Nachgefragt

Wie es nach dem Schulterschluss von Digicomp und Somexcloud weitergeht

Uhr | Aktualisiert

Digicomp hat Somexcloud zu 100 Prozent übernommen. Wie kam es zum Kauf, was bedeutet er für die beiden Ausbildner, und was ändert sich nun für die Kursteilnehmer? Oliver Müller, der bei Digicomp für das Business Development zuständig ist, und David Schäfer, der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Somexcloud, nehmen Stellung.

David Schäfer (Somexcloud, links), Peter Kupper (Digicomp, Mitte) und Oliver Müller (Digicomp, rechts). (Quelle: Netzmedien)
David Schäfer (Somexcloud, links), Peter Kupper (Digicomp, Mitte) und Oliver Müller (Digicomp, rechts). (Quelle: Netzmedien)

Digicomp hat Somexcloud aufgekauft. Wie kam es dazu?

David Schäfer: Peter Kupper, der Inhaber von Digicomp, sowie Andreas Gedenk und ich, die Geschäftsführer von Somexcloud, führten schon seit einiger Zeit Gespräche. Wir sondierten Möglichkeiten für Kooperationen. Uns war klar, dass ein Zusammenschluss Sinn ergeben würde.

Werden beide Unternehmen eigenständig bleiben?

Oliver Müller: Die Marken werden unabhängig bleiben, Prozesse aber zusammengeführt. Digicomp hat alle Mitarbeiter übernommen. Somexcloud war bereits schlank unterwegs. Wir wollen wachsen. Das wird mittelfristig ohne zusätzliches Personal nicht zu bewerkstelligen sein.

Somexcloud fokussiert auf Social Media. Wird sich das ändern?

Müller: Somexcloud bietet auch Kurse rund um Digital Communication, etwa den «E-Commerce Business Manager» oder den «Mobile Marketing Manager». Wir lancieren gerade einen Lehrgang zum «Digital Advertising Expert», der Werbeplattformen wie Google, Facebook, Twitter, Linkedin und Display-Netzwerke behandelt. Das Konzept war bereits vor dem Kauf in der Schublade. In Zukunft werden wir auch Seminare zu interner digitaler Kommunikation anbieten, etwa den «Digital Collaboration Manager und Intranet Manager». Und wir werden die Publishing- und Webentwicklungskurse den Somexcloud-Kunden öffnen.

Finden alle Kurse in den Räumlichkeiten von Digicomp statt?

Müller: Ja, ausser Weiterbildungen für Firmenkunden. Die werden auf Wunsch beim Kunden durchgeführt. Digicomp hat an acht Standorten der Schweiz Schulungsräumlichkeiten. Somexcloud musste bisher zumieten.

Wie genau profitiert Digicomp vom Zusammenschluss?

Müller: Digicomp kann Weiterbildungen, die besser zur Marke Somexcloud passen, bei Somexcloud anbieten. Wir versprechen uns einen Zugang zu Entscheidungsträgern und Mitarbeitern in der Marketing-, Web-, Werbe- und Kommunikationsbranche. Nützlich ist auch die Zusammenarbeit mit den rund 70 sogenannten Somexperten. Digicomp verfügt über eine auf Salesforce basierende, stark automatisierte Kurs-Software – wir können so das Markt­umfeld direkter ansprechen. Und gleichzeitig die Mandantenfähigkeit des Softwaresystems live testen.

Was ändert sich für die Kursteilnehmer?

Schäfer: Vorderhand nichts. Ausser vielleicht, dass die Zeiten des improvisierenden Start-ups definitiv vorbei sind. Die Strukturen und Prozesse der Somexcloud bekommen nun den letzten Schliff. Bei Digicomp werden seit fast 40 Jahren Kurse und Lehrgänge konzipiert und durchgeführt. Die Software ist perfekt auf die Anforderungen abgestimmt. Davon kann Somexcloud profitieren.

Die Kursprogramme überschneiden sich. Gibt es Anpassungen?

Müller: Ja, wir werden das Beste aus zwei Welten zusammenführen. Somexcloud steht für praxisnahe Weiterbildungen für Marketingagenturen und interne Marketing-Kompetenzzentren. Digicomp eher für IT-nahe Themen. Marketing und IT wachsen zusammen. Neue Skills können bei Somexcloud und Digicomp erworben werden – wir können unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Somexcloud dient uns auch als Pilot, soll Neues und Spezielles bieten, etwas wagen, oder mal zu früh sein. Early Adopters kommen so auf ihre Kosten. Und Digicomp ist zur Stelle, wenn es darum geht, Grossprojekte und strategische Ausbildungspläne umzusetzen.

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