IT der zwei Geschwindigkeiten
Martin Andenmatten, Gründer und Geschäftsführer von Glenfis, über die digitale Transformation der IT-Abteilung.
Die Umwälzungen in angestammten Geschäftsprozessen lassen sich nicht aufhalten. Was wir derzeit im bargeldlosen Zahlungsverkehr erleben, ist nur ein Beispiel der seit längerem absehbaren disruptiven Geschäftsmodelle. "Software eats the Wolrd" und treibt alteingesessene Traditionsunternehmen in die Enge. Firmen werden sich fragen, wie sie die digitale Transformation für sich gestalten können. Die Business-Units wollen und müssen von den neuen Technologien profitieren. Für die zentralen IT-Organisationen wird entscheidend sein, wie der CIO seine Rolle in diesem Umwälzungsprozess wahrnimmt. Bleibt er der Hüter der traditionellen IT-Systeme und sicherheitskritische Mahner der schnelllebigen IT-Gadgets – oder treibt er die Veränderung mitsamt seiner IT-Organisation voran? Je mehr er sich dagegen stemmt, desto eher werden im Business Tatsachen und auch schwer kontrollierbare Schatten-IT geschaffen. Je stärker er die Veränderung zulässt, desto mehr wird die IT als zukunftsweisende Geschäftsprozesskompetenz integriert.
Die meisten Firmen haben noch "Altlasten" an kapitalisierten Infrastrukturen und selbstentwickelten Softwareapplikationen. Sie sind schon aus Kontinuitätsgründen genötigt, diese auch weiterhin aufrechtzuerhalten. Andererseits steigt der Druck, bei neuen Technologien und innovativen Serviceangeboten mithalten zu können. Es braucht ein neues Betriebskonzept: die IT mit zwei Geschwindigkeiten – einerseits die Bereitstellung von auf Tradition und Stabilität verpflichteten IT-Lösungen, andererseits die auf Geschwindigkeit und Innovation ausgerichteten digitalen Transformationsprojekte.
Hier tut sich eine Schere in den IT-Organisationen auf: die bimodale Serviceorganisation. Die Herausforderung des CIOs wird darin bestehen, diese beiden Welten zusammenzuhalten und die Transformation nicht nur für das Business, sondern erst recht für die IT-Organisation zu gestalten.
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