Laptop im Tablet-Format

Hands-on: Microsoft Surface Pro 4

Uhr | Aktualisiert
von Christoph Grau

Das Surface Pro 4 ist die logische Fortsetzung von Microsofts Surface-Reihe. Vor wenigen Wochen hat Microsoft das 2-in-1-Gerät der Öffentlichkeit präsentiert. Die Redaktion testete es im Büroalltag.

Microsoft hat sein Tablet Surface Pro in der vierten Auflage vorgestellt. Rein äusserlich unterscheidet sich das Surface Pro 3 kaum von seinem Nachfolger Surface Pro 4. Auf der Rückseite prankt jetzt nicht mehr ein Schriftzug, sondern das Logo von Microsoft ist die Hülle aus einer Magnesiumlegierung eingestanzt. Im Inneren hat Microsoft das Gerät mit einiger Rechenpower ausgestattet. Das Einsteigermodell arbeitet mit einen M3-Prozessor von Intel und das grösste Modell mit Intels i7-Prozessor der sechsten Generation. Die Redaktion testete letzteres Modell im Arbeitsalltag.

Die Einrichtung ging für Windows vergleichweise schnell vonstatten. Mit einem Hotmail-Account war das Gerät in zirka 15 Minuten startklar. Der Update-Prozess auf die neueste Version von Windows 10 nahm jedoch sehr viel Zeit in Anspruch. Weit über eine halbe Stunde arbeitete das Surface, bis alle Daten heruntergeladen und neu installiert waren. Dafür wurden mit der neuen Windows 10-Version viele Bugs beseitigt und neue Funktionen aufgeschaltet.

Ausstattung mit den gängigsten Anschlüssen

Neu ist, das der Eingabestift nicht mehr separat in einer Schlaufe an der Tastatur verstaut werde muss. Praktischerweise kann er mittels eines Magneten im inneren des Gehäuses befestigt werden. Auf beiden Seiten gibt es einen Magneten, wobei der linke etwas stärker zu sein schien. Auf der Rechten Seite war er auch schwerer anzuheften, denn dort ist der einzige verbliebene USB-3.0-Anschluss und auch der Ausgang für den Beamer.

Zudem verfügt das Tablet über eine Front- und Rückkamera, die zentral angebracht sind. Die Frontkamera hat 5 Megapixel und die Rückkamera 8 Megapixel. Neben der Frontkamera befindet sich noch eine Infrarot-Kamera. Diese ist jedoch nicht zum Fotografieren gedacht, sondern sie wird für das Authentifizierungs-Feature namens "Hello" verwendet.

Diese erkennt Gesichtszüge zuverlässig und schaltet für das Tablet Anwender frei. Diese müssen sich nicht in einen bestimmten Winkel vor das Gerät setzen. Beim einfachen Aufklappen des Geräts und schnellen Hinsetzen wurde der Nutzer im Test bereits erkannt. Die Erkennung funktioniert auch bei Gegenlicht.

Das mühsame Eingeben von Passwörtern entfällt auf diese Weise. Beim Abnehmen der Brille funktionierte die Authentifizierung nicht mehr. Mit mehreren hinterlegten Bildern kann hier aber Abhilfe geschaffen werden.

Leicht überarbeiteter Eingabestift

Wie schon beim Surface Pro 3 liefert Microsoft einen Eingabestift, Surface Pen genannt, mit. Dieser verfügt über eine sehr lange Taste an der Seite und einem Knopf am Ende des Stifts. Für die Koppelung mit dem Surface muss jedoch das Bluetooth aktiviert sein, sonst funktionieren die Tastenbefehle nicht. Das Schreiben und Tippen geht jedoch auch ohne Bluetooth-Verbindung.

Mit einem einmaligen Drücken auf den Endkopf öffnet sich Onenote, zweimaliges Klicken macht einen Screenshot. Im Vergleich zum den Vorgängermodellen wurde der Stift leicht überarbeitet. Er liegt recht gut in der Hand und beim Test macht er keine Probleme. Den nötigen Strom bekommt der Stift durch eine AAAA-Batterie. Sie lange diese durchhält, konnte im Test aber nicht ermittelt werden.

Akku enttäuscht

Microsoft verspricht in der Produktbeschreibung, dass der Akku des Surface bei Videowiedergabe bis zu 9 Stunden durchhalten soll. Im Arbeitsalltag wurde dieser Wert aber bei weitem nicht erreicht. Im Test hielt das Surface ungefähr 6 Stunden durch.

Dies aber nur bei heruntergedimmten Display. Ein wahrer Stromfresser war Bluetooth, welches für einige Funktionen mit dem Surface Pen notwendig ist. Zum Schreiben und für die Eingabe konnte Bluetooth deaktiviert werden.

Bei rechenintensiven Anwendungen wie dem Schneiden von Filmen oder dem Bearbeiten von Fotos über Photoshop, ging der Akku recht schnell in die Knie. Erstaunlicherweise scheint auch die Verbindung zum Beamer viel Energie zu verbrauchen. In Sitzungen leerte sich die Batterie sehr schnell und in zwei Stunden war fast die Hälfte des Akkus verbraucht. Dabei waren nur der Browser und das WLAN aktiv.

Lüftergeräusch kann stören

Das neue Windows 10 erforderte nur eine kurze Eingewöhnungsphase. Die Ordner und Einstellungen waren leicht zu finden. Die Bedienung war flüssig. Auch grosse Programme wie Photoshop oder Indesign liessen sich schnell öffnen.

Das Surface hatte keine Probleme auch mehrere Programme gleichzeitig zu verwenden. Im normalen Redaktionsalltag kam das Gerät nicht an seine Grenzen. Wenn es aber ein gefordert wurde, dann wurde es laut. Denn ganz ohne Lüfter kommt das Modell nicht aus.

Bei voller Laufleistung war der Ventilator deutlich zu hören. Im Büroalltag fiel die Lautstärke nicht gross ins Gewicht, aber in einer ruhigen heimischen Atmosphäre wirkte es störend.

Manchmal kam es vor, dass das Surface nicht mehr richtig aus dem Stand-bye-Modus aufwachte. Auch nach dem Drücken auf den Start-Knopf blieb das Display schwarz. Erst durch mehrmaliges Ein- und Auschalten oder langes Drücken des Einschaltknopfs konnte das Gerät wieder verwendet werden. Ob dies ein Hardware-Fehler oder ein Windows 10 Problem ist, konnte im Test nicht festgestellt werden.

Keine günstige Laptop-Alternative

Im Grossen und Ganzen konnte das Surface im Test überzeugen. Mit seiner Rechenleistung kann das Geräte locker mit einem normalen Laptop mithalten. Für High-End-Anwendungen ist es aber nicht geeignet. Die Stärke liegt in der hohen Mobilität und den vielfältigen Einsatzzwecken. Für einen Laptop-Nutzer ist keine grosse Umgewöhnungszeit nötig. Alle gängigen Anwendungen die auf Windows 10 laufen können auf dem Gerät berieben werden.

Ein Schnäppchen ist das Gerät aber nicht. Die kleinste Version kostet ohne Tastatur 999 Franken. Das Premium-Modell mit 512 GB Speicher, dem Intel Core i7 und 16 GB RAM schlägt mit 2499 Franken zu Buche.

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