Start im Frühling 2017

Noser Engineering lanciert E-Health-Plattform

Uhr | Aktualisiert

Die Health-Sparte von Noser Engineering will im Spital-Bereich durchstarten. Gemeinsam mit den Partnern Hiag Data und Microsoft bietet das Unternehmen demnächst eine neue Plattform für Leistungserbringer wie Spitäler und Ärzte an.

Der IT-Dienstleister Noser Engineering hat in Zürich ein neues System für die Erfassung und Verwaltung von Daten in Spitälern vorgestellt. Das Unternehmen bewirbt die Lösung als E-Health-Plattform. Diese ist modular aufgebaut und wird über ein Pay-per-use-Modell abgerechnet. Mit dem neuen System sollen Leistungserbringer wie Spitäler Arbeiten mit modernen Mitteln und einfachen Prozessen durchführen und dokumentieren können.

Anbindung ans KIS

Pfleger bräuchten künftig keine extra Kamera mehr, um etwa die Wundheilung am Bein eines Patienten dokumentieren zu können. Die Bilder müssten nicht mehr erst von einer Speicherkarte auf einen Rechner und anschliessend in die Plattform eingepflegt werden. Auch die handgeschriebenen Notizen zum Heilungsverlauf und um welches Bein es sich handelt müssten nicht mehr übertragen werden.

Mit dem neuen System könnten Pfleger einfach mit dem Smartphone Bilder schiessen und Parameter wie linkes oder rechtes Bein direkt in einer App dokumentieren. Diese leitet die Daten im Hintergrund weiter an die E-Health-Plattform.

Modularer Aufbau

Die Lösung kann aber mehr. Ärzte und Pfleger alarmieren, Patienten nachverfolgen und fernüberwachen. Rund 20 Module umfasst die Noser Health Suite.

Mit der Suite und ihren Modulen will das Unternehmen die älteren und monolithisch aufgebauten Klinikinformationssysteme (KIS) ablösen. "Wir müssen uns von den Silo-Lösungen verabschieden", sagte Martin Straumann, Leiter E-Health bei Noser-Engineering. Die Noser Health Suite lässt sich mit bestehenden Systemen verbinden. Spitäler und Ärzte müssen also nicht komplett umsteigen. Sie können stattdessen Modul um Modul auf die Health Suite migrieren.

Cloudangebot auf Azure-Basis

Technisch setzt die Suite auf einer Cloud-Lösung auf. Noser betreibt hierfür aber kein eigenes Rechenzentrum, was mit hohen Kosten verbunden wäre. Die Lösung wird stattdessen über eine Cloud auf Basis von Azure angeboten.

Der Clou daran. Die Cloud basiert auf einem Azure-Angebot des Schweizer IaaS-Anbieters Hiag Data, einer 100-prozentigen Tochter des gleichnamigen Immobilien-Unternehmens. Hiag Data bietet Cloud-Infrastrukturen über seinen Verbund an Rechenzentren mit eigenen Datenleitungen an.

Diese bilden quasi ein Netz im Netz mit abgesicherten Kontaktpunkten ins World Wide Web. Die Daten bleiben also in der Schweiz, verspricht der Anbieter. Möglich macht das der dritte Partner der Lösung, Microsoft. Der IT-Anbieter entwickelte mit Hiag Data das Azure-Angebot.

Geringe Latenzzeiten

Hiag bietet zusätzlich zu seinen IaaS-Diensten auch ein eigenes Netzwerk mit hohen Bandbreiten an. Das soll nicht nur den Datenverkehr schützen. Hiag garantiert auch Latenzzeiten von 0,5 Millisekunden auf einer Strecke von 80 Kilometern. Dafür sei das normale Web nicht ausgelegt und für Public-Cloud-Angebote suboptimal, erklärte Hanspeter Tinner, COO bei Hiag Data. Sein Unternehmen bietet Partnern wie Noser Netzwerk-Leistungen und Cloud-Leistung mit garantierter Quality of Service an.

Neben Azure können Kunden auch auf Layer-2-Ebene die Public-Cloud-Dienste etwa von AWS beziehen, aber mit zusätzlich mit dem garantierten Quality of Service, wie Tinner weiter ausführte. Für sein Netz kooperiert Hiag mit Glasfaseranbietern aus der ganzen Schweiz, wie etwa UPC, SBB und, wie Tinner betonte, mit lokalen Energieversorgern. Ihnen käme eine besondere Rolle zu bei der digitalen Transformation. Denn mit ihrem Engagement im Bereich Glasfaserbau ermöglichten sie die technische Basis für neue digitale Prozesse.

Chancen in der Digitalisierung

Der dritte Partner, Microsoft, liefert die Technik für die Azure-Cloud von Hiag. Der Hersteller sieht gute Chancen im Schweizer E-Health-Markt. Spitäler etwa müssten mit immer weniger Pflegekräften und Medizinern immer mehr Leistungen erbringen. Durch digitalisierte Prozesse und den Bezug von IT aus der Cloud könnte hier Druck abgebaut und die Mitarbeiter in der Pflege und der Spital-IT entlastet werden.

Die Partnerschaft mit Noser und Hiag kann auch als Startschuss für weitere E-Health-Projekte von Microsoft Schweiz angesehen werden. Zunächst muss die Noser Health Suite aber an den Start. Dieser ist für das erste Quartal 2017 vorgesehen.

Webcode
DPF8_18107

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