Umfrage zeigt regionale Unterschiede

Wo bei der DSGVO-Umsetzung Nachholbedarf besteht

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Wenige Wochen vor dem Stichtag am 25. Mai sieht sich nur jedes fünfte europäische Unternehmen voll auf die EU-DSGVO vorbereitet. Viele sehen sich auf gutem Weg, erwarten aber, die Umsetzung nicht rechtzeitig fertig zu stellen. Drei Hindernisse stehen dabei im Weg.

(Source: Gina Sanders / Fotolia.com)
(Source: Gina Sanders / Fotolia.com)

Am 25. Mai ist es soweit. Die neue Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union (EU-DSGVO) ist offiziell anzuwenden. Sie hat damit für alle Unternehmen Gültigkeit, die Daten von Personen aus der EU verarbeiten. Eine Umfrage der Unternehmensberatung Pierre Audoin Consultants (PAC) hat wenige Wochen vor dem Stichtag 202 IT-Leiter und Führungskräfte von europäischen Unternehmen zu ihren Vorbereitungen befragt (Download als PDF).

Nur 19 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich auf die EU-DSGVO "vollständig vorbereitet", wie die Autoren der Studie schreiben. 60 Prozent hätten angegeben, rechtzeitig Compliance zu schaffen. Ein Drittel sei dagegen der Meinung, am 25. Mai nicht bereit zu sein.

Stand der DSGVO-Umsetzung. (Source: PAC/DXP)

Briten zeigen die grösste Zuversicht

Am besten sehen sich die Briten auf die EU-DSGVO vorbereitet. Hier seien 67 Prozent der Meinung, bis am 25. Mai die Verordnung umzusetzen. Am meisten Nachholbedarf sehen die Befragen im DACH-Raum. Hier gabe nur 54 Prozent an, "ready" zu sein. Die Autoren führen dies auf den traditionell vorsichtigen Umgang mit Daten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

Unternehmen mit zwischen 2500 und 10'000 Angestellten zeigten in der Umfrage am meisten Zuversicht. Firmen mit mehr als 10'000 Mitarbeitern zweifelten dagegen stärker daran, die Verordung rechtzeitig umsetzen zu können.

Bei Region, Branche und Grösse zeigen sich Unterschiede. (Source: PAC/DXP)

47 Prozent der Befragten gaben gemäss PAC an, dass organisatorische Probleme die grösste Hürde für eine GDPR-Bereitschaft darstellen. Ein Mangel an Erfahrung sei das zweite Hindernis.

Es braucht Personal und Budget

Nur 5 Prozent der befragten Organisationen stellten neu einen "Data Protection Officer" (DPO) ein. 26 Prozent übertrugen die Verantwortung für die EU-DSGVO dem bestehenden "Privacy Officer", rund 28 Prozent überliessen die Aufgabe dem IT-Leiter oder CIO. 7 Prozent der Unfrageteilnehmer gaben an, bereits über einen DPO zu verfügen.

Hindernisse bei der Umsetzung. (Source: PAC/DXP)

Die Umsetzung der Verordnung kostet Geld. Rund 58 Prozent der Unternehmen geben zwischen 250'000 und 1 Million Euro dafür aus. Weitere 16 Prozent gaben an, bis zu 5 Millionen Euro dafür bereitzustellen. Im Zentrum stehe hierbei das Identitäts- und Zugriffsmanagement. 68 Prozent der Befragten wollen laut Studie in entsprechende Technologien investieren.

(Source: PAC/DXP)

EU-DSGVO bringt nicht nur Nachteile

Die EU-DSGVO schafft für die Unternehmen Aufwand und Kosten, aber auch Vorteile. Eine Mehrheit von 58 Prozent sei der Meinung, die neuen Regeln würden die Klassifizierung und den Schutz personenbezogener Daten verbessern. 63 Prozent hofften, die Erkennung von Datenlecks werde künftig leichter.

(Source: PAC/DXP)

"In Bezug auf die tatsächliche Bereitschaft sind die Zeichen ermutigend und zeigen, dass europäische Unternehmen den Start der EU-DSGVO ernst nehmen", schreiben die Autoren der Studie.

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