IGEM-Digimonitor 2017

Snapchat und Instagram überholen Facebook bei den 15- bis 24-Jährigen

Uhr | Aktualisiert
von Werbewoche

Die Studienresultate des IGEM-Digimonitor 2017 haben überraschende Entwicklungen bei den Social Media Plattformen gezeigt. Die Unterschiede zwischen der Deutschschweiz und der Romandie sind gross.

IGEM-Präsident Stephan Küng und Jella Hofmann, Director of Product Management and Ad-Hoc Research WEMF, bei der Präsentation der Resultate. (Source: hae/Werbewoche)
IGEM-Präsident Stephan Küng und Jella Hofmann, Director of Product Management and Ad-Hoc Research WEMF, bei der Präsentation der Resultate. (Source: hae/Werbewoche)

Der IGEM-Digimonitor hat die Mediennutzung der Schweizer Bevölkerung untersucht.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Das Smartphone ist das am intensivsten genutzte elektronische Gerät. Nur 2 Prozent der 15-24-jährigen in der Schweiz sind nicht über Whatsapp erreichbar.

  • Musik- und Videostreaming sind im Trend: Die Hälfte der Jungen nutzt Dienste wie Spotify und knapp 40 Prozent schauen mindestens gelegentlich Netflix.

  • Snapchat und Instagram überholen Facebook bei den Jungen deutlich. Pinterest wächst am stärksten und ist bei Frauen und in der Romandie besonders beliebt.

  • Fernsehen und Radio bleiben attraktiv: Zwei Drittel der Bevölkerung schauen täglich fern oder hören Radio. Dabei bleibt das TV-Gerät Favorit fürs Fernsehen – in allen Altersgruppen.

  • Knapp jeder Fünfte hat schon mal eine Virtual Reality-Brille ausprobiert.

  • Smartwatch ist noch kein Massenphänomen in der Schweiz: Nur jeder Zwanzigste trägt eine Smartwatch.

Junge nutzen Smartphone täglich

Das Smartphone ist das am intensivsten genutzte elektronische Gerät der Schweiz. Knapp drei viertel der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren nutzen täglich ein internetfähiges Handy. Für die Jungen ist das Smartphone das Informations- und Kommunikationsgerät Nummer 1. Mit 98 Prozent sind praktisch alle Jungen im Alter von 15-24 Jahren täglich am Smartphone. Parallel zur steigenden Nutzung des Smartphones verlieren stationäre Computer und Tablets langsam an Bedeutung. Nur das TV-Gerät und das Radio-Gerät erreichen insgesamt noch mehr Personen als das Smartphone. Diese Entwicklung zeigt der in Zusammenarbeit mit der WEMF erhobene IGEM-Digimonitor 2017.

(Source: IGEM-Digimonitor 2017)

Fernsehinhalte werden auf allen Geräten genutzt, aber das TV-Gerät bleibt Favorit

4 von 5 Personen ab 15 Jahren sind täglich im Internet. Zwei Drittel hören täglich Radio oder sehen fern. Bei den Jungen nutzen praktisch alle (98 Prozent) täglich das Internet und knapp die Hälfte schaut täglich fern oder hört Radio. (siehe Grafik 2) Radio- und Fernsehprogramme werden dabei überall genutzt, wo es einen Screen, Lautsprecher und Empfang hat – also auch auf Computer, Smartphone und Tablet oder Radio- und TV-Gerät. Das klassische TV-Gerät bleibt aber weiterhin der Favorit um fernzusehen. 82 Prozent der Personen, die über mehrere Geräte fernsehen, bevorzugen dazu ein klassisches TV-Gerät.

(Source: IGEM-Digimonitor 2017)

Streamingdienste wie Spotify und Netflix ergänzen klassische Medien

Beim Musikhören sind bei den Jungen Streamingdienste wie Spotify hoch im Kurs. Rund die Hälfte der Jungen nutzt einen solchen Dienst mindestens gelegentlich und jeder Dritte sogar täglich. In der Gesamtbevölkerung hören lediglich 10 Prozent täglich Musikstreaming. Dabei ist das Musikstreaming vor allem in der Romandie überdurchschnittlich beliebt. Auch das viel zitierte Netflix findet sein Publikum vor allem bei den Jungen. 37 Prozent von ihnen nutzen Netflix mindestens gelegentlich. In der Gesamtbevölkerung ist der Anteil Netflix-User nicht einmal halb so gross. Dabei überwindet Netflix im Gegensatz zu Virtual Reality, Smartwatch, und Musikstreaming nicht nur den Röstigraben, sondern auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Nutzung von Netflix hängt nur vom Alter ab: je jünger, desto eher Netflix – egal, ob in der Romandie oder der Deutschschweiz, bei Frauen oder Männern.

Snapchat und Instagram lassen Facebook bei den Jungen weit hinter sich, Pinterest wächst am stärksten

Whatsapp erreicht bei Jungen schon fast eine vollkommene Marktdurchdringung. Nur 2 Prozent der 15-24-jährigen in der Schweiz sind nicht über WhatsApp erreichbar. Facebook dagegen hat in der gleichen Altersgruppe massiv verloren. Nutzten 2016 noch knapp 70 Prozent der Jungen mindestens gelegentlich Facebook, sind dies nur ein Jahr später nur noch 55 Prozent. Gleichzeitig haben Snapchat und Instagram Facebook deutlich überholt. Zwei Drittel der Jungen nutzen mindestens gelegentlich Snapchat oder Instagram. Und mehr als die Hälfte der 15-24-Jährigen nutzt gar täglich Snapchat oder Instagram. Instagram scheint aber bei den 15-24-jährigen langsam den Zenit zu erreichen. Überraschend ist das enorme Wachstum von Pinterest. Pinterest verzeichnet in praktisch allen Bevölkerungsgruppen eine Verdoppelung der Nutzung. Eine Besonderheit von Pinterest ist, dass die Plattform signifikant mehr Frauen als Männer anspricht. Zusätzlich ist Pinterest - wie auch Facebook - in der Romandie deutlich beliebter als in der Deutschschweiz. Dafür wird YouTube in der französischen Schweiz markant weniger genutzt.

(Source: IGEM-Digimonitor 2017)

Kinogänger sind affin zu Virtual Reality

Eine Virtual Reality-Brille hat bereits knapp jeder fünfte Schweizer ab 15 Jahren schon mal ausprobiert. Dabei sind Kinogänger besonders affin zu Virtual Reality. Die Höchstwerte für Virtual Reality werden bei jüngeren Männern in der Deutschschweiz erzielt, von denen mit rund 40 Prozent schon doppelt so viele eine Virtual Reality-Brille ausprobiert haben. Weiterhin kaum verbreitet ist das Tragen einer Smartwatch, die bis jetzt noch aus einer Kombination von digitaler Armbanduhr mit Smartphone besteht. Nur 5 Prozent der Gesamtbevölkerung tragen mindestens gelegentlich eine Smartwatch. Auch wenn die Nutzung von Smartwatch gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen ist, nutzen immer noch mehr Personen gar kein Handy (6 Prozent) als eine Smartwatch.

Internet-Werbung wird vor allem in der Deutschschweiz, von Jungen und von Männern mit einem Adblocker ausgeblendet

Auch wenn das Internet stark genutzt wird, stösst Werbung dort auf eine gewisse Ablehnung. Dann werden Adblocker installiert, die Werbung im Internet ausblenden. 2017 haben ein Fünftel der Gesamtbevölkerung und knapp ein Drittel der Jungen mindestens auf einem Gerät eine solche Software installiert. Immerhin bleibt die Anzahl installierter Adblocker bei der Gesamtbevölkerung stabil. Aber auch hier liegen die Spitzenwerte bei jungen Männern in der Deutschschweiz, von denen fast die Hälfte einen Adblocker installiert hat. Für Medien, die ausschliesslich über Internet-Werbung finanziert werden, ist das zunehmend ein Problem.

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