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Herbst-Update zur ICT-Marktentwicklung

Uhr | Aktualisiert

Die Wachstumsaussichten auf dem Schweizer ICT-Markt haben sich nach dem eher bescheidenen Plus von 0,6 Prozent im vergangenen Jahr weiter aufgehellt, sagt Philipp Ziegler von MSM Research. Wir korrigierten unseren Forecast leicht nach oben und rechnen auf der Basis unseres Herbst-Updates neu mit einer Zunahme der Ausgaben (B2B) von 1,9 Prozent (1,7 Prozent) oder rund 330 Millionen Franken im Vergleich zu 2016.

Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG. (Source: Philipp Ziegler)
Philipp A. Ziegler, Geschäftsführer, MSM Research AG. (Source: Philipp Ziegler)

Die Wachstumsraten sind allerdings nicht in Stein gemeisselt. Wirtschaftliche und politische Faktoren beeinflussen weiterhin die Planungssicherheit der Unternehmen mit Blick auf die ICT-Investitionen und Ausgaben. Pläne für die kommenden zwölf Monate sind zwar mit unterschiedlicher vertikaler Ausprägung (Branchen) eher optimistisch zu sehen, bewegen sich aber nach wie vor auf einer volatilen Basis.

Auch die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) rechnet mit einer optimistischen Entwicklung. In ihrer Sommerprognose geht sie davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft vom globalen Aufschwung profitieren wird. Auch wenn das Konjunkturbarometer der KOF im August 2017 leicht nachgab, steht es immer noch auf einem Niveau klar über seinem langfristigen Mittelwert. Für die nähere Zukunft dürften demzufolge für die Schweizer Wirtschaft weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten zu erwarten sein.

Konjunkturelle Erholung setzt sich fort

Auf der Basis dieser gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gehen wir davon aus, dass sich die konjunkturelle Erholung im kommenden Jahr fortsetzen und damit auch die Entwicklung der Ausgaben und Investitionen in die ICT positiv beeinflussen wird. Für 2018 rechnen wir daher mit einem weiteren Anstieg der Spendings um 2,6 Prozent. Für das Wachstum des Marktes zeichnen nicht nur wirtschaftliche Faktoren verantwortlich. Auch die Investitionen und Ausgaben in Digitalisierungsprojekte generieren höhere Budgets. Zudem weist die zunehmende Verlagerung der ICT-Operations hin zu externen Dienstleistern überdurchschnittliche Zuwachsraten auf. So gehen wir davon aus, dass im kommenden Jahr die Ausgaben für den Eigenbetrieb der ICT um 5 Prozent sinken, während sie für externe Managed und Cloud-Services um 13 Prozent zulegen werden.

Angetrieben wird das laufende Wachstum auch durch ICT-Security-Projekte. Für die Verantwortlichen aus der Informatik stellen sie die derzeitige Toppriorität dar, wie unsere kürzlichen Umfragen ergaben. Und für die Bereichsleiter aus den Businessabteilungen sind es Vorhaben im Bereich der Mobilität (Devices, Apps, Services, Security, Support und Schulung), die ganz oben auf der Agenda stehen. Die Ausgaben hier legen im laufenden Jahr um insgesamt 9 Prozent zu.

Fundamentaler Wandel des ICT-Marktes

Der ICT-Markt ist mit Blick auf die Struktur seiner Segmente, die entsprechenden Prioritäten und Ausgaben in einem fundamentalen Wandel begriffen. Und die steigende Digitalisierung mit all ihren Facetten wird diesen weiter antreiben, althergebrachte Märkte und Sichtweisen verblassen lassen und neue Chancen und Gegebenheiten schaffen.

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