Doris Agotai: "Für mich sind durchmischte Teams selbstverständlich"
Frauen stellen in der Schweizer IT-Branche immer noch die Minderheit dar. Das vorherrschende "Nerd-Image" scheint viele davon abzuschrecken, sich für einen Informatikberuf zu entscheiden. Doris Agotai, Leiterin des Instituts für Interaktive Technologien der FHNW, spricht über diese Problematik in Schweizer IT-Unternehmen.
Wie haben Sie Ihren beruflichen Werdegang in der IT-Branche als Frau erlebt?
Doris Agotai: Sehr positiv. Die Informatik ist ein dynamisches Feld, das sich in den letzten Jahren stark verändert hat. Sie bietet vielfältige und vor allem auch kreative und interdisziplinäre Bereiche, was es für mich immer sehr spannend gemacht hat.
Was machen Sie, um mehr Diversität/Frauen in Ihrer Organisation zu fördern?
Für mich ist es selbstverständlich, dass Teams durchmischt sein sollten. Ich versuche, dies als festen Bestandteil der Kultur zu etablieren.
Warum sind Ihrer Meinung nach die bisherigen Initiativen zur Förderung von Frauen in der IT-Branche wenig erfolgreich?
Vielleicht gibt es immer noch das abschreckende Nerd-Image. Zudem fokussieren MINT-Initiativen häufig auf rein technische Programmierfragen. Dabei gibt es viele Bereiche an der Schnittstelle zur Informatik, die für ein interessengeleitetes Lernen geeignet wären. Dazu gehören etwa Bioinformatik, Medtech oder Design – alles Felder, die bei Frauen beliebt sind.
Welchen Rat geben Sie Frauen, die in der IT Karriere machen wollen?
Eine gute Ausbildung machen und die Chance packen, unsere Zukunft mitzugestalten.
Die Arbeitswelt ändert sich, auch in der IT. Werden sich dadurch die Chancen für Frauen verändern?
Ja, ich glaube, dass es viele neue fachliche Schnittstellen und Arbeitsmodelle geben wird, die nachgefragt sein werden und eine höhere Durchlässigkeit aufweisen.
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