Regulation im Metaverse

Swiss Metaverse Association publiziert Positionspapier

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von Redaktion Werbewoche, msc

Mit dem Positionspapier "Creating Certainty in the Metaverse" will die Anfang 2023 gegründete Swiss Metaverse Association dem gesellschaftlichen und unternehmerischen Bedürfnis nach Regulation im Metaverse nachkommen.

(Source: zVg)
(Source: zVg)

In den vergangenen zwei Jahren ist in den Anwendungsfeldern Web 3, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität viel passiert. Dank zahlreicher Innovationen wurden die Bereiche für die breite Allgemeinheit zugänglich und dadurch greifbarer und leichter verständlich. Davon profitierte auch das Metaverse, welches aufgrund dieser Entwicklungen wieder stärker ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt ist. Aktuell werden im Zusammenhang mit dem Metaverse vor allem Fragen rund um das Thema Regulierung immer lauter.

Mit dem Positionspapier will die Anfang 2023 gegründete Swiss Metaverse Association dem gesellschaftlichen und unternehmerischen Bedürfnis nach Regulation im Metaverse nachkommen. Unter dem Titel "Creating Certainty in the Metaverse" haben die Co-Autoren Dr. Mattia L. Rattaggi und Dr. Daniel Diemers einen klaren Orientierungsrahmen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger und die Regulierungsbehörden geschaffen sowie auch vier konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Was es bei der Formulierung einer Metaverse-Regulierung zu beachten gibt
Im Positionspapier widmen sich die beiden Autoren zuerst den potenziellen Grundsätzen, die für einen schweizerischen Rechts- und Ordnungsrahmen notwendig sind. Als allgemein akzeptierte Normen des Schweizer Rechtssystems nennen sie unter anderem die Digitalisierung des Rechts, Nachhaltigkeit, Inklusion, Verantwortung, Pragmatismus und Vollständigkeit.

Anschliessend zeigt die Autorenschaft den Anwendungsbereich der künftigen Regulierung – privates und geschäftliches Umfeld, öffentlicher Sektor, Ausbildung – mit transformativer Wirkung auf, bevor sie die Relevanz von bereits bestehenden Regulierungen in interdependenten Technologiefeldern behandeln.

Schliesslich gehen Rattaggi und Diemers auf die für die kommenden drei bis fünf Jahren wichtigsten regulatorische Schwerpunktbereiche ein. Zu diesen zählen sie zum Beispiel digitale Interaktionen, Datenschutz, Arbeitsrecht und intellektuelles Eigentum.

"Das Metaverse wird zu einem integralen Bestandteil unseres digitalen und physischen Lebens, und die Schweiz soll eine führende Rolle in der Schaffung eines klaren rechtlichen Rahmens übernehmen, der Innovation fördert und gleichzeitig Individuen und Unternehmen schützt", ist Daniel Diemers überzeugt.

Wie die Schweiz zur attraktiven Heimat für das Metaverse wird
Gemäss der Swiss Metaverse Association müssen sich politische Entscheidungsträger in der Schweiz im Hinblick auf das wachsende internationale Aufkommen des Metaverse in Zukunft auf vier Punkte konzentrieren:

Erstens sollten Schweizer Politiker:innen die Entwicklungen rund um das Metaverse eng mitverfolgen und auf föderaler Ebene Kapazitäten für die Festlegung der Politik sowie für die Ausführung und Durchsetzung der Vorschriften aufbauen.

Zweitens muss ein intelligenter, prinzipienbasierter Rechts- und Regulierungsrahmen für das Metaverse in der Schweiz geschaffen werden, um so das Land als einen der aufstrebenden, weltweit führenden Standorte für Geschäfte rund um das Metaverse zu positionieren.

Drittens müssen in erster Linie die Grundlagen einer «Digitalisierung des Rechts» angegangen werden, damit digitale Interaktionen rechtsverbindlich werden und somit effektiv durchgesetzt werden können.

Zuletzt soll die Einberufung einer "Metaverse Task-Force" auf Bundesebene dazu beitragen, eine klare Strategie und einen ersten Regulierungsrahmen festzulegen. Mit dem Einbezug von Verbänden wie der Swiss Metaverse Association und der Swiss Blockchain Federation sowie der Wissenschaft und von betroffenen Branchen könnte mit den raschen Entwicklungen Schritt gehalten werden.

Dieser Beitrag ist zuerst bei der "Werbewoche" erschienen.

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