Nationalrat will Replay-TV einschränken
Replay-TV droht das Aus: Nachdem sich die Fernmeldekommission deutlich gegen das zeitversetzte Fernsehen aussprach, sollen TV-Anbieter Bewilligungen bei den Sendern einholen.
Die Fernmeldekommission des Nationalrats hat sich gestern mit deutlichem Mehr gegen Replay-TV ausgesprochen. Wie es in einer Mitteilung heisst, beantragte die Kommission mit 17 zu 4 Stimmen bei 3 Enthaltungen, den Grundsatz der Signalintegralität ins Fernmeldegesetz aufzunehmen. TV-Anbieter wie Swisscom dürften zeitversetztes Fernsehen nicht mehr anbieten, solange der jeweilige Sender nicht zustimmt.
Mit dem Schritt wolle die Kommission erreichen, dass die TV-Sender die Bedingungen für die Übernahme ihrer Programme ins zeitversetzte Fernsehen mit Swisscom und Co. selbst verhandeln dürfen. Laut der Interessengemeinschaft Radio und Fernsehen (IRF) entgingen den Schweizer Sendern im vergangenen Jahr 100 Millionen Franken, weil Replay-TV die Werbeeinnahmen drückt.
Konsumentenschützerin Sara Stalder kritisierte die Pläne bereits zuvor, warnte vor teureren TV-Abos und sprach von einem "Rückschritt in die Steinzeit des Medienkonsums". Die Kommission wird das Thema im August wieder behandeln.
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