Pilotprojekt zur E-ID

Appenzell Ausserrhoden digitalisiert den Lernfahrausweis

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von René Jaun und lha

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden führt eine elektronische Version des Lernfahrausweises ein. Er wird in einer Smartphone-App gespeichert und kann per QR-Code validiert werden. 2025 soll der E-LFA schweizweit verfügbar sein und neue Erkenntnisse für die kommende E-ID liefern.

(Source: Jan Baborák / Unsplash
(Source: Jan Baborák / Unsplash

Wer in der Schweiz das Autofahren lernt, soll den dafür nötigen Lernfahrausweis künftig auch digital erhalten können. Den ersten Schritt in diese Richtung geht der Kanton Appenzell Ausserrhoden. Dort kann, wer erfolgreich die Theorieprüfung Kategorie B (Personenwagen) bestanden hat, jetzt schon den Lernfahrausweis elektronisch beziehen, wie Bund und Kanton mitteilen.

Demnach wird der elektronische Lernfahrausweis (E-LFA) vom Strassenverkehrsamt Appenzell Ausserrhoden (AR) ausgestellt und von den Lernfahrerinnen und Lernfahrern in einer elektronischen Brieftasche auf dem Smartphone aufbewahrt. Wer den E-LFA vorweisen will - zum Beispiel zu Beginn einer Fahrstunde oder in einer Verkehrskontrolle - kann dies via QR-Code tun. Anhand der damit übermittelten Daten sollen etwa Fahrschulen oder die Polizei die Gültigkeit des Ausweises überprüfen können.

Der E-LFA sei in der ganzen Schweiz sowie im Fürstentum Liechtenstein anerkannt, heisst es weiter. Zudem sei geplant, das Pilotprojekt im Jahr 2025 auszubauen. Ab dann sollen Lernfahrausweise in allen Kantonen und für alle Fahrzeugkategorien elektronisch bezogen werden können.

Ein Schritt Richtung E-ID

Hinter dem Pilotprojekt zum E-LFA stehen das Bundesamt für Justiz (BJ) und das Bundesamt für Strassen (ASTRA), die Vereinigung der Schweizerischen Strassenverkehrsämter (ASA) sowie das Strassenverkehrsamt Appenzell Ausserrhoden. Die für den E-LFA erforderliche Wallet-App und die für den Betrieb notwendigen Informatiksysteme seien gemeinsam entwickelt worden, schreibt der Bund. Sie basieren auf einer vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) betriebenen Vertrauensinfrastruktur.

Die Behörden sehen den E-LFA als Pilot für die elektronische Identifikation (E-ID), die voraussichtlich 2026 eingeführt wird. In den Grundzügen soll die E-ID wie der E-LFA funktionieren. Darum werde der elektronische Lernfahrausweis genutzt, um "verschiedene praktische Aspekte zu testen". Zusätzlich zur Beantwortung von technischen Fragen soll das Pilotprojekt etwa Erkenntnisse liefern, wie die Nutzerinnen und Nutzer mit einem digitalen Identitätsnachweis umgehen. Die Erfahrungen werden in die Produkteentwicklung einfliessen, wie der Bund schreibt.

Auf politischer Ebene stimmte der Nationalrat im März 2024 der gesetzlichen Grundlage für die E-ID zu. Nun geht das Geschäft an den Ständerat. Zumindest der Bund scheint an der baldigen Einführung der E-ID kaum mehr zu zweifeln, zumal er sie in diversen Vernehmlassungen für weitere digitale Vorhaben voraussetzt. So schlug er Anfang Mai in der Transplantationsverordnung ein Organspenderegister mit E-ID-Anbindung vor. Mehr dazu lesen Sie hier.

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