Porträt

"Das kann ich mit meiner Firma besser"

Uhr | Aktualisiert

2003 hat Marc Burkhard gemeinsam mit seiner Frau in seinem Keller ein Softwareunternehmen gegründet. Auch heute noch ­programmiert ITSENSE seine Core One Suite ausschliesslich in der Schweiz. Das hat seinen Preis, und die Burkhards stecken jeden Franken in die Firma.

Marc Burkhard, CEO und Mitgründer von ITSENSE (3. v. r.), legt Wert auf ein familiäres Miteinander in der Firma.
Marc Burkhard, CEO und Mitgründer von ITSENSE (3. v. r.), legt Wert auf ein familiäres Miteinander in der Firma.

Heutzutage ist es hip und cool, ein Jungunternehmen, oh pardon, ein «Start-up» zu gründen. Viele Jungunternehmer träumen davon, ihr Business einmal teuer an Google, Apple oder – eine Nummer kleiner – an Swisscom zu verkaufen. Andere erfüllen sich mit der Selbstständigkeit den Traum vom selbstbestimmten Unternehmerleben. Weil sie merken, dass sie sich in bestehenden Strukturen grosser IT-Unternehmen nicht richtig entfalten können. Oder weil sie glauben, es besser zu können.

Auch Marc Burkhard, CEO und Mitgründer von IT­SENSE sagte sich vor 13 Jahren: «Das kann ich mit meiner eigenen Firma besser.» Und so begann er, selbst Software für Identity & Access Management, IT-Operations Management und Single-Sign-on-Lösungen – die Core One Suite – zu entwickeln. Die Firma war schnell gegründet und nach einigem Tüfteln auch ein Firmenname gefunden. ITSENSE sollte das Unternehmen heissen, das er gemeinsam mit seiner Frau Sarah startete. Im Firmennamen steckt ausser «IT» auch das Wort «sense», das die Sinnhaftigkeit (engl. sense = Sinn) der Unternehmenstätigkeit veranschaulichen soll. «Das Unternehmen möglichst schnell an den Meistbietenden zu verkaufen war nie Teil unseres Businessplans», erinnert sich Burkhard. Er wollte Mehrwert für seine Kunden schaffen, dem CIO das IT-Management erleichtern.

Nicht in der Garage, sondern im Keller gegründet

Und so tüftelte Burkhard fortan in einem Kellerzimmer an der idealen Software. Er stellte den ersten Mitarbeiter ein, danach zwei weitere. Das Unternehmen wuchs langsam, aber stetig.

Morgens im Keller Software konzipieren, Mittagessen mit der Familie. Nachmittags Kunden besuchen. Am Abend noch rasch die Administration erledigen. Zwischendurch die Kinder ins Bett bringen. Und weiterarbeiten. Bis Mitternacht oder länger. So sahen die normalen Tage und Nächte bei den Burkhards aus. «Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen war nicht immer einfach», sagt Burkhard, der erst nach grösseren Büroräumlichkeiten ausserhalb des eigenen Hauses suchte, nachdem er den sechsten Mitarbeiter angestellt hatte. Heute hat ITSENSE seinen Sitz in modernen Büros gleich neben dem Aarauer Bahnhof. Hier sorgen mittlerweile 16 Mitarbeitende dafür, dass die neuesten Releases der Core One Suite rechtzeitig fertig werden. Die Kunden sind vor allem grosse Organisationen, etwa der Flughafen Zürich, die Klinikgruppe Hirslanden oder der Bund. Da ITSENSE alles selbst entwickelt, ist die Mehrzahl der Mitarbeitenden Software Engineers. «Sie sind das Kapital der Firma», sagt Burkhard. Aber das hat auch seinen Preis.

Organisches Wachstum ohne Business Angel

«Wir waren stets sparsam und haben all unser Geld immer in die Firma und in unsere Mitarbeitenden investiert», sagt Burkhard. Nie habe es im Hintergrund einen Investor oder einen Business Angel gegeben, der das Unternehmen mitfinanziert hätte. Am Anfang hätten nur die Eltern mit einem Darlehen geholfen, sagt Burkhard. «Natürlich wäre es einfacher gewesen, wenn uns jemand ein paar Millionen gegeben hätte. Aber dann hätte jemand im Hintergrund die Fäden gezogen und wir wären nicht mehr frei in der Produktentwicklung gewesen.»

Swiss made in Aarau

Und so ist und bleibt die Core One Suite «zu 100 Prozent Swiss made in Aarau», wie Burkhard sagt. Diese Swissness sei aber nicht nur ein Qualitätsanspruch an das Produkt. Für die Kunden sei es wichtig, dass der Hersteller auch nach dem Verkauf für sie da sei, ist sich Burkhard sicher.

Noch implementiert ITSENSE die Core One Suite vor allem selbst bei den Kunden. Aber Burkhard will sich in Zukunft auf die Softwareentwicklung konzentrieren und die Implementierung ausgewählten Partnern überlassen.

Erste Implementierungspartner hat ITSENSE bereits. Es sollen aber noch mehr werden.

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