In Europa entsteht ein neuer RZ-Gigant
Digital Realty kauft Interxion. Der US-amerikanische Rechenzentrumsbetreiber will damit vom Cloud-Boom in Europa profitieren - und dem Konkurrenten Equinix gefährlich werden.
Interxion wechselt den Besitzer. Der niederländische Rechenzentrumsanbieter, der hierzulande ein Datacenter in Glattbrugg betreibt, geht in die Hände von Digital Realty. Der kalifornische RZ-Gigant bezahlt für Interxion 8,4 Milliarden US-Dollar, wie es in einer Mitteilung heisst.
Für Digital Realty ist es nicht die erste Akquisition im Datacenter-Markt, wie der "Register" schreibt. Die Firma habe bereits DuPont Fabros und Ascenty für mehrere Milliarden gekauft. Zusammen mit Interxion werde Digital Realty in 17 europäischen Städten Rechenzentren haben und einen geschätzten Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Dollar machen. Zum Vergleich: Europas grösster Player Equinix erziele aktuell 1,8 Milliarden Dollar.
Bill Stein, CEO von Digital Realty, habe in einem Gespräch mit Analysten gesagt, dass er einen "Gatling-Gun-Ansatz" für Rechenzentren verfolge. Dieser müsse das gesamte Produktspektrum abdecken: von kleinen Käfig- und Schrankumgebungen bis hin zu hoch skalierbaren Multi-Megawatt-Einrichtungen auf globaler Basis.
Digital Realty wolle von der Migration in die Cloud profitieren, die aktuell in europäischen Firmen stattfinde und den Bedarf nach Rechenzentren anheize. Stein werde die Leitung des fusionierten Unternehmens übernehmen. David Ruberg, CEO von Interxion, soll die operative Führung in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika verantworten. Der neue Name soll "Interxion, a Digital Realty company" lauten.
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