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13.12.2011 11:05 (Janine Aegerter)
Open-Data-Strategie der EU

"Ihre Daten sind viel mehr wert, wenn Sie sie weggeben"

Die Europäische Kommission strebt eine Strategie für offene Daten an.
Die Europäische Kommission strebt eine Strategie für offene Daten an. (Quelle: Europa.eu)
Die EU-Kommission hat eine Strategie vorgestellt, um Daten des öffentlichen Sektors frei zugänglich zu machen.

Die Europäische Kommission hat gestern eine Strategie für offene Daten in Europa vorgestellt, die der EU-Wirtschaft einen erwarteten 40-Milliarden-Euro-Wachstumsschub pro Jahr bescheren soll. Europäische öffentliche Verwaltungen sitzen laut einer Mitteilung der Europäischen Kommission "auf einer Goldmine", die ein bislang unerschlossenes wirtschaftliches Potenzial berge: grosse Mengen von Informationen, die von zahlreichen Behörden und Dienststellen angehäuft würden.

Die Strategie, die Daten EU-weit zu erschliessen, besteht aus drei Teilen: Erstens will die Kommission mit gutem Beispiel vorangehen und der Öffentlichkeit ihre sogenannten Informationsschätze kostenlos über ein neues Datenportal zugänglich machen. Dieses befindet sich gegenwärtig noch in der Entwicklungs- und Testphase und soll im Frühjahr 2012 an den Start gehen. Zweitens sollen überall in der EU gleiche Wettbewerbsbedingungen in Bezug auf offene Daten geschaffen werden. Drittens stellt die EU für diese neuen Massnahmen 100 Millionen Euro bereit. Diese sollen im Zeitraum 2011–2013 Forschungsarbeiten in Bezug auf bessere Technologien für den Umgang mit diesen Daten finanzieren.

Rohdaten sollen zu Material werden

Ziel sei die Förderung einer dynamischen Branche, die Rohdaten in Material verwandle, das Hunderte Millionen IKT-Nutzer dringend benötigen würden. Dazu gehörten beispielsweise Smartphone-Apps für Landkarten, Echtzeit-Verkehrs- und Wetterinformationen und Preisvergleiche. Auch Journalisten und Wissenschaftler würden davon profitieren können.

"Wir senden heute ein deutliches Signal an alle öffentlichen Verwaltungen. Ihre Daten sind viel mehr wert, wenn Sie sie weggeben. Geben Sie Ihre Daten jetzt frei", so die Vizepräsidentin der Kommission, Neelie Kroes. Für diese Informationen hätten die Steuerzahler ohnehin schon bezahlt. Nun solle man sie wenigstens "all jenen zurückgeben, die sie auf neue Art verwenden wollen, um den Menschen zu helfen und um Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen".

Die Kommission schlägt vor, die Richtlinie von 2003 über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors wie folgt zu ändern:

  • Grundsätzlich sollen alle Dokumente, die von öffentlichen Stellen zugänglich gemacht werden, zu gewerblichen wie nicht-gewerblichen Zwecken weiterverwendet werden können, soweit sie nicht durch Urheberrechte Dritter geschützt seien.

  • Die meisten Daten sollen kostenlos oder so gut wie kostenlos bereitgestellt werden, soweit die Erhebung von Gebühren nicht ordnungsgemäß begründet werden könne.

  • Die Behörden sollen sich verpflichten, die Daten in üblichen, maschinenlesbaren Formaten bereit zu stellen, damit sie effektiv weiterverwendet werden können.

  • Eine behördliche Aufsicht soll zwecks Durchsetzung dieser Grundsätze geschaffen werden.

  • Die bestehenden Vorschriften von 2003 sollen auch auf Daten von Bibliotheken, Museen und Archiven ausgedehnt werden.

Die Europäische Kommission hat gestern eine Strategie für offene Daten in Europa vorgestellt, die der EU-Wirtschaft einen erwarteten 40-Milliarden-Euro-Wachstumsschub pro Jahr bescheren soll. Europäische öffentliche Verwaltungen sitzen laut einer Mitteilung der Europäischen Kommission "auf einer Goldmine", die ein bislang unerschlossenes wirtschaftliches Potenzial berge: grosse Mengen von Informationen, die von zahlreichen Behörden und Dienststellen angehäuft würden.

Die Strategie, die Daten EU-weit zu erschliessen, besteht aus drei Teilen: Erstens will die Kommission mit gutem Beispiel vorangehen und der Öffentlichkeit ihre sogenannten Informationsschätze kostenlos über ein neues Datenportal zugänglich machen. Dieses befindet sich gegenwärtig noch in der Entwicklungs- und Testphase und soll im Frühjahr 2012 an den Start gehen. Zweitens sollen überall in der EU gleiche Wettbewerbsbedingungen in Bezug auf offene Daten geschaffen werden. Drittens stellt die EU für diese neuen Massnahmen 100 Millionen Euro bereit. Diese sollen im Zeitraum 2011–2013 Forschungsarbeiten in Bezug auf bessere Technologien für den Umgang mit diesen Daten finanzieren.

Rohdaten sollen zu Material werden

Ziel sei die Förderung einer dynamischen Branche, die Rohdaten in Material verwandle, das Hunderte Millionen IKT-Nutzer dringend benötigen würden. Dazu gehörten beispielsweise Smartphone-Apps für Landkarten, Echtzeit-Verkehrs- und Wetterinformationen und Preisvergleiche. Auch Journalisten und Wissenschaftler würden davon profitieren können.

"Wir senden heute ein deutliches Signal an alle öffentlichen Verwaltungen. Ihre Daten sind viel mehr wert, wenn Sie sie weggeben. Geben Sie Ihre Daten jetzt frei", so die Vizepräsidentin der Kommission, Neelie Kroes. Für diese Informationen hätten die Steuerzahler ohnehin schon bezahlt. Nun solle man sie wenigstens "all jenen zurückgeben, die sie auf neue Art verwenden wollen, um den Menschen zu helfen und um Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen".

Die Kommission schlägt vor, die Richtlinie von 2003 über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors wie folgt zu ändern:

  • Grundsätzlich sollen alle Dokumente, die von öffentlichen Stellen zugänglich gemacht werden, zu gewerblichen wie nicht-gewerblichen Zwecken weiterverwendet werden können, soweit sie nicht durch Urheberrechte Dritter geschützt seien.

  • Die meisten Daten sollen kostenlos oder so gut wie kostenlos bereitgestellt werden, soweit die Erhebung von Gebühren nicht ordnungsgemäß begründet werden könne.

  • Die Behörden sollen sich verpflichten, die Daten in üblichen, maschinenlesbaren Formaten bereit zu stellen, damit sie effektiv weiterverwendet werden können.

  • Eine behördliche Aufsicht soll zwecks Durchsetzung dieser Grundsätze geschaffen werden.

  • Die bestehenden Vorschriften von 2003 sollen auch auf Daten von Bibliotheken, Museen und Archiven ausgedehnt werden.

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