Boom des Onlinehandels führt zu höheren Paketpreisen
Zalando, Digitec und andere Onlinehändler boomen. Das führt zu Mehrkosten bei der Post. Nun will das Unternehmen die Paketpreise für Geschäftskunden erhöhen.
Im Gegensatz zur Briefpost wuchs die Anzahl versendeter Pakete in den letzten Jahren stark an – ein Ende des Trends ist nicht abzusehen. Um die Paketflut in Zukunft bewältigen und weiterhin neue Dienstleistungen in diesem Bereich anbieten zu können, muss die Post viel Geld investieren. Rund 200 Millionen Franken sollen in ein Paketzentrum in Ostermundigen und in den Ausbau bestehender Anlagen fliessen. Weitere kleinere Paketzentren werden folgen.
Die Kosten will die Post nun teilweise auf die Geschäftskunden abwälzen und "leichte Preiserhöhungen einführen", wie Postlogistics-Chef Dieter Bambauer gegenüber der NZZ am Sonntag erklärt. Die Pakete, die von Privatkunden versendet werden, sind von der Erhöhung nicht betroffen – sie machen ohnehin nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. Hingegen könnten die Konsumenten von der Erhöhung, die laut Schätzung der NZZ am Sonntag im einstelligen Prozentbereich liegen dürfte, etwas zu spüren bekommen. Nämlich dann, wenn die Onlinehändler die höheren Kosten auf die Kundschaft abwälzen.
Lohn-Dumping wie in Europa soll vermieden werden
Laut Bambauer sind nebst den Investitionen auch die Arbeitsbedingungen ein Grund für die Erhöhung. Die Anstellungsbedingungen für Transporte auf der letzten Meile seien "ein Skandal", der anspruchsvolle Beruf werde unterschätzt und die dafür nötigen Fähigkeiten nicht richtig entschädigt. Ihn erstaune nicht, dass in Deutschland angesichts der dort bezahlten Löhne Zehntausende Fahrer fehlten, sagt der Postlogistics-Chef.
Bei der Post ist die Situation noch wesentlich besser, das Unternehmen hat einen 30 Prozent höheren Mindestlohn als die Konkurrenten. Bisher habe man diese Differenz durch Effizienzsteigerungen auffangen können, nun sei aber "das Ende der Fahnenstange erreicht", mahnt Bambauer. Eine Lohnreduktion kommt für ihn jedoch nicht in Frage, deshalb müssen künftig die Geschäftskunden tiefer ins Portemonnaie greifen.
Dieser Artikel erschien zuerst am 23. Juni 2019 auf werbewoche.ch.
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