08.11.2013 12:01 (Janine Aegerter)
Mobile Payment

Wie steht es um Mobile Payment in der Schweiz?

Cellphone and money.
(Quelle: Fotolia)
Mobile Payment ist zwar ein Zukunftsthema, doch die verschiedenen Interessenten stehen sich gegenseitig im Weg.

Wenn Mobile Payment in der Schweiz Erfolg haben soll, müssen sich die verschiedenen Anbieter und Interessengruppen erst zusammenraufen, sonst wird die Sache im Sand verlaufen.

Das ist die grobe Zusammenfassung eines Informationsanlasses von Adnovum von gestern Donnerstag. Ziel des Anlasses war, einen Überblick über den aktuellen Stand von Mobile Payment in der Schweiz zu bieten.

Auch Messenger kämpfen gegeneinander

Tom Sprenger, CTO von Adnovum, verglich die Probleme von Mobile Payment in der Schweiz mit den verschiedenen Messenger-Plattformen (Whatsapp, Swisscom iO, Skype, etc.). Bekanntermassen ist es im Gegensatz zu E-Mails ja nicht möglich, Nachrichten von einer Plattform an eine andere zu schicken, sagte er. Genauso verhalte es sich beim Mobile Payment, so Sprenger.

Zwar gebe es Ansätze verschiedener Anbieter, doch diese würden einander ausschliessen. "Solange wir Insellösungen haben, wird Mobile Payment nicht funktionieren. Es ist eine schwierige Strategie, wenn jeder nur für sich selbst denkt und seine eigene Community fördern will", so Sprenger.

Nutzen und Technologie

Doch diese Insellösungen sind laut Sprenger nicht das einzige Problem. Einerseits stellt sich die Frage nach dem Nutzen, andererseits die Frage, welche Technologie am meisten Sinn macht.

Was den Nutzen betrifft, muss eine Mobile-Payment-Lösung für Händler interessant sein. Denn für sie ist der Schritt zum mobilen Zahlen erst einmal gleichbedeutend mit Investitionen, da sie umrüsten müssen. "Wenn sie sehen, dass sie damit auch digitales Marketing machen können, wird es auch für sie interessant", so Sprenger.

Er meint damit die Kundendaten, die im Zusammenhang mit Mobile Payment erfasst werden. Diese zeigen unter anderem, wo der Kunde was einkauft. Genau diese Kundendaten sind es auch, die den Zankapfel zwischen Partnern bilden. Denn Partner müssen sich entscheiden, wem der Kunde "gehört". Denn wenn beide den Kunden unter Kontrolle haben wollen, stehen sie einander buchstäblich auf den Füssen herum.

Auch der Kunde muss natürlich eine Motivation haben, um mobiles Bezahlen überhaupt zu nutzen. Dazu gehört laut Sprenger eine Lösung, die schnelles Bezahlen ermöglicht, sowie eine "Wallet". "Mobile Payment macht ohne Wallet keinen Sinn", so Sprenger. Eine Wallet sei wie ein Portemonnaie, sie enthalte Gutscheine, Integration von Social Media, und so weiter. Mobile Bezahlung wäre demnach nur ein Teil einer "E-Wallet". Zudem muss der Kunde sein elektronisches Portemonnaie auch in möglichst vielen Geschäften nutzen können.

Was die Technologie betrifft, bezeichnet Sprenger NFC als eine "Sackgasse". Denn die Situation in der Schweiz sei speziell: 60 Prozent aller Handys seien nicht mit NFC ausgerüstet. "Wir sind ein iPhone-Land und Apple setzt nicht auf NFC", so Sprenger. Weitere technische Ansätze, um die Verbindung vom Handy zu einem Point of Sale (PoS) herzustellen, gibt es demnach noch via QR-Code oder Bluetooth. Danach gibt es andere Lösungen, die nicht einen PoS voraussetzen, wie beispielsweise kostenpflichtige SMS, die mobiles Zahlen am Selecta-Automat ermöglichen.

Wenn Mobile Payment in der Schweiz Erfolg haben soll, müssen sich die verschiedenen Anbieter und Interessengruppen erst zusammenraufen, sonst wird die Sache im Sand verlaufen.

Das ist die grobe Zusammenfassung eines Informationsanlasses von Adnovum von gestern Donnerstag. Ziel des Anlasses war, einen Überblick über den aktuellen Stand von Mobile Payment in der Schweiz zu bieten.

Auch Messenger kämpfen gegeneinander

Tom Sprenger, CTO von Adnovum, verglich die Probleme von Mobile Payment in der Schweiz mit den verschiedenen Messenger-Plattformen (Whatsapp, Swisscom iO, Skype, etc.). Bekanntermassen ist es im Gegensatz zu E-Mails ja nicht möglich, Nachrichten von einer Plattform an eine andere zu schicken, sagte er. Genauso verhalte es sich beim Mobile Payment, so Sprenger.

Zwar gebe es Ansätze verschiedener Anbieter, doch diese würden einander ausschliessen. "Solange wir Insellösungen haben, wird Mobile Payment nicht funktionieren. Es ist eine schwierige Strategie, wenn jeder nur für sich selbst denkt und seine eigene Community fördern will", so Sprenger.

Nutzen und Technologie

Doch diese Insellösungen sind laut Sprenger nicht das einzige Problem. Einerseits stellt sich die Frage nach dem Nutzen, andererseits die Frage, welche Technologie am meisten Sinn macht.

Was den Nutzen betrifft, muss eine Mobile-Payment-Lösung für Händler interessant sein. Denn für sie ist der Schritt zum mobilen Zahlen erst einmal gleichbedeutend mit Investitionen, da sie umrüsten müssen. "Wenn sie sehen, dass sie damit auch digitales Marketing machen können, wird es auch für sie interessant", so Sprenger.

Er meint damit die Kundendaten, die im Zusammenhang mit Mobile Payment erfasst werden. Diese zeigen unter anderem, wo der Kunde was einkauft. Genau diese Kundendaten sind es auch, die den Zankapfel zwischen Partnern bilden. Denn Partner müssen sich entscheiden, wem der Kunde "gehört". Denn wenn beide den Kunden unter Kontrolle haben wollen, stehen sie einander buchstäblich auf den Füssen herum.

Auch der Kunde muss natürlich eine Motivation haben, um mobiles Bezahlen überhaupt zu nutzen. Dazu gehört laut Sprenger eine Lösung, die schnelles Bezahlen ermöglicht, sowie eine "Wallet". "Mobile Payment macht ohne Wallet keinen Sinn", so Sprenger. Eine Wallet sei wie ein Portemonnaie, sie enthalte Gutscheine, Integration von Social Media, und so weiter. Mobile Bezahlung wäre demnach nur ein Teil einer "E-Wallet". Zudem muss der Kunde sein elektronisches Portemonnaie auch in möglichst vielen Geschäften nutzen können.

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