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24.03.2014 16:23 (Kaspar Wolfensberger)
Erzürnte Nutzer

Proteste gegen Preiserhöhung bei Xing

Die Preissteigerung bei den Xing-Premium-Abos.
Die Preissteigerung bei den Xing-Premium-Abos. (Quelle: Xing)
Das auf Geschäftskontakte spezialisierte soziale Netzwerk Xing erhöht die Preise für die Schweizer Premium-Kunden. Eine Gruppe von Nutzern zeigt sich verärgert und wirft Xing intransparente Kommunikation vor.

Bereits vor 12 Tagen hatte Xing seine Schweizer Nutzer informiert, dass die Preise für das Premium-Abo hierzulande künftig nicht mehr in Euro, sondern in Schweizer Franken verrechnet werden sollen. Diese Umstellung benutzte das soziale Netzwerk ausserdem, um die Preise deutlich zu erhöhen. Wie Xingfail, eine Gruppe erzürnter Xing-Nutzer, vorgerechnet hat, bewegen sich die Erhöhungen im Bereich von 65-85 Prozent.

Schweizer werden abgezockt

Konkret äussert Xingfail in einer Pressemitteilung drei Kritikpunkte. Erstens sei Xing bei der Preiserhöhung nicht willens gewesen, diese klar zu kommunizieren. Die Steigerung sei in einer Produktkommunikation "versteckt" worden, damit sie den Nutzern möglichst nicht auffalle. Zweitens habe das Unternehmen die Preissteigerung "schöngefärbt". So schrieb Xing "es geschieht auf Kundenwunsch". Und drittens gebe es nun eine Diskriminierung von Schweizer Kunden gegenüber Deutschen, da man hierzulande nun ohne ersichtlichen Grund mehr bezahlen müsse.

Die Netzwoche kontaktierte zu diesem Thema Malte Polzin, Ex-Brack-CEO und Mitglied der Gruppe Xingfail. Er erklärte, dass das Ziel der Gruppe nicht ein Boykottaufruf gegen Xing sei. Jeder Kunde solle selbst entscheiden, ob er Mitglied bleiben wolle. Er persönlich habe sein Abo aber bereits gekündigt und werde in Zukunft keine neue Premium-Mitgliedschaft mehr kaufen. Polzin erklärte ausserdem, dass es sich beim Vorgehen von Xing um einen "Abzockversuch" handle. Man versuche sich auf der "Hochpreisinsel Schweiz", bei den im Vergleich zum Ausland gut verdienenden Kunden, zu bedienen.

Verschiebung zu Linkedin?

International besitzt das in Deutschland heimische Xing einen starken Konkurrenten: das amerikanische Netzwerk Linkedin. Die Frage ist daher, ob die Schweizer Kunden nun zu Linkedin wechseln werden. Polzin von Xingfail hält dies für realistisch. Die Amerikaner befänden sich hierzulande schon länger im Aufwärtstrend und "Xings verfehlte Preispolitik" werde diesen Trend wohl noch beschleunigen.

Stellungnahme von Xing

Robert Beer, Country-Manager von Xing Switzerland, ist nicht einverstanden mit den Ausführungen von Polzin und verteidigt die Preispolitik seines Unternehmens auf Anfrage. Er sendete der Redaktion per Email folgende Stellungnahme zu:

Eine Xing-Basismitgliedschaft ist und bleibt kostenfrei. Was unser Premium-Angebot angeht: Wir haben zehn Jahre lang die Preise für Bestandskunden nicht erhöht. Sie profitierten über diesen Zeitraum von immer mehr Produktinnnovationen und Services – ohne jemals um einen Aufpreis gebeten worden zu sein. Mir ist kein anderes Produkt bekannt, das immer besser aber zehn Jahre lang nicht teurer wurde. Wenn man diese zehn Jahre berücksichtigt, in denen alles teurer wurde, nur nicht Xing, relativiert das die Preisanpassung deutlich.

Es ist wahr, dass die Währungsumstellung auf vielfachen Wunsch vollzogen wurde. Wenn Mitglieder finden, dass wir die Preisanpassung nicht gut kommuniziert haben, will ich klar sagen: Das war nicht unsere Absicht und ich bedaure das. Allerdings steht in der Mail klar und deutlich, dass wir die Beiträge anpassen und das zu einer Entgelterhöhung führt.

Wir haben in der Schweiz in den letzten Jahren massiv in Personal und Events für unsere Premium-Mitglieder investiert. Das Kostenniveau in der Schweiz ist deutlich höher als woanders. Das hat dazu geführt, dass eine Preisanpassung nötig war. Grundsätzlich ist zu sagen, dass unser Neues Premium innovative Funktionen und zusätzliche Leistungen von Partnern anbietet, deren Wert den Preis der Mitgliedschaft um ein Vielfaches übersteigt. Das Produkt ist daher auch nicht vergleichbar mit dem von vor zehn Jahren. 

Bereits vor 12 Tagen hatte Xing seine Schweizer Nutzer informiert, dass die Preise für das Premium-Abo hierzulande künftig nicht mehr in Euro, sondern in Schweizer Franken verrechnet werden sollen. Diese Umstellung benutzte das soziale Netzwerk ausserdem, um die Preise deutlich zu erhöhen. Wie Xingfail, eine Gruppe erzürnter Xing-Nutzer, vorgerechnet hat, bewegen sich die Erhöhungen im Bereich von 65-85 Prozent.

Schweizer werden abgezockt

Konkret äussert Xingfail in einer Pressemitteilung drei Kritikpunkte. Erstens sei Xing bei der Preiserhöhung nicht willens gewesen, diese klar zu kommunizieren. Die Steigerung sei in einer Produktkommunikation "versteckt" worden, damit sie den Nutzern möglichst nicht auffalle. Zweitens habe das Unternehmen die Preissteigerung "schöngefärbt". So schrieb Xing "es geschieht auf Kundenwunsch". Und drittens gebe es nun eine Diskriminierung von Schweizer Kunden gegenüber Deutschen, da man hierzulande nun ohne ersichtlichen Grund mehr bezahlen müsse.

Die Netzwoche kontaktierte zu diesem Thema Malte Polzin, Ex-Brack-CEO und Mitglied der Gruppe Xingfail. Er erklärte, dass das Ziel der Gruppe nicht ein Boykottaufruf gegen Xing sei. Jeder Kunde solle selbst entscheiden, ob er Mitglied bleiben wolle. Er persönlich habe sein Abo aber bereits gekündigt und werde in Zukunft keine neue Premium-Mitgliedschaft mehr kaufen. Polzin erklärte ausserdem, dass es sich beim Vorgehen von Xing um einen "Abzockversuch" handle. Man versuche sich auf der "Hochpreisinsel Schweiz", bei den im Vergleich zum Ausland gut verdienenden Kunden, zu bedienen.

Verschiebung zu Linkedin?

International besitzt das in Deutschland heimische Xing einen starken Konkurrenten: das amerikanische Netzwerk Linkedin. Die Frage ist daher, ob die Schweizer Kunden nun zu Linkedin wechseln werden. Polzin von Xingfail hält dies für realistisch. Die Amerikaner befänden sich hierzulande schon länger im Aufwärtstrend und "Xings verfehlte Preispolitik" werde diesen Trend wohl noch beschleunigen.

Stellungnahme von Xing

Robert Beer, Country-Manager von Xing Switzerland, ist nicht einverstanden mit den Ausführungen von Polzin und verteidigt die Preispolitik seines Unternehmens auf Anfrage. Er sendete der Redaktion per Email folgende Stellungnahme zu:

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    Holger- UNREGISTRED

    Ich habe meine Premiummitgliedschaft nach 7 Jahren letzten Monat gekündigt, nach dem ich eine E-Mail über die Preiserhöhung bekommen habe. Ich finde es auch etwas dreist, dass man einen Premiumaccount haben muss, damit ich sehen kann wer sich mein Profil angeschaut hat. Habe mit LinkedIn in den letzten 7 Jahren bessere Erfahrungen gemacht und mehr Angebote bekommen als durch Xing und das umsonst.

    15. Mai 2014 - 13:18
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    Mennicke- UNREGISTRED

    Herr Beer sollte aber auch zur Kenntnis nehmen, dass seine angepriesenen Funktionen zum Teil völlig am Kunden vorbei entwickelt wurden, gerade alte Mitglieder (ex-openBC) wurden mehrfach vor den Kopf gestossen. Die Funktionalität eines Netzwerk-Dienstes ist sodann in der Schweiz weder teurer noch besser als in Deutschland. Neben LinkedIn gibts ja auch zahlreiche andere Alternativen.

    3. April 2014 - 05:59
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    Kleinunternehmer- UNREGISTRED

    Ich habe mich trotz dem Angebot von 2 Freimon. auf den Basis-Account zurücksetzen lassen - warum? - Anfangs war Xing Prem. kostenlos, - danach € 62,86, - im letzten Jahr schliesslich schon € 90,07 (Erhöhung von 43,29 %)!, - jetzt sollten es CHF 155,40 ~ € 127,79 (also wieder eine Erhöhung um 41,88 %). = Steigerungen nicht nachvollziehbar / Nutzen (im Preis/Leistungsvergleich) nicht zu sehen

    31. März 2014 - 12:44
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    Peter- UNREGISTRED

    Ganz einfach: Xing Premium künden und auf Linked-in fokussieren. Mit Linked-in erreicht man zudem mehr und internationalere Kontakte (sprich echter Mehrwert)

    26. März 2014 - 17:23
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    Seiler Bruno- UNREGISTRED

    Jede Software, die überleben will, wurde innerhalb von zehn Jahren mit neuen Features erweitert. XING verhält sich nicht Kunden-freundlich - die Erhöhung der jährlichen Kosten entspricht einem Wuchersatz (die Teuerung beträgt genau 5.4 %)! Ich werde jedenfalls die kostenfreie Nutzung empfehlen. Viele Kollegen bezahlen PREMIUM und Zusatzdienste - wie lange wohl noch? LinkedIn wird es freuen!

    25. März 2014 - 16:13
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    Tra- UNREGISTRED

    i.O. wäre es, wenn man selbst wählen könnte, ob man in € oder CHF die Rechnung haben möchte - vorausgesetzt CH-Kunden bekommen dann auch die D-Preise, die ja deutlich niedriger sind. Ich trage gern das Kursrisiko selbst, wenn ich dadurch 80% am Preis spare. Aber Herr Beer hat recht: So wie Xing seit Jahren die Userrechte ignoriert, wird es für die User Zeit etwas zu ändern und zu kündigen.

    25. März 2014 - 15:14
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    Peter Preuss- UNREGISTRED

    apropos immer besser und nicht teurer: Lieber Herr Beer, beachten Sie bitte die Preis- / Leistungsentwicklung Ihres Internetanschlusses, Ihres Mobilabos oder Ihres Telefonabos - ich denke mir fallen durchaus noch weitere Produkte eine die in den vergangenen 10 Jahren besser und günstiger geworden sind. Im Bezug auf Produkte wie xing fällt mir da noch der Begriff "Skaleneffekt" ein.

    25. März 2014 - 14:25
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    Jürg Unterweger- UNREGISTRED

    Dann stellt sich nur die Frage warum die Preise in D + A nicht auch angepasst wurden

    25. März 2014 - 14:03
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    Patrick Stähler- UNREGISTRED

    Herr Beer kennt das Pricing von XING nicht. XING hat die Preise vor ein paar Jahren um 8% erhöht. Aber irgendwie scheint das bei XING die Norm zu sein, nicht zu wissen, was sie tun. In einem früheren Tweet hat Herr Beer geschrieben, dass die Erhöhungen nur für Leute so hoch wären, die vorher Aktionspreise gehabt hätten. Auch nachweislich falsch.

    24. März 2014 - 20:59
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