Digitalisierungsstrategie

Jetzt richtig digitalisieren – zukünftig profitieren

Uhr | Aktualisiert
von Wilhelm Petersmann, Managing Director Fujitsu Österreich und Schweiz, VP Fujitsu

Die digitale Transformation determiniert die Gesellschaft auf allen Ebenen – und ganz besonders die Wirtschaft. Trotz gewaltiger Herausforderungen funktioniert die Entwicklung.

Unter der digitalen Transformation verstehen wir einen Prozess, in dessen Rahmen sich unsere Gesellschaft auf Basis digitaler Technologien verändert. Ganz gradlinig verlief dieser Weg bisher nicht. Noch zu Beginn des Jahres 2016 schätzten Experten, dass damals bis zu 70 Prozent der digitalen Unternehmens­initiativen ihre Ziele nicht erreichten. Als Reaktion auf die Nachfrage nach mehr Effizienz, Innovation und Agilität wurden Silos unterschiedlicher Anwendungen, Lösungen und Plattformen geschaffen, ohne auf die durchgängige Verbindung und Funk­tionalität der Entwicklungen untereinander zu achten. Dabei war durchaus das Verständnis vorhanden, dass digitale Technologien und Entwicklungen – wie etwa das Internet of Things, Big Data, Cloud Computing oder künstliche Intelligenz – selbst die Basis von neuen Geschäftsmodellen und erweiterter Wertschöpfung sein werden.

 

Chancen und Risiken der Digitalisierung

Digitalisierung ist keine leichte Aufgabe. Sie birgt grosse Chancen, etwa im Hinblick auf Wachstum und Wertschöpfung. Entscheidungen werden aber im Spannungsfeld zwischen Erfolg und Risiko getroffen – häufig auf der Grundlage unvollständiger Informationen und unvorhersehbarer Ereignisse. Es ist auch nicht immer leicht, den Gesamtüberblick zu behalten. Vor allem dann, wenn es eher um taktische Fragen geht: etwa ob eine Private oder Public Cloud besser ist, ob zentraler Storage dem dezentralen vorzuziehen ist oder ob mobile Anwendungen besser geeignet sind als zentrale Applikationen.

Das Ergebnis einer aktuellen Studie von Fujitsu ergab, dass 90 Prozent der Entscheider optimistisch sind, mit ihrer Digitalisierungsstrategie auf einem guten Wege zu sein. Befragt wurden über 600 europäische CEOs und IT-Entscheidungsträger, wie Digitalisierung in ihrem Unternehmen gestaltet wird. Oft wird dabei die «digitale Reife» des eigenen Unternehmens falsch eingeschätzt. So ist es nicht verwunderlich, dass über zwei Drittel dieser Verantwortlichen das Ganze auch als Drahtseilakt betrachten. Andererseits wird Digitalisierung als entscheidend für den geschäft­lichen Erfolg angesehen. Drei Viertel der Befragten würden den Prozess im Unternehmen sogar gerne noch beschleunigen.

 

50 Milliarden vernetzte Geräte

Für die meisten Unternehmen bedeutet digitale Transformation den Aufbau neuer digitaler Fähigkeiten und die Modernisierung der bestehenden Systeme. Dabei müssen die neuen digitalen Front-End-Funktionen nahtlos mit den alten zentralen Back-End-Infrastrukturen, Informationen und Systemen verbunden werden. Unternehmen müssen sich ausserdem auf Basis ihres Kerngeschäfts darüber klarwerden, worin für sie der Wert und Nutzen einer hypervernetzten digitalen Welt besteht und wie sie von den Chancen dieser Entwicklung profitieren können. Immerhin werden im Jahr 2020 Menschen, Prozesse, Dinge und Informationen durch mindestens 50 Milliarden Geräte und eine Billion Sensoren verbunden sein.

Eine durchgehende Digitalisierungsstrategie, End-to-End von der Planung bis zur Realisierung durchdacht, muss folgende Kernpunkte enthalten: die Prozessdigitalisierung als Basis durchgängiger Workflows; ein Konnektivitätskonzept für die effiziente Einbindung aller adressierten Individuen, Dinge und Informationen; ein Sicherheitskonzept für den autorisierten Zugang zu Informationen, Diensten und Services; die Auswahl der geeigneten digitalen Plattformen. Ausserdem ist es sinnvoll, das operative Geschäft von der digitalen Entwicklungsstrategie zu trennen, um Störungen oder Ausfälle des Betriebs bei der Einführung von Neuerungen zu vermeiden. Unternehmen, die das Potenzial der digitalen Möglichkeiten richtig nutzen, können Innovationen schneller fördern, mehr Wachstum generieren, ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und dabei Risiken in Geschäftsabläufen weitgehend eliminieren.

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