Glasfasernetz der Stadt Zürich #ftth #ewz

Via iPad-App zum Glasfasernetz

Uhr | Aktualisiert
von Andreas Heer

Eine App hilft den Installateuren der EWZ abzuklären, ob ein Gebäude der Stadt Zürich mit dem EWZ-Glasfasernetz erschlossen werden kann.

Der Aufbau des Glasfasernetzes in der Stadt Zürich ist in vollem Gange. Installateure sind derzeit im Auftrag des Energieversorgers EWZ unterwegs, um Liegenschaften und Wohnungen anzuschliessen.

Aktuell können 100'000 Haushalte und Geschäfte Internetdienstleistungen via EWZ beziehen, bis 2019 sollen es deren 240'000 sein, die an das Glasfasernetz namens EWZ.Zürinet angeschlossen werden.

Das iPad als Helfer

Für diese letzte Meile, auch als Fibre-to-the-Home (FTTH) bezeichnet, sind detaillierte Abklärungen notwendig, bevor die Gebäude erschlossen werden können. Deshalb sind die Techniker mit iPads und einer eigens entwickelten App unterwegs, um den genauen Verlauf der Zuleitung, die anzuschliessenden Wohnungen und den benötigten Hausverteiler zu erfassen und zu dokumentieren.

Anhand von Fotos, die direkt mit dem iPad gemacht werden, lassen sich Einzelheiten festhalten. Die nötigen Infos, etwa die Kontaktpersonen der betreffenden Liegenschaften, haben die Installateure im Vorfeld aus der zentralen Unternehmensanwendung des EWZ heruntergeladen. Die vor Ort erfassten Angaben werden übers Handynetz wiederum mit der Anwendung synchronisiert oder bei schlechtem Empfang offline auf dem iPad zwischengespeichert.

Viel Zeit gespart

Seit letztem November sind die Installateure mit iPads ausgerüstet. Die von Youngculture entwickelte App vereinfacht die Abläufe und spart viel Zeit. Denn früher waren die Techniker mit Word- und Excel-Dokumenten und Papier unterwegs. "Anschliessend mussten die Informationen manuell in zwei verschiedenen Systemen nacherfasst werden, was uns viel Zeit kostete", erklärt Simon Kuhn, Leiter Networks & Operation im Bereich Telecom beim EWZ.

Eine Analyse der Prozesse brachte das EWZ auf die Idee, die Abläufe mittels iPad-App zu vereinfachen. Angesichts der anstehenden Arbeiten lohnte sich der Aufwand, denn noch sind weit über 20 000 Liegenschaften und Wohnungen abzuklären. "Wir sparen rund 1,5 Stunden Zeit pro Gebäude", beziffert Kuhn den Nutzen der App. 22 iPads hat das EWZ derzeit im Einsatz.

Daten zwischenspeichern

Bei der Entwicklung der App erwies sich das Datenhandling als Knacknuss. Da aufgrund des schlechten Empfangs in den Kellerräumen der Zugriff auf die EWZ-Systeme nicht garantiert ist, müssen die Informationen über die Liegenschaft als auch die erfassten Daten auf dem iPad zwischengespeichert werden. "Wir entschieden uns deshalb, eine native App zu entwickeln", erläutert André Horstmann, Leiter Mobile Development bei Youngculture und Entwickler der App.

Die App selbst dient der Datenerfassung und der Information. Dagegen läuft die eigentliche Logik in den Backend-Systemen des EWZ. Der Zugriff der Applikationen erfolgt über Standardschnittstellen und den vorhandenen Enterprise Service Bus.

Der Zugriff ist aus Sicherheitsgründen ausschliesslich übers Mobilfunknetz möglich, so Kuhn: "Wir nutzen einen speziellen IP-Adressbereich, um die Geräte zu identifizieren." Über zusätzliche Authentifizierungen wird sichergestellt, dass nur berechtigte Personen und Geräte Zugriff auf die Daten erhalten. Der gesamte Datenverkehr wird zudem verschlüsselt übertragen.

Ausbau geplant

Aufgrund der Erfahrungen mit der App plant das EWZ einen weiteren Ausbau. So soll die Zahl der Nutzer auf bis zu 60 erweitert werden. Auch den Einsatz der iPads will Kuhn weiter ausbauen: "Wir planen eine zweite App für die eigentliche Installation." Zudem ist eine Art "Ticketmodus" angedacht, um Störungen ebenfalls über die App zu melden und zu bearbeiten.

Und es ist gut möglich, dass die App dereinst auch in anderen Städten zum Einsatz kommt, die ebenfalls Glasfasernetze aufbauen. "Andere Städte haben bereits ihr Interesse angemeldet", erklärt Kuhn. Eine Anpassung sollte mit geringem Aufwand möglich sein, da der Zugriff auf die zentralen Systeme über Standardschnittstellen erfolgt.

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