Kolumne

Gegen Hagel versichert?

Uhr | Aktualisiert

Schlechtes Wetter kann so seine Folgen haben. Ganze Täler werden von der Umwelt abgeschnitten. Bäume werden entwurzelt. Lastwagen kippen auf der Autobahn reihenweise um. Bergbahnen müssen ihren Betrieb einstellen. Hoteliers können ihre Betten nicht vermieten. Eine Wolke allein mag zwar noch keinen Sturm heraufbeschwören. Je mehr Clouds aber am Firmament sichtbar werden, desto eher muss so ein Szenario mit Orkan und Hagel ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Derzeit ziehen reihenweise Clouds auf, weil ohne diese die Transforma­tion in die digitale Zukunft wohl nicht möglich ist. Ob Stratus, Cumulus oder Cirrus – respektive IaaS, PaaS oder SaaS – jede Cloud bietet so ihre Chancen, hat aber auch ihre Tücken. Wenn die Aussichten immer bessere, schnellere und erst noch billigere Dienste verheissen, dann neigen wir allzu gerne dazu, uns blauäugig an sämtlichen Warnschildern vorbeizumogeln. Mögen doch die Ewig-Verhinderer endlich Ruhe geben!

Frei nach dem Motto «der Zweck heiligt die Mittel» befinden sich einige Unternehmen heute in der Situation, doch relativ schnell im Cloud-Zeit­alter angekommen zu sein. Nicht dass dazu eine Strategie gewählt worden wäre. Es hat sich mit der Zeit einfach so ergeben. Eine Datenklassifizierung ist dann oft auch nicht wirklich notwendig geworden, sodass man heute eigentlich gar nicht so genau weiss, welche Cloud-Dienste im Unternehmen in Anspruch genommen werden und wo welche Daten gespeichert sind. Man ist auch der festen Überzeugung, dass die Verantwortung und das Risiko beim Provider liegen – sofern die Rechnung pünktlich bezahlt wird.

Das kann böse enden. Ohne Transparenz und klaren Kategorisierung befindet man sich schnell im illegalen Sumpfwasser. Nur schon das neue Datenschutzgesetz, das die Herausgabe oder gar Löschung von Daten auf Verlangen fordert, könnte Verantwortliche im Unternehmen rasch in Bedrängnis bringen. Ohne klare Exit-Regelung ist man nie sicher, ob bei der Kündigung eines Cloud-Services die Daten effektiv gelöscht werden. Bin ich noch Herr meiner Daten oder bin ich auf Gedeih und Verderb ­meinen Cloud-Providern ausgeliefert?

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Verantwortlichkeiten lassen sich nicht versichern oder einfach wegdelegieren. Man muss sich aber auch nicht unnötig bei aufkommendem Sturm und Hagel ins Freie setzen und sich nachher über nasse oder gar eingeschlagene Köpfe beschweren. Denn, wie sagt schon der erfahrene Bauer: Ein goldener Sattel ist wohl viel wert, aber er macht aus einem Esel kein Pferd.

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