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24.03.2015 11:58 (David Klier)
Swiss eHealth Barometer

Das Gesundheitswesen vernetzt sich

Das Gesundheitswesen vernetzt sich
(Quelle: Fotolia)
Wie passen IT und Gesundheit zusammen? Der Blick auf die letzten zwölf Monate zeigt: immer besser. Am Swiss eHealth Forum 2015 wurde aber deutlich, dass es noch viel zu tun gibt.

Am 5. und 6. März 2015 hat im Kongresszentrum der Bernexpo das Swiss eHealth Forum stattgefunden. Mehr als 400 Teilnehmer informierten sich über das Thema "Integrierte Versorgungsmodelle - Rahmen, Erfolgsfaktoren und Umsetzung", wie der Veranstalter des Forums, MKR Consulting mitteilt.

Insgesamt 35 Referate griffen das Thema auf, zeigten funktionierende Lösungen und regten zu Diskussionen an, wie es in der Mitteilung heisst. Am ersten der beiden Forumstage präsentierte Lukas Golder, Mitglied der Geschäftsleitung von GFS Bern, die Ergebnisse des Swiss eHealth Barometer 2015.

Interne Vernetzung auf gutem Weg

Demnach nahm in den vergangenen zwölf Monaten die elektronische Aufzeichnung von Gesundheitsdaten und der routinemässige interne Austausch solcher Daten zu. 2014 seien Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Ärzteschaft und Apotheken wenig systematisch vernetzt gewesen. Und das trotz verbreitetem Einsatz von IT im Gesundheitswesen.

Innerhalb der eigenen Gesundheitsorganisation habe sich das im Laufe des vergangenen Jahres verändert. Spitäler und Ärzte seien nun intern am stärksten vernetzt. Der Empfang von Daten von ausserhalb der eigenen Institute sowie der Austausch von Daten mit externen Akteuren finde hingegen weniger regelmässig statt. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Studienautoren hier kaum Veränderungen feststellen.

Misstrauen gegenüber Einhaltung des Datenschutzes

Das Swiss eHealth Barometer fragte unter anderem auch nach dem Vertrauen in den Datenschutz von elektronischen Patientendossiers. Die Zahl derjenigen, die darauf vertrauen, dass alle beteiligten Stellen den Datenschutz der Patientendaten einhalten, stieg zwischen 2013 und 2015 marginal von 17 auf 18 Prozent. 2014 fiel der Wert auf 14 Prozent ab. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die dem Datenschutz überhaupt nicht vertrauen, von 3 auf 6 Prozent.

Weiter zeichnet sich ein Trend hin zur Einstellung des Datenaustauschs zwischen Behandelnden ab. 2013 zeigten sich 70 Prozent der Befragten damit einverstanden, Daten auszutauschen. 2015 lag diese Zahl bei 59 Prozent. Analog dazu kletterte die Zahl der Gegner des Datenaustauschs von 12 auf 16 Prozent. Für 21 Prozent der Befragten sind die Regeln des Datenaustauschs entscheidend.

Begriff "eHealth" noch wenig bekannt

Der Begriff eHealth an sich war 2015 unter den Befragten weitestgehend unbekannt. 81 Prozent gaben an, noch nie etwas von eHealth gehört zu haben. Die Zahl ist seit 2013 stabil. Immerhin kletterte der Anteil derjenigen, die etwas mit dem Begriff anfangen können, seit 2013 von 16 auf 19 Prozent.

Das Swiss eHealth Barometer zeigt seit 2010 jährlich den aktuellen Stand und die Entwicklung von eHealth in der Schweiz auf. Für die Studie befragten die Autoren 637 Ärzte, 21 eHealth-Verantwortliche auf Kantonsebene, 45 eHealth-Verantwortliche von Spitälern, 387 Apotheker und erstmals 428 Verantwortliche von Alters- und Pflegeheimen sowie 16 Verantwortliche der Kantonalverbände von Curaviva.

Lösungen, die funktionieren

Für den Veranstalter des Swiss eHealth Forum, Jürg Lehni von MKR Consulting, war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Für Lehni war es besonders interessant, dass Lösungen gezeigt wurden, die funktionieren, wie er auf Anfrage der Redaktion sagte. Das eHealth Barometer bestätige, dass intern vieles funktioniere.

Der Ansatz des Kantonsspitals Aarau-Baden beweise aber, dass es inzwischen auch für das Zusammenspiel mit externen Institutionen funktionierende Lösungen gebe. Das Kantonsspital Aarau-Baden setzt auf ein Universalarchiv inklusive Dokumentenmanagementsystem. In dem Archiv fliessen Patienteninformationen aus allen relevanten Quellen zusammen. Dazu zählen etwa das Krankenhausinformationssystem oder Labore.

Gesetzesentwurf könnte eHealth Schub verleihen

Für Lehni zeigte das Swiss eHealth Forum 2015, dass man im Gesundheitswesen Prozesse grundsätzlich überdenken muss. "Prozesse sollen nicht der Technik folgen. Die Technik muss sich den Prozessen anpassen", sagt Lehni. Das werde auch vor dem Hintergrund des Gesetzes zum elektronischen Patientendossier wichtig.

Der Gesetzesentwurf ist Teil der Gesundheitsstrategie 2020 des Bundes und soll elektronische Gesundheitsdienste fördern. Lehni erwartet, dass das Gesetz dem Thema eHealth Schub verleihen wird.

Das nächste Swiss eHealth Forum finden am 10. und 11. März 2016 statt. 

Am 5. und 6. März 2015 hat im Kongresszentrum der Bernexpo das Swiss eHealth Forum stattgefunden. Mehr als 400 Teilnehmer informierten sich über das Thema "Integrierte Versorgungsmodelle - Rahmen, Erfolgsfaktoren und Umsetzung", wie der Veranstalter des Forums, MKR Consulting mitteilt.

Insgesamt 35 Referate griffen das Thema auf, zeigten funktionierende Lösungen und regten zu Diskussionen an, wie es in der Mitteilung heisst. Am ersten der beiden Forumstage präsentierte Lukas Golder, Mitglied der Geschäftsleitung von GFS Bern, die Ergebnisse des Swiss eHealth Barometer 2015.

Interne Vernetzung auf gutem Weg

Demnach nahm in den vergangenen zwölf Monaten die elektronische Aufzeichnung von Gesundheitsdaten und der routinemässige interne Austausch solcher Daten zu. 2014 seien Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Ärzteschaft und Apotheken wenig systematisch vernetzt gewesen. Und das trotz verbreitetem Einsatz von IT im Gesundheitswesen.

Innerhalb der eigenen Gesundheitsorganisation habe sich das im Laufe des vergangenen Jahres verändert. Spitäler und Ärzte seien nun intern am stärksten vernetzt. Der Empfang von Daten von ausserhalb der eigenen Institute sowie der Austausch von Daten mit externen Akteuren finde hingegen weniger regelmässig statt. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Studienautoren hier kaum Veränderungen feststellen.

Misstrauen gegenüber Einhaltung des Datenschutzes

Das Swiss eHealth Barometer fragte unter anderem auch nach dem Vertrauen in den Datenschutz von elektronischen Patientendossiers. Die Zahl derjenigen, die darauf vertrauen, dass alle beteiligten Stellen den Datenschutz der Patientendaten einhalten, stieg zwischen 2013 und 2015 marginal von 17 auf 18 Prozent. 2014 fiel der Wert auf 14 Prozent ab. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die dem Datenschutz überhaupt nicht vertrauen, von 3 auf 6 Prozent.

Weiter zeichnet sich ein Trend hin zur Einstellung des Datenaustauschs zwischen Behandelnden ab. 2013 zeigten sich 70 Prozent der Befragten damit einverstanden, Daten auszutauschen. 2015 lag diese Zahl bei 59 Prozent. Analog dazu kletterte die Zahl der Gegner des Datenaustauschs von 12 auf 16 Prozent. Für 21 Prozent der Befragten sind die Regeln des Datenaustauschs entscheidend.

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