Die Fachhochschule Westschweiz-Wallis sucht die beste KI zur Tumorentdeckung
Die Fachhochschule Westschweiz-Wallis in Siders hat einen internationalen Wettbewerb durchgeführt. Dieser soll den besten KI-Algorithmus zur Erkennung von Tumoren im Mund- und Rachenbereich ermitteln.
Die Fachhochschule Westschweiz-Wallis (HES-SO Valais-Wallis) hat eine KI-Challenge zur automatischen Erkennung von Tumoren im HNO-Bereich organisiert. In diesem Wettbewerb haben internationale Forscherteams KI-Algorithmen trainiert und verglichen, heisst es in einer Mitteilung. Solche Algorithmen können es Ärzten erleichtern, Tumore zu erkennen und ihren Fortschritt während der Behandlung zu beurteilen.
Der Wettbewerb mit dem Titel "Hecktor 2020" fand im Rahmen der Konferenz MICCAI (Medical Image Computing and Computer Assisted Intervention) statt. "Es ist das erste Mal, dass die HES-SO Valais-Wallis in Siders einen solchen Wettbewerb organisiert", erklärte Vincent Andrearczyk, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Managementinformatik der Fachhochschule, gegenüber der Redaktion.
Rund zwanzig Forscherteams aus der ganzen Welt nahmen am Wettbewerb teil. Sie versuchten den besten Algorithmus für die Erkennung und automatische Segmentierung von Tumoren im Mund- und Rachen-Bereich zu entwickeln. "Krebs im HNO-Bereich ist eine der häufigsten Krebsarten. Es mangelt an Forschung und Daten in diesem Bereich", sagt Andrearczyk.
Trainings- und Testdaten
Die Organisatoren des Wettbewerbs stellten den Teilnehmern zunächst eine Reihe von kommentierten Bildern zur Verfügung, damit sie ihre Modelle trainieren können. Anschliessend wurde ein weiterer Satz nicht kommentierter Daten verwendet, um die Algorithmen zu testen. Die Vorhersage der Tumorprogression wurde dann mit jener der Ärzte verglichen. Bewertet wurde die Überschneidung der automatischen Vorhersagen mit einer kommentierten Version der neuen Bilder. In einigen Fällen war die Überschneidung sehr hoch, sogar höher als der Konsens zwischen verschiedenen Ärzten.
Ein Team von Forschern des Labors für medizinische Informationsverarbeitung (LaTIM) in Brest (Frankreich) gewann den Wettbewerb und das Preisgeld von 500 Euro. Ihr Ansatz basiert auf Deep Learning und bei einigen Patienten übertraf er die Leistung der Ärzte. Die Fachhochschule Westschweiz-Wallis unterstreicht, dass die in diesem Wettbewerb getesteten Algorithmen nicht nur den Ärzten helfen könnten. Denn sie sollen auch gross angelegte Studien für eine personalisierte Medizin ermöglichen.
Auch an der KI-Diagnose von Corona wird gearbeitet. An der EPFL, der Universität Cambridge und dem MIT tüfteln Forscher und Forscherinnen an der Entwicklung von Algorithmen zur Diagnose von Covid-19-infizierten Personen. Das auf der Grundlage von mit dem Smartphone aufgenommenen Hustengeräuschen. Mehr darüber können Sie hier nachlesen.
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