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Die Zukunft der Integratoren

Uhr | Aktualisiert

Den einst mehrheitlich in sich geschlossenen ICT-Markt, das ehemals übersichtliche Ökosystem gibt es nicht mehr. Heute bestimmen viele Teilmärkte mit eigenen Gesetzmässigkeiten und Gegebenheiten die weitere Entwicklung und zukünftige Ausprägung des Marktes.

Die Fragen, die sich im Zuge dieser Entwicklung geradezu aufdrängen: Wie viel Platz hat der klassische Systemintegrator noch im Markt? Wie viel seines bisherigen auf traditionelle ICT-Projekte und -Umgebungen ausgerichteten Leistungsportfolios braucht der Markt noch? Wo ist das Potenzial und sein künftiger Markt in dieser sich ändernden Weltordnung?

Markante Verwerfungen in der Anbieter-Community

Wie ich in mehrfach zurückliegenden Beiträgen analysiert habe, verliert die Nachfrage nach den traditionellen projektbezogenen Services deutlich an Schwung. Der Markt schrumpft. Dagegen haben cloudbezogene Integrations- und Migrationsprojekte markant zugenommen. Am meisten Zuwachs unter den Betriebsmodellen verzeichnet die hybride ICT, das heisst der Mix aus internen und externen Quellen, wie auch die Nutzung unterschiedlicher Cloud-Services (die Multi-Cloud).

Der Paradigmenwechsel im ICT-Betrieb, das heisst die Verlagerung weg vom Eigenbetrieb hin zu externen Anbietern cloudbasierter Dienste wird sich zunehmend beschleunigen und die Schere mit Blick auf die Anteile der internen und externen Ausgaben für den ICT-Betrieb weiter auseinandergehen. Diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren markante Verwerfungen in der Anbieter-Community nach sich ziehen. Ohne die Ausrichtung und eigentliche Transformation des bisherigen Leistungsportfolios auf die neuen Gegebenheiten wird sich der klassische Integrator schwertun, zu überleben. Es wäre falsch zu glauben, dass diese Entwicklung einem ruhigen Fluss gleichkommt und sich am angestammten Business so schnell nichts ändert. Die Veränderungen am Markt sind bereits messbar. So sind es im zu Ende gehenden Jahr die Cloud-Professional-Services, die für das Wachstum im Markt der ICT-Dienstleistungen verantwortlich zeichnen. Sie setzen zu einem kräftigen Sprung um mehr als 20 Prozent nach oben an, während die klassischen Projektumsätze schrumpfen.

Obwohl die Cloud heute Selfservice-Modelle mit hochstandardisierten Schnittstellen und Anwendungen verspricht, ist der User oft überfordert. Und genau hier, ausserhalb seiner bisherigen Projektthemen, findet der «klassische» Integrator ein rasch wachsendes Potenzial mit einer steigenden Nachfrage in den Bereichen Planung und Evaluation des passenden ICT-Betriebsmodells, der richtigen Cloud, Migrationsservices (Systeme, Daten und Apps), Security, Schnittstellenanpassungen, Betrieb der Infrastruktur und Anwendungen, Change-Management, Aufsetzen neuer ICT- und Businessprozesse, Service und Support sowie Schulung und Training der Mitarbeiter.

Mit dem auf den Wandel ausgerichteten Portfolio, den notwendigen Skills, einem smarten Team und den richtigen Partnern bieten sich dem Integrator der Zukunft immense Chancen und neue, spannnende Entwicklungsmöglichkeiten.

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