Best of Swiss Web - Agentur-Ranking

Best of Swiss Web: Grosse Agenturen liegen vorne

Uhr | Aktualisiert
von Andi Heer

Die ersten zehn Agenturen auf der Gesamt-Bestenliste von Best of Swiss Web haben dieses Jahr die erfolgreichsten Projekte eingereicht. Doch während in diesem Ranking ein ausgewogener Mix kleiner und grosser Agenturen die Spitze bildet, zeigt sich in den Top 10 der einzelnen Kategorien ein ganz anderes Bild, das von den Grossen geprägt wird. Das gilt insbesondere für die vordersten Ränge.

Webagenturen sind ein Wirtschaftsfaktor in der Schweiz. Rund 360 Millionen Franken haben letztes Jahr alleine diejenigen Unternehmen umgesetzt, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Claudio Dionisio, Geschäftsführer der Best of Swiss Web GmbH, schätzt den Projektumsatz aller Agenturen auf rund eine halbe Milliarde Franken: "Das ist volkswirtschaftlich relevant und unterstreicht die Bedeutung der Web- und Mobile-Branche für den Standort Schweiz." Hinzu kommen die Umsätze aus angrenzenden Geschäftsbereichen, etwa dem Hosting vom Webauftritten oder der App-Entwicklung. Dionisio geht davon aus, dass dann der gesamte Umsatz weit über einer Milliarde Franken jährlich liegt. Das Internet wird also nicht nur von den Schweizer Konsumenten aktiv genutzt, sondern sorgt auch für Arbeitsplätze bei den Agenturen.

Die Spitzenreiter

Betrachtet man die zehn erfolgreichsten Agenturen bei Best of Swiss Web, zeigt sich ein gemischtes Bild, was die Grösse der Unternehmen angeht. Mit Namics, Unic und Liip sind nur drei der zehn grössten Vertreter im Spitzenfeld, wobei Namics sowohl von der Unternehmensgrösse als auch vom Erfolg bei Best of Swiss Web her zuoberst steht. Das erklärt sich damit, dass diese Agentur mittlerweile breit aufgestellt ist, sich aber schon früh auf Webund Mobile-Projekte spezialisiert hat. Unter den grössten Agenturen sind dagegen einige Unternehmen, die ihr primäres Standbein in der Entwicklung von Software für Unternehmen haben und weniger in Webprojekte involviert sind. Es bleibt also genügend Spielraum für kleinere, spezialisierte Agenturen, ob sie nun aus dem klassischen Marketing oder vom Web her kommen.

Bei den Top-Platzierungen in den einzelnen Kategorien dominieren aber die grossen Vertreter. Mit Namics, Crealogix, Unic, Liip und Jung von Matt belegen die grösste, die dritt-, fünft-, zehnt- und elftgrösste Agentur zusammen neun von elf Spitzenplätzen. Der Grund dafür liegt primär in der Zahl eingereichter Projekte, die bei grossen Agenturen schon nur aus Kapazitätsgründen höher liegt als bei den kleinen Vertretern, die deutlich weniger Projekte stemmen. Wie im Vorjahr liegt Liip bei Innovation, Public Affairs und Technology ganz vorne. Das Unternehmen wartete in den letzten Jahren mit einigen innovativen Projekten auf und heimste Preise ein wie etwa mit Migipedia. Liip konnte die Position verteidigen, obwohl dieses Jahr nur eine Silber-Auszeichnung
für Opendata.admin.ch in der Kategorie Public Affairs herausschaute.

Ebenfalls neu auf drei Spitzenplätze im Kategorien-Ranking kommt Jung von Matt. Die Agentur mit Wurzeln in der klassischen Werbung ist nicht nur Spitzenreiterin bei den Digital-Branding- und Digital-Performance-Campaigns, sondern hat auch die diesjährige Spezialkategorie Move für sich entschieden. Dies gelang mit der Gold-Auszeichnung für die Pro-Infirmis-Kampagne "Mannequins". Der absolute Spitzenreiter Namics war schon letztes Jahr in sechs Kategorien unter den ersten Fünf platziert, konnte dieses Jahr aber das erste Mal eine Top-Platzierung erobern. Dies gelang dank der Gold-Boje fürs E-Banking der UBS bei Mobile Web.

Spitzenplätze gefestigt

Die zehn bestplatzierten Agenturen im Ranking von Best of Swiss Web konnten ihre Spitzenpositionen verteidigen. Es gab nur zwei Veränderungen. Hinderling Volkart und Unic tauschten die Plätze, ebenso Station und Liip. Dass die in der Bestenliste führenden Agenturen ihre Plätze nicht gestohlen haben, zeigte auch die diesjährige Ausgabe von Best of Swiss Web. Von den 84 Projekten auf der Shortlist stammte mit 22 nur etwas mehr als ein Viertel der Projekte von den zehn Bestplatzierten. Diese heimsten aber die Hälfte aller Bojen ein, nämlich 41 von insgesamt 82, und stellten zudem den Master. Damit konnte sich das Spitzenfeld nochmals von der Konkurrenz absetzen. Die zehn führenden Vertreter konnten dieses Jahr alle punkten.

Dieses Ergebnis spricht auch für die Qualität der Projekte, an denen diese Agenturen beteiligt sind. Die geringen Verschiebungen innerhalb der ersten zehn sind einerseits mit den hohen Punktzahlen begründet, die Platzgewinne an der Spitze erschweren. Andererseits zeigt sich hier auch eine gewisse Konstanz, "Eintagsfliegen" sind hier nicht anzutreffen.

Mehr Bewegung gab es auf den hinteren Rängen. Insgesamt 17 Agenturen schafften es neu in die Top 100. Die meisten der Neuzugänge sind zwischen den Plätzen 70 und 100 platziert. Auf Platz 33 schaffte es die Zürcher Webagentur Nelmio als höchster Neuzugang, die mit ihrer Finanzapplikation Concat zwei Bronze- und eine Silber-Auszeichnung entgegennehmen konnte.

Unterschiedliche Chancen

Die Punkteverteilung innerhalb der Kategorien ist äusserst heterogen. Den grössten Vorsprung haben die Erstplatzierten in den Kategorien Digital Performance Campaigns, Creation und Usability. Hier führen die Spitzenreiter Unic, Hinderling Volkart und Jung von Matt mit 12 bis 27 Punkten Vorsprung. Creation war zudem die beliebteste Kategorie beim diesjährigen Best of Swiss Web mit 66 Einreichungen. In diesen Kategorien sind die Spitzenplätze schwierig zu erobern. Bei den anderen Disziplinen zeigen sich teils deutlich geringere Abstände, allerdings hängt dies immer auch mit der geringeren Anzahl eingereichter und ausgezeichneter Projekte zusammen. Immerhin böte sich hier eine recht grosse Chance, mit einem gelungenen Projekt aufzufallen – die bessere jedenfalls als bei Creation oder Innovation, die stark von den Top Ten des Rankings geprägt sind.

Ohnehin, das Potenzial innovativer Webprojekte bleibt gross, auch wenn dem Auftragnehmer damit vielleicht nicht augenblicklich der Sprung nach vorne in der Rangliste gelingt. Das hat sich einmal mehr an der diesjährigen Award Night gezeigt, wie Dionisio ausführt: "Neue, effizientere Geschäftsprozesse, verbesserte E-Commerce-Kanäle oder interaktive Dienstleistungen etwa im Gesundheits- oder Ausbildungswesen zeigen das nach wie vor grosse Wachstumspotenzial der Webund Mobile-Branche." Web- und Mobile-Anwendungen sind also weder aus unserem Alltag noch aus der hiesigen Wirtschaft wegzudenken

Tabellen-Grundlagen

  • Punktestystem:

    Shortlist: 1 Punkt / Bronze: 2 Punkte / Silber: 4 Punkte / Gold: 7 Punkte / Master: 3 Punkte

  • Mehrere Auftragnehmer:

    Punkte wurden entsprechend der Anzahl der Unternehmen aufgeteilt.

  • Fusionen:

    Zusammenführung aller Punkte von fusionierten Unternehmen

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