Vorwürfe von Greenpeace

Digitec Galaxus zerstört angeblich retournierte Produkte

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von Maximilian Schenner und tme

Greenpeace prangert in einer Studie an, dass Digitec Galaxus einen Teil der zurückgesendeten Artikel entsorgt. Die Organisation stattete Artikel vor der Rücksendung mit GPS-Trackern aus. Der Onlinehändler wehrt sich gegen die Vorwürfe; indes nimmt die NGO auch andere Händler ins Visier.

(Source: minicel73 / Fotolia.com)
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Viele Menschen in der Schweiz kaufen regelmässig im E-Commerce ein - gerade um den Black Friday. Nicht immer entspricht der Inhalt des Päcklis den Vorstellungen des Empfängers oder der Empfängerin und die Bestellung geht zurück an den Händler. 

Greenpeace schaute nun genau hin, was in der Schweiz mit Produkten passiert, die an Onlinehändler zurückgesandt werden. Die Organisation nahm dafür unter anderem den Onlinehändler Digitec Galaxus unter die Lupe, wie es in einer Mitteilung heisst. Die NGO bestellte demnach 25 Produkte zu je unter 120 Franken bei Digitec Galaxus und stattete sie vor der Rücksendung mit GPS-Trackern aus. 

Günstigere Artikel wurden zerstört

Im Rahmen einer Studie präsentierte Greenpeace schliesslich das Ergebnis: Der Detailhändler soll sechs der 25 retournierten Artikel zerstört haben. Darunter seien ein Radio, eine Tastatur mit Maus, zwei Toaster sowie zwei Überwachungskameras im Wert von weniger als 50 Franken. "Wir gehen davon aus, dass Digitec Galaxus nicht versucht hat, die Produkte weiterzuverkaufen oder sie einer externen Organisation zur Wiederverwendung zu geben", schreibt Greenpeace.

Produkte im Wert von über 50 Franken habe Digitec Galaxus vermutlich weiterverkauft, heisst es seitens der Organisation. Die übrigen habe der Händler wahrscheinlich ebenfalls weiterverkauft oder verschenkt.

"Die zu entsorgenden Produkte wurden von Digitec Galaxus aus dem Retourenlager in ein Demontagezentrum geschickt", schreibt die NGO in dem Bericht. Von dort würden die Artikel auch an ein Recyclingunternehmen für elektrische und elektronische Geräte geschickt. Aktivisten von Greenpeace hätten die Route der Pakete verfolgt und seien vor Ort gewesen, um sich dessen zu vergewissern.

Recycling als letztes Mittel

Digitec Galaxus wehrt sich gegen die Vorwürfe der Umweltschutzorganisation: "Wir prüfen die Rücksendungen, welche nicht defekt sind, sorgfältig und bieten sie, wenn möglich, zum Verkauf an. Einen grossen Teil davon verschenken wir. Nur Produkte, die wir nicht verkaufen können oder dürfen, werden aussortiert und recycelt", sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber "Le Temps". "Wir vernichten die Produkte nicht, sondern recyceln sie als letztes Mittel." 

Greenpeace nahm für seine Recherchen auch weitere Firmen ins Visier. Die Organisation befragte unter anderem auch H&M, Zalando, Inditex, Interdiscount, Competec, Apple und Fust zu ihrem Umgang mit unverkaufter Ware. Die NGO schätzt, dass allein Digitec, Fust, Interdiscount und Competec (brack.ch) im Jahr rund 300 Tonnen an neuen Elektronikprodukten vernichten. "Alle Detailhändler zerstören neue Ware. Das ist inakzeptabel", so das Fazit.

Übrigens: Wer um den Black Friday auf Schnäppchenjagd geht, sollte aufpassen, nicht in die Falle von Betrügern zu tappen - mehr dazu erfahren Sie hier.

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