Transparenzbericht

Behörden verlangen mehr Nutzerdaten von Google

Uhr | Aktualisiert

Google hat Daten für das erste Halbjahr 2016 zu seinem fortlaufenden Transparenzbericht hinzugefügt. Schweizer Behörden fragten weniger Nutzerdaten an als im Vorjahr. Die Behörden anderer Länder dafür umso öfter.

Die Behörden dieser Welt haben zwischen Januar und Juni dieses Jahres 44'943 Mal bei Google angeklopft. Sie wollten Nutzerdaten und Informationen über Produkte von Google. Im Vergleich zum Vorjahr waren es fast 10'000 Anträge mehr, wie aus Googles fortlaufendem Transparenzbericht hervorgeht.

Spitzenreiter waren im ersten Halbjahr die Behörden in den USA. 30'123 Anträge stellten sie bei Google. Auf Platz zwei landete Deutschland mit grossem Abstand gefolgt von Frankreich, Indien und Grossbritannien.

Die Schweizer Behörden hielten sich zurück. Im Jahresvergleich ging die Zahl der Schweizer Anträge auf Datenfreigabe sogar zurück. 73 Mal forderten die hiesigen Behörden im ersten Halbjahr 2016 Informationen über Google-Nutzer an. Vergangenes Jahr gingen 130 Schweizer Anträge bei Google ein.

Google veröffentlicht aber nicht nur die Zahl der Anträge. Die Firma legt auch offen, in wie vielen Fällen die Behörden tatsächlich Nutzerdaten erhalten. Zwischen Januar und Juni dieses Jahres kam Google im Durchschnitt 64 Prozent der weltweiten Auskunftsersuche nach.

Die Schweizer Behörden waren nicht annähernd so erfolgreich. Für nur 38 Prozent der 73 Anträge gab Google sämtliche oder einige der angeforderten Daten preis. Im Vorjahr waren es 53 Prozent.

USA erhalten in fast 80 Prozent der Fälle Zugriff auf Nutzerdaten

Bei den Anträgen der US-Behörden konnte sich Google deutlich weniger wehren. 79 Prozent der Anträge kam Google nach. Ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.

Google bietet abseits der Statistiken eine Menge Antworten rund um die Gesuche der Behörden. Etwa welche Behörden überhaupt Anträge stellen. Laut Google sind es vorwiegend Behörden, die bei kriminellen Aktivitäten ermitteln, Verwaltungsbehörden, Gerichte und “andere Stellen”.

Damit Google einem Antrag solcher Behörden nachkommt, muss der Antrag im Allgemeinen schriftlich erfolgen, von einem bevollmächtigten Beamten der Behörde, die das Gesuch stellt, unterzeichnet und gemäss einem geltenden Gesetz ausgestellt sein.

Wenn Google der Ansicht ist, dass ein Antrag zu weit gefasst ist, versucht die Firma, den Antrag einzugrenzen, wie es auf der Website des Transparenzberichtes heisst. Den genauen Weg eines Antrags erklärt Google in einem Video.

Webcode
DPF8_8901

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