Supply Chain Management

Digitale Transformation der Supply Chain als Quelle der Wertschöpfung

Uhr | Aktualisiert
von Philippe Castella, Division Manager Digital Tracking, Blue-Infinity Linked by Isobar; Dany Lauener, Practice Manager Digital Tracking, Blue-Infinity Linked by Isobar; Benjamin Phelip, Business Development Manager Digital Tracking, Blue-Infinity Linked by

Beim Supply Chain Management geht es darum, die richtige Qualität zu den niedrigsten Kosten im Einklang mit dem vereinbarten Service Level zu liefern. Durch die digitale Transformation wird dies aber bereichert, herausgefordert und neu interpretiert.

Die Digitalisierung der Lieferkette ermöglicht die Sammlung von wichtigen Daten – strategischen Daten – aus einer Vielzahl von Quellen. Indem man diese Daten durch Serialisierung einem einzelnen Produkt zuordnet, ergibt sich ein umfassendes digitales Bild des jeweiligen Produkts, ein sogenanntes "digitales Produkt" – individuell und einzigartig an sich.

Da dieses Produkt individualisiert ist, kann seine Identität als Kommunikationsmittel genutzt werden. Das Produkt dient als Träger, um direkt mit verschiedenen Akteuren der Liefer­kette – von Herstellern, Händlern und Einzelhändlern bis hin zu Endverbrauchern – persönlich zu interagieren und Vertrauen aufzubauen.

So kann ein Kunde etwa die "Geschichte" eines Artikels erfahren, indem er diesen einscannt. Informationen zur Pro­duktion, zum Mitarbeiter, der ihn zusammenbaute, zur Qualitätskontrolle oder zum Verkauf können so in Erfahrung gebracht werden. Bei Gütern für den privaten Gebrauch kann der Konsument die Herkunft des Produkts entdecken, wo und unter welchen Bedingungen es produziert wurde, etwa um ethische Produktion sicherzustellen. Für die Pharmaindustrie könnte man die Therapietreue bei bestimmten Medikamenten verbessern, indem man sicherstellt, dass Patienten ihre Verschreibung befolgen.

Digitale Produktarchitektur

Wie können wir solche "digitalen Produkte" ermöglichen? Es braucht dafür eine digitale Produktarchitektur in der Lieferkette.

Mehrere Bausteine für die Datenerfassung müssen vom Anbieter implementiert werden. Erstens muss ein einzelnes Tag während des Herstellungsprozesses auf jedes Produkt angewendet werden, um es einzigartig zu machen (Serialisierung). Dann muss jedes Produkt auf seine höhere Verpackungsebene aggregiert werden, um die Interaktionen entlang der Lieferkette zu erleichtern.

Schliesslich müssen alle Produktdaten etwa zu Ort, Status, Volumen, Käufer, Verkäufer etc. auf dem Weg zum Kunden entweder manuell durch Scannen von Artikeln oder durch automatische Nutzung neuer Technologien aus dem Internet der Dinge (IoT) gesammelt werden.

Diese Daten werden dann zentral gespeichert, um die Datenanalyse und ihre funktionale Nutzung zu ermöglichen. Wenn mehrere unabhängige Stakeholder entlang der Lieferkette involviert sind, kann die Blockchain-Technologie eingesetzt werden, um die Datenintegrität zu gewährleisten.

Hinter jedem vernetztem Produkt befindet sich ein Konsument

Bis vor Kurzem wurden die digitale Transformation und die gesammelten Daten hauptsächlich dazu verwendet, die Effizienz der Lieferkette zu steigern sowie die Integrität und Sicherheit der Lieferkette sicherzustellen. Es ist jetzt jedoch möglich, einen viel stärkeren Wertbeitrag zu schaffen, der Markeninhabern und Verbrauchern direkt Werte bringt und so den Umsatz und den Geschäftswert steigert. Zusätzlich zu den üblichen Betriebsdaten können strategische Marketingdaten über das Produkt und seine Interaktion mit dem Kunden entlang der Lieferkette gesammelt werden.

Heute versuchen die meisten B2B-Unternehmen und Markeninhaber, sich besser mit ihren Kunden zu verbinden, und das Produkt ist ein sehr wirkungsvoller Weg, um direktes Engagement zu erreichen.

Die digitale Transformation der Lieferkette ermöglicht es den Marken, die Marktkenntnisse drastisch zu verbessern, ihre Produkt-Roadmap besser zu planen und anzupassen, die Anzahl der verbundenen Kunden zu erhöhen und schliesslich neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, um neue Einnahmequellen zu erschliessen.

Ähnlich wie das CRM die Kunden-Journey durch das Sammeln von Schlüsseldaten über Kunden ermöglicht hat, ermöglicht die digitale Transformation der Lieferkette jetzt die Produktreise. Vielleicht könnte die Kombination der Kunden-Journey mit der Produkt-Journey eine neue Möglichkeit sein, den Markt zu differenzieren und zu beeinflussen.

Webcode
DPF8_95158

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