VRSG-Geschäftsführer nimmt Stellung

Das sagt Peter Baumberger vom VRSG zu den Vorwürfen des Abacus-CEOs

Uhr | Aktualisiert

Abacus-CEO Claudio Hintermann hat schwere Anschuldigungen gegen die Geschäftspraktiken der VRSG erhoben. Er sieht den Zusammenschluss von VRSG mit Abraxas mehr als kritisch. VRSG-Geschäftsführer Peter Baumberger nimmt dazu Stellung.

VRSG-Geschäftsführer Peter Baumberger (Quelle: zVg)
VRSG-Geschäftsführer Peter Baumberger (Quelle: zVg)

Abacus-CEO Claudio Hintermann, der 67 Gemeinden des Kantons St. Gallen eingeklagt hat, weil diese ohne öffentliche Ausschreibung, also freihändig vergebene IT-Dienstleistungen von VRSG bezögen, erhebt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. VRSG sei auch hoch verschuldet und habe deshalb dringend einen Partner gebraucht. Was antworten Sie darauf?

Peter Baumberger: Die Fusion von Abraxas und VRSG ist schlicht und einfach zum richtigen Zeitpunkt die richtige Antwort auf die rasch fortschreitende Digitalisierung. Dass wir finanzielle Schwierigkeiten haben, ist völlig falsch. Es stimmt, dass wir im Rahmen unserer Investitionsstrategie Bankfinanzierungen in Anspruch genommen haben. Das ist aber ein sorgfältig geplanter Prozess und bietet keinerlei Anlass zur Sorge. Wir sind im übrigen auch sehr zuversichtlich, was die laufenden Gerichtsverfahren angeht, die Abacus angestrengt hat. Wir haben keine Fehler gemacht. Unser Geschäftsmodell ist das eines IT-Dienstleisters, der den Kunden einen Komplettservice bietet. Wir verkaufen nicht nur Softwarelizenzen.

Abacus-CEO Claudio Hintermann wirft Ihnen vor, dass Sie den Wettbewerb verhindern und mit der Fusion zwischen Abraxas und VRSG ein Monopol zementiert werde. Was sagen Sie dazu?

Von einem Monopol kann keine Rede sein. Wir wollen den Wettbewerb nicht verhindern. Es gibt aber Interessen der Kantone und der Gemeinden, die höher zu gewichten sind als die Interessen am freien Wettbewerb, etwa die Datensicherheit und die Sicherheit, dass unser Unternehmen nicht einfach an eine ausländische IT-Firma verkauft werden kann und dann Daten in die falschen Hände geraten. Unser Unternehmen ist im Besitz von Kanton und Gemeinden und das ist auch ein Garant dafür, dass der Staat jederzeit die Hoheit etwa über hochsensible Personendaten hat und sie nicht in den Händen einer Privatfirma landen. Auch besteht nicht die Gefahr, dass wir unsere Geschäftstätigkeit plötzlich einstellen.

Abacus wirft Ihnen auch vor, dass die Gemeinden am Gängelband von VRSG hingen und sie - mit Abacus vergleichbare Leistungen - zum dreifachen Preis von Abacus anböten, auf Kosten der Steuerzahler ...

Es stimmt nicht, dass unsere Dienstleistungen das Dreifache kosten. Claudio Hintermann vergleicht hier Äpfel mit Birnen. Es ist halt ein Unterschied, ob man nur eine isolierte Software-Lizenz verkauft oder dazu noch ein vollständiges Dienstleistungspaket, wie wir das tun. Wir verfolgen wie schon erwähnt das Geschäftsmodell der Gesamtdienstleistung. Das kann man nicht mit dem Geschäft von Abacus vergleichen.

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