereich Breitbandinternet und Glasfaser zusammen.

Doch das Geschäft mit der Telekom-Ausrüstung, das für rund zwei Drittel des Huawei-Umsatzes verantwortlich ist, genügt dem Unternehmen nicht. Das wurde der Redaktion spätestens im Rahmen einer Pressereise mit Huawei Anfang März nach Südchina klar. Auf dem zwei Quadratkilometer grossen Huawei-Campus in der chinesischen Technologie-Metropole Shenzhen, auf dem 40 000 Angestellte arbeiten, präsentierten Kommunikations- und Produktverantwortliche während zweier Tage die Highlights aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Consumer-Business

Insbesondere das Geschäft der Consumer Business Group, unter anderem mit Endgeräten wie Smartphones und Tablets, läuft für Huawei nach eigenen Angaben sehr erfolgreich. Die Chinesen sind aber natürlich keine Neulinge im Handy-Business, auch wenn sie bis vor ein paar Jahren als OEM-Lieferanten für Handys nur den Providern bekannt waren. Ihnen lieferte Huawei Feature Phones, Smartphones und nicht zu vergessen USB-Breitbandmodems, welche die Provider vertrieben. So gelang es den Chinesen, sich ein Stück des "Consumer-Kuchens" – auch in der Schweiz – zu sichern. 2012 lancierte Huawei dann erste Smartphones unter der eigenen Marke.

Seither entwickelte sich Huaweis Smartphone-Geschäft prächtig, wie die Marktanteile verraten. Im Schweizer Markt liegt Huawei laut Unternehmenssprecherin Michèle Wang-Spirig auf Platz drei hinter den beiden wohl bis auf Weiteres uneinholbaren Marktleadern Apple und Samsung.

Auch global gesehen kann sich Huawei über ein schnell wachsendes Consumer-Geschäft freuen. Es wächst am schnellsten der drei Business-Units von Huawei und machte laut den 2014er-Zahlen 26 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens aus. 2015 waren es schon über 30 Prozent. 2015 lag der Umsatz im Vergleich zu 2014 um fast 70 Prozent höher und stieg von 12,2 auf über 20 Milliarden US-Dollar. Im gleichen Zeitraum lieferte das Unternehmen 44 Prozent mehr Handys aus, nämlich 108 Millionen Stück. 2014 waren es noch 75 Millionen.

Huawei verfolgt laut der PR-Direktorin der Consumer Business Group, Ada Xu, das Ziel, die Nummer eins unter den Android-Smartphone-Anbietern zu werden und sich als Premium-Marke zu etablieren; eine unzweideutige Kampfansage an Samsung. Fokussierung im Produktportfolio und Branding-Kampagnen sollen dabei helfen, Huawei entsprechend in den Köpfen der Konsumenten zu positionieren. Auch eine Werbekampagne, in der Wearables wie die Huawei Watch den Arm von Supermodel Karlie Kloss schmücken, gehört zu dieser Premium-Strategie Huaweis.

Schwieriges Enterprise-Geschäft

Weniger gut als im Consumer-Geschäft läuft es für Huawei in der Enterprise Business Group mit Komponenten für Enterprise-Rechenzentren. Mit Servern, Storage und Switches, aber auch Converged Systems und neuerdings ganzen Rechenzentren quasi "out of the  box" erzielte Huawei laut Geschäftszahlen 2014 nur 7 Prozent des Gesamtumsatzes. Das Enterprise-Geschäft, in das Huawei allerdings auch erst 2011 einstieg, ist das dritte Standbein des Unternehmens und die mit Abstand kleinste Business-Unit. Damit kann Huawei natürlich nicht zufrieden sein – auch wenn sich im Rahmen einer Präsentation Huawei-Verantwortliche zuversichtlich äusserten, dass 2015 ein besseres Jahr für die Enterprise-Group gewesen sei als 2014.

Wachstum ist auch nötig, schliesslich will man den Grossen im Markt – HP, Cisco – die Stirn bieten. Bis Huawei allerdings in der Breite von Enterprise-Kunden als valable Alternative im Enterprise-Segment wahrgenommen wird, gibt es noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Ausser der Weiterentwicklung des Produktportfolios braucht es auch Investitionen in den Channel, der Huaweis Enterprise-Portfolio zu den Unternehmen bringen soll und nicht zuletzt in Branding, um in den relevanten Zielgruppen "anzukommen" und ihr Vertrauen zu gewinnen.

Mit Huawei in die Cloud

Aber, und das ist natürlich auch Huawei klar, lässt sich heutzutage mit Hardware alleine in der Business-IT kein Blumentopf mehr gewinnen. Deshalb bietet Huawei auch Cloud-Infrastruktur auf Open-Source-Basis, um die Cloud zu den Telkos zu bringen, damit diese eigene Clouds für Kunden bauen können. Huawei nennt sein Angebot Fu­sion Cloud, das bereits im fünften Release auf dem Markt ist. So sollen Unternehmen und Dienstanbieter Services in privaten und öffentlichen Clouds oder auch in Hybrid Clouds einrichten und verwalten können.

Nach der Pressereise mit Huawei nach Südchina bleibt kein Zweifel, dass es Huawei ernst meint und in den drei Geschäftsfeldern, in denen das Unternehmen tätig ist, den Markt dominieren will. Am meisten Potenzial bietet das Enterprise-Geschäft. Es ist noch am schwächsten entwickelt.

60 Milliarden US-Dollar Umsatz, 170 000 Mitarbeiter, 70 000 davon in Forschung und Entwicklung. Das ist das chinesische ICT-Unternehmen Huawei in Zahlen. Die Basis von Huaweis Business bildet das Geschäft als Telekom-Ausrüster für Telko-Riesen wie Vodafone, Deutsche Telekom etc. Huawei rühmt sich auf seiner Website, mit 45 von 50 der grössten Telkos der Welt zusammenzuarbeiten. In der Schweiz ist Huawei mit zwei grossen Telkos dick im Geschäft. So betreibt die Technologielieferantin seit 2012 Mobil- und Festnetz von Sunrise und arbeitet mit Swisscom im Bereich Breitbandinternet und Glasfaser zusammen.

Doch das Geschäft mit der Telekom-Ausrüstung, das für rund zwei Drittel des Huawei-Umsatzes verantwortlich ist, genügt dem Unternehmen nicht. Das wurde der Redaktion spätestens im Rahmen einer Pressereise mit Huawei Anfang März nach Südchina klar. Auf dem zwei Quadratkilometer grossen Huawei-Campus in der chinesischen Technologie-Metropole Shenzhen, auf dem 40 000 Angestellte arbeiten, präsentierten Kommunikations- und Produktverantwortliche während zweier Tage die Highlights aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Consumer-Business

Insbesondere das Geschäft der Consumer Business Group, unter anderem mit Endgeräten wie Smartphones und Tablets, läuft für Huawei nach eigenen Angaben sehr erfolgreich. Die Chinesen sind aber natürlich keine Neulinge im Handy-Business, auch wenn sie bis vor ein paar Jahren als OEM-Lieferanten für Handys nur den Providern bekannt waren. Ihnen lieferte Huawei Feature Phones, Smartphones und nicht zu vergessen USB-Breitbandmodems, welche die Provider vertrieben. So gelang es den Chinesen, sich ein Stück des "Consumer-Kuchens" – auch in der Schweiz – zu sichern. 2012 lancierte Huawei dann erste Smartphones unter der eigenen Marke.

Seither entwickelte sich Huaweis Smartphone-Geschäft prächtig, wie die Marktanteile verraten. Im Schweizer Markt liegt Huawei laut Unternehmenssprecherin Michèle Wang-Spirig auf Platz drei hinter den beiden wohl bis auf Weiteres uneinholbaren Marktleadern Apple und Samsung.

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