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Cloud Computing im KMU-Markt

Uhr | Aktualisiert
von Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG

Auf der Basis unseres Frühjahrs-Updates rechnen wir für das laufende Jahr mit einer Zunahme der ICT-Ausgaben (B2B) im Schweizer Markt von 1,7 Prozent oder um knapp 300 Millionen Franken auf insgesamt 17,35 Milliarden Franken.

Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG
Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG

63,8 Prozent des Marktes entfallen auf die Ausgaben der kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs), dies entspricht einem Total von 11 Milliarden Franken. Mit einem Anteil von knapp zwei Drittel an den gesamten ICT-Ausgaben üben sie einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Gesamtmarktes aus. Wir rechnen damit, dass die Budgets der «Kleinen und Mittleren» mit einem Plus von 2,1 Prozent stärker aufgestockt werden, als diejenigen der grossen Unternehmen (+1,1 Prozent).

Einen bedeutenden Impact auf das Wachstum der ICT-Aufwendungen des KMU-Marktes (nach unseren Definitionen Unternehmen bis 499 Mitarbeiter) haben die markant steigenden Ausgaben im Bereich des Cloud Computing. Unsere Erhebungen der vergangenen Jahre belegen dies unter anderem mit einem deutlichen Anstieg der Ausgaben für externe Cloud und Managed Services im Bereich der ICT-Infrastruktur (Schwerpunkt Server, Backup und Datacenter-Dienste). Während dieser Anteil 2014 noch bei 31 Prozent lag, rechnen wir bis 2018 mit einer Zunahme auf knapp 60 Prozent. Das bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt drei von fünf Franken der Budgets für den ICT-Betrieb an externe Dienstleister fliessen.

Verlagerung der Ausgaben von Assets zu Services

Das Wachstum des Marktes wird so gesehen nicht mehr durch Ausgaben und Investitionen in eigene Infrastrukturen und Lösungsumgebungen generiert. Die Verlagerung der Spendings von Assets zu Services nimmt auch im KMU-Markt weiter Fahrt auf, das Wachstum der Gelder, die nach aussen fliessen, legt stärker zu als die Aufwendungen für den Eigenbetrieb. So erwarten wir im laufenden Jahr im Bereich der externen Sourcing- und Cloud-Services einen Wachstumssprung von 15 Prozent. Ohne diese Services gibt der übrige Teil der ICT-Ausgaben um 3,2 Prozent nach.

Messbar geworden ist dieser Paradigmenwechsel von intern zu extern auch im Anwendungsbereich. Während diese Ausgaben der KMUs für standardisierte Businesslösungen 2017 insgesamt um 6,3 Prozent steigen werden (Forecast Frühjahrs-Update), schrumpfen die Spendings für traditionelle Lizenzen (on Premise oder Eigenbetrieb) um knapp 10 Prozent. Dagegen werden die Ausgaben für Software aus der Wolke (SaaS) um satte 39 Prozent aufgestockt.

Der «Big Shift» ist angekommen

Insgesamt wenden die KMUs 2017 über 1,5 Milliarden Franken für Cloud-Computing-Services (Public und Private Cloud) auf. Und ein ebenso hoher Betrag an ICT-Ausgaben wird für Managed Services, Colocation und Application Management ausgegeben (ingesamt 1,6 Milliarden Franken).

Mit Blick auf das gesamte Budget eines KMU entfällt heute damit jeder dritte Franken auf externe Sourcing-Services, mit kräftiger Tendenz nach oben. Der «Big Shift» ist im KMU-Markt angekommen.

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