Wachstum seit 2014

Schweizer kaufen Smartwatches

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Schweizer Händler haben in den letzten Jahren merkliches Wachstum im Smartwatch-Markt verzeichnet. Neue Modelle und Funktionen würden zur Popularität beitragen. Der Trend soll sich 2017 fortsetzen.

(Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de)
(Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de)

Smartwatches gewinnen in der Schweiz an Beliebtheit. Bei Digitec und Galaxus stieg der Smartwach-Umsatz in den letzten zwei Jahren um über 350 Prozent. Auch das Sortiment wuchs seit 2014 von weniger als 10 Modellen auf über 200.

 

Eine Sprecherin von Interdiscount äusserte sich ebenfalls zum Wachstum im Smartwatch-Markt. Nadine Käser teilt mit, dass die Absatzzahlen in den letzten zwei Jahren sehr stark gestiegen seien. Zudem habe Interdiscount dieses Jahr das Umsatzvolumen des Jahres 2015 bereits verzwanzigfachen können. Von 2015 zu 2016 sei das Wachstum noch nicht so rasant, aber trotzdem gross gewesen.

 

Besonders starkes Wachstum von 2014 bis 205

Competec-Sprecher Daniel Rei teilt mit, dass Brack.ch und die anderen Handelsfirmen der Gruppe das grösste Wachstum von 2014 auf 2015 verzeichnet hätten. Der Smartwatch-Umsatz sei damals um 463 Prozent gestiegen. Rei mutmasst, dass das daran liege, dass Hersteller wie etwa Apple Modelle auf den Markt gebracht hätten, die Kunden auch tatsächlich gerne trügen.

 

Von 2015 auf 2016 steigerte Competec den Umsatz von Smartwatches nur noch um 4 Prozent. Es gibt laut Rei zwei mögliche Gründe dafür: Entweder sei der Wearable-Hype vorbei gewesen oder Konsumenten kauften einfach weniger häufig eine neue Uhr als ein neues Smartphone.

 

Regelmässig neue Modelle

Auch bei Fust sei die Entwicklung immer noch positiv, sagt Sprecherin Sabine Weber. Einer der Faktoren dafür sei, wie schnell sich die Technologie entwickle. Grosse Anbieter bringen fast halbjährlich neue Modelle auf den Markt, wie Weber sagt.

 

Laut Weber werden Smartwatches zudem zu Lifestyle-Produkten. Viele Anbieter würden immer mehr Wert auf das Aussehen der Smartwatches legen. So sehe die Gear S3 von Samsung wie eine klassische Uhr aus und die Fenix 5S von Garmin gebe es jetzt in einer kleineren Form für schmalere Handgelenke.

 

Preise für beliebte Modelle steigen

Beliebte Modelle wurden teurer. "Im Jahr 2014 kosteten neun von zehn verkauften Smartwatches bei uns unter 150 Franken. Heute kosten acht von zehn verkauften Modellen zwischen 150 und 550 Franken", lässt sich Hendrik Blijdenstein, Chef-Einkäufer bei Digitec und Galaxus, zitieren. Bei diesem Unternehmen sei 2017 die Gear S3 von Samsung die bisher beliebteste Smartwatch. Es folgen Apples Watch Series 2 und Huaweis Watch 2.

 

Digitec Galaxus stellte einen weiteren Trend fest: Die Kundschaft für Smartwatches wird älter. Besonders der Käufer-Anteil der 50- bis 59-Jährigen sei gestiegen, während der Anteil an Käufern von 10 bis 39 Jahren deutlich geschrumpft sei, sagt Blijdenstein.

 

Smartwatch-Käufer sind in der Mehrheit männlich, wie es weiter heisst. 85 Prozent der über den Onlinehändler bezogenen Smartwatches seien von Männern gekauft worden.

 

Gute Aussichten für 2017

Digitec Galaxus erwartet dieses Jahr einen starken Anstieg der Verkäufe. Der Schweizer Smartwatch-Markt soll um rund 40 Prozent wachsen. Diese Prognose beruhe auf den Verkaufszahlen des ersten Quartals und auf den angekündigten und erfolgten Produktlancierungen dieses Jahres. Etwa mit der im Sommer erscheinenden E-Sim könnten Smartwatches als LTE/4G-Uhren an Attraktivität gewinnen.

 

Auch Rei von Competec erwartet eine weitere Steigerung für 2017. Die Prognose fällt jedoch nicht ganz so positiv aus wie die von Digitec Galaxus. Neue Modelle und Funktionen würden sich zwar positiv auf das Wachstum auswirken, doch könnten Apple Watches einen negativen Einfluss auf die Gesamtbilanz haben. Zum einen schwanke die Verfügbarkeit der Geräte, zum anderen hätten Apples Konkurrenten einen leichten technischen Vorsprung.

 

Ausser den zitierten Unternehmen fragte die Redaktion auch bei Conrad, Media Markt, Microspot, Migros und Steg an. Diese antworteten entweder bisher nicht oder machten keine Aussage zum Schweizer Smartwatch-Markt.

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