Jahresbilanz

Beim Swisspass scheiden sich die Geister

Uhr | Aktualisiert

Im August 2015 haben die SBB den Swisspass eingeführt. Die rote Plastikkarte ersetzte GA und Halbtax. Während die SBB eine positive Bilanz ziehen, ärgert sich die SKS über kundenunfreundliche Praktiken.

Ein Jahr nach dessen Einführung sind 1,9 Millionen Menschen mit dem Swisspass unterwegs, wie die SBB mitteilen. Pro Woche kämen rund 50'000 Nutzer hinzu. Aktuell können GA- und Halbtax-Abonnenten den Swisspass benutzen. Ab 2017 wollen die SBB weitere Angebote auf die rote Plastikkarte laden.

Die SBB ziehen eine positive Bilanz

„Die Bilanz fällt insgesamt positiv aus“, schreiben die SBB in einer Mitteilung. Anfängliche Schwierigkeiten wie etwa zu lange dauernde Kontrollgänge oder technische Probleme bei den Kontrollgeräten habe das Unternehmen überwunden. „Die Anzahl der negativen Kundenreaktionen zum Swisspass hat sich mittlerweile auf sehr tiefem Niveau stabilisiert“, heisst es.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) wirft den SBB jedoch vor, die Realität zu schönen. „Es erstaunt uns kaum, dass die SBB noch nicht sehr viele Reklamationen erhalten hat“, lässt sich Geschäftsleiterin Sara Stalder in einer Mitteilung zitieren. „Kritisch wird es erst nach einem Jahr, wenn die Abos erneuert werden sollen und die Kundinnen und Kunden dann merken, dass sich der Vertrag automatisch verlängert.“

Die Kunden ärgern sich derweil

Gemäss der SKS dürften sich in Zukunft auch Kunden ohne automatische Vertragsverlängerung über die SBB ärgern. Wer sich für einen befristeten Swisspass entscheidet, erhält nämlich keine Erinnerung, wenn dieser bald ausläuft. „Da auf dem Swisspass kein Ablaufdatum mehr aufgedruckt ist, laufen die Kunden so Gefahr, wegen einem abgelaufenen Abo gebüsst zu werden“, schreibt die SKS.

Glaubt man einer Umfrage von 20 Minuten, erhärtet sich die Anklage der SKS: 40 Prozent der über 2000 Befragten seien unzufrieden mit dem Swisspass. Nur 31 Prozent mögen die neue Karte. Das grösste Ärgernis scheint den Kommentaren nach zu sein, dass der Kontrolleur jede Karte einzeln scannen muss. Eine Leserin schreibt etwa: "Wenn Migros und Coop so tolle Ideen hätten, wären die Joghurts oder die Konserven in weissen Verpackungen mit einem Strichcode. Man kann ja am Scanner nachschauen, was drin ist."

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