Tim Berners-Lee enthüllt seinen Plan zur Internet-Rettung
Internet-Erfinder Tim Berners-Lee fordert Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen auf, das Internet vor Missbrauch zu schützen. Im "Contract for the Web" definiert er neun Prinzipien, die eine "digitale Dystopie" verhindern sollen. Google, Facebook und andere grosse Konzerne haben sich bereits zur Einhaltung verpflichtet.
Tim Berners-Lee, der Erfinder des WWW, ist beunruhigt: "Wenn wir das Internet so belassen, wie es ist, wird eine grosse Anzahl Dinge schief gehen", sagte er gegenüber dem "Guardian".
Es drohe eine "digitale Dystopie", wenn nicht möglichst bald etwas unternommen werde. Bereits im vergangenen März sprach er über seine Pläne eines Gesellschaftsvertrags zum Schutz des Internets, wie Sie hier lesen können.
Am 23. November stellte er nun den fertigen "Contract for the Web" vor: Einen Vertrag, dessen Unterzeichner sich verpflichten, das Internet zu schützen und sicherzustellen, dass es der Menschheit zu Gute kommt.
Prinzipien für Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen
Der Vertrag (hier als PDF), der Berners-Lee gemeinsam mit 80 Organisationen ausformulierte, besteht aus neun Hauptprinzipien und mehr als 70 Klauseln. Die Prinzipien lauten:
Für Regierungen
Prinzip 1: Stellen Sie sicher, dass sich jeder mit dem Internet verbinden kann.
Prinzip 2: Halten Sie das gesamte Internet jederzeit und überall verfügbar.
Prinzip 3: Respektieren und schützen Sie die grundlegenden Online-Datenschutzrechte der Menschen.
Für Unternehmen
Prinzip 4: Machen Sie das Internet erschwinglich und für jedermann zugänglich.
Prinzip 5: Respektieren und schützen Sie die Privatsphäre und die persönlichen Daten der Menschen, damit diese Online-Vertrauen aufbauen können.
Prinzip 6: Entwickeln Sie Technologien, die das Beste der Menschheit fördern und das Schlechte bekämpfen.
Für Privatpersonen
Prinzip 7: Seien Sie Schöpfer von Inhalten und arbeiten Sie im Web mit.
Prinzip 8: Bauen Sie starke Gemeinschaften auf, die den zivilen Diskurs und die Menschenwürde respektieren.
Prinzip 9: Kämpfen Sie für das Web.
Grosse Namen haben unterschrieben
160 Organisationen haben den "Contract for the Web" bereits unterzeichnet, heisst es in einem Blog-Beitrag. Erwähnt werden grosse Namen wie Microsoft, Google, Facebook, die Electronic Frontier Foundation oder Reporter Ohne Grenzen. Auch die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Ghanas hätten unterzeichnet.
Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen, die sich anschliessen möchten, können das entsprechend Formular auf der Homepage ausfüllen. Unterzeichner müssen nachweisen, dass sie sich an die Prinzipien halten und sich an Lösungen grosser Probleme beteiligen, schreibt der "Guardian". Ansonsten werden ihre Namen wieder von der Liste gestrichen.
Apple erhöht Preise von Macbooks und iPads
"Star Wars" mit winzigem Budget
Digisanté, E-GD und die Realität der Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesen
Xebia ordnet Regionen neu und verliert DACH-Chef
Update: OpenAI präsentiert ersten Inferenz-Chip für KI-Modelle
MTF Solutions übernimmt IT-Dienstleister Insysta
Das Zeitalter der physischen Archive ist vorbei
IBM treibt Chipfertigung unter 1 Nanometer voran
SwissICT und Swico aktualisieren ICT-Modellverträge