Stimme für Jungunternehmen

Schweizer Start-ups haben jetzt einen eigenen Verband

Uhr | Aktualisiert
von David Klier

Ist die Schweiz ein guter Ort um ein Unternehmen zu gründen? Noch nicht, behaupten die Gründer der "Swiss Startup Association". Ein Verband von und für Start-ups.

Schweizer Start-up habe eine gemeinsame Stimme erhalten. Sie gehört dem frisch gegründeten Verband "Swiss Startup Association". Die Mitglieder des Verbandes wollen das "Jungunternehmertum in der Schweiz fördern und stärken", wie sie mitteilen.

Hinter dem Verein stehen Unternehmer, die alle eigene Start-ups haben, wie Verbandspräsident Urs Haeusler auf Anfrage sagt. Haeusler ist Mitgründer von "Swiss Finance Startups" und CEO von Dealmarket.

Ausser Haeusler sitzen im Vorstand des Verbands fünf weitere Unternehmer und zwei Rechtsanwälte:

  • Nicolas Bürer, Vizepräsident des Verbands und Managing Director von Joiz sowie Chairman von Movu.ch
  • Jan Lichtenberg, CEO von Insphero
  • Lea von Bidder, Mitgründerin und Vice President Marketing bei Ava
  • Hannes Gassert, Mitgründer von Skim.com, Board Member bei Liip und Partner bei wemakeit.com
  • Pascal Mathis, Mitgründer von Getyourguide, Chairman von Selfnation und Industry Manager bei Google
  • Karim Maizar, Partner bei Kellerhals & Carrard Anwälte
  • Michael Mosimann, Associate bei Wenger & Vieli Rechtsanwälte

Die Direktion des Verbands liegt in der Hand der "Swiss Start up Factory". Direktor ist Mike Baur, Mitgründer der "Swiss Start up Factory", sein Stellvertreter ist Max Meister, ebenfalls Mitgründer der "Swiss Start up Factory", und Sekretär des Verbands ist Andrew Vallejo-Sanderson, Head Strategic Projekts bei der "Swiss Start up Factory".

Vermögenssteuer zwingt Start-ups, das Land zu verlassen

Warum braucht es einen Verband für Start-ups? Laut Haeusler gibt es in der Schweiz politische und regulatorische Stolpersteine für Start-ups. Die Arbeitszeiterfassung etwa sei so ein Stolperstein. "Arbeitszeiterfassung ist ein Overkill für Start-ups", sagt Haeusler.

Viel schwerer wiege aber die Vermögenssteuer. Im Kanton Zürich habe sich die Lage zwar jüngst etwas verbessert, aber es sei immer noch katastrophal. Haeusler will keine Steuerbefreiung für Jungunternehmen. "Start-ups sollen dann zahlen müssen, wenn sie zahlen können. Also wenn wirklich Geld geflossen ist", sagt er. Aktuell seinen Unternehmen mit einer guten Finanzierungsrunde gezwungen, ins Ausland zu gehen.

Start-ups brauchen Fachkräfte aus dem Ausland

Ein weiteres Problem, das Haeusler nennt, sind die Kontingente für ausländische Fachkräfte. "Start-ups sind auf die Leute aus dem Ausland angewiesen", sagt er. Einstige Start-ups wie Tesla etwa würden haufenweise im Ausland rekrutieren. In der Schweiz sei das für Jungunternehmer kaum möglich. "Start-ups haben keine Chance, sich für die Kontingente zu bewerben", sagt Haeusler.

Haeusler und seine Mitstreiter wollen ein Umdenken bei der Landesregierung anstossen. Die sei nämlich an allen möglichen Anlässen präsent, an der Olma oder an Eröffnungen gewisser Tunnel. Wenn es aber um Start-ups gehe, würde sich kaum einer blicken lassen. Haeusler nennt den Anlass Finance 2.0. "Unsere Landesregierung glänzte mit Abwesenheit."

"Es gibt ein paar gute Projekte"

Gemeinsam wollen die Verbandsmitglieder den Behörden und der Regierung vor Augen führen, wie wichtig Start-ups für die Schweiz seien. Schliesslich würden die Jungunternehmen Arbeitsplätze schaffen. Und sie seien einer der Haupttreiber für Innovation.

Haeusler findet bei all den Klagen über die schlechten Bedingungen auch ein paar gute Worte. Es gebe einige Projekte und Initiativen, die in die richtige Richtung zeigen würden. Er nennt etwa Digital Zurich 2025, den Innovationspark und den Kickstart Accelerator. Das seien Initiativen, die der Verband unterstützen will.

Der Verband will eine Geschäftsstelle aufbauen

Aktuell zählt der Verband laut Mitteilung über 90 Start-ups. Auf der Website des Verbands sind aktuell 42 gelistet. Die restlichen würden nach und nach aufgeschaltet. Schliesslich hätten sämtliche Funktionäre des Verbandes einen Hauptberuf oder ein eigenes Unternehmen. Die Arbeit für den Verband würden sie in ihrer Freizeit verrichten.

Auf längere Sicht soll sich das laut Haeusler ändern. "Wir wollen in den nächsten Monaten Kapital sammeln, um eine Geschäftsstelle zu schaffen", sagt er. Die Strukturen und die Organisation im Verband sollen so professioneller werden, damit die gemeinsame Stimme die nötige Kraft bekomme. 

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