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10.03.2016 11:56 (George Sarpong)
SQL Server für Linux

Schweizer Tech-Branche freut sich auf SQL für Linux

Schweizer IT-Spezialisten begrüssen Microsofts Schritt in Richtung Linux.
Schweizer IT-Spezialisten begrüssen Microsofts Schritt in Richtung Linux. (Quelle: Fotolia)
Microsoft will SQL Server kompatibel zu Linux machen. Nächstes Jahr soll es so weit sein. Dennoch freut sich die Tech-Branche schon jetzt. Auch in der Schweiz, wie eine Umfrage unter IT-Dienstleistern zeigt.

Unter dem ehemaligen CEO Steve Ballmer drohte Microsoft mit Klagen gegen Linux-Distributoren wie Red Hat. Ballmer bezeichnete Linux damals als Krebsgeschwür. Mit der Amtsübernahme Satya Nadellas änderte sich das. Bereits 2014 signalisierte der Nachfolger Ballmers mehr Offenheit gegenüber Open-Source-Lösungen und alternativen Betriebessystemen wie Android und OSX/iOS.

Dennoch sorgte Microsofts Ankündigung diese Woche für Furore: Microsoft will seine Datenbankanwendung SQL Server 2016 für Linux anbieten. Gemäss Gartner-Analyst Merv Adrian ein Angriff auf Oracle.

Microsoft bringt frischen Wind in den Markt für Datenbanken

Die Einschätzung teilt Patrick Baumgartner, Software Craftsman und Gründer von 42 Talents. "Man sieht ganz klar, dass Microsoft mit dem SQL Server Oracle und anderen Datenbanken den Markt streitig machen will", schreibt Baumgartner auf Anfrage. Weitere Datenbanken wie MySQL oder PostgreSQL könnten durch Microsofts Strategie in die Enge getrieben werden.

Yann Neuhaus, CEO und Region Manager bei DBI Services, befürchtet, dass SQL-Linux-Nutzer länger auf Patches und Produktverbesserungen warten müssen als reine Microsoft-Anwender. Zu Beginn dürfte es auch schwierig werden, ausreichend Spezialisten für die Linux-SQL-Server-Plattform zu finden.

Dennoch sieht Neuhaus viele Vorteile. Etwa bei der Zuverlässigkeit und Leistung von relationalen Datenbanken. Unternehmen, die bereits
grössere Oracle-Linux-Systeme betreiben, könnten sich ein System sparen, schreibt Neuhaus. Baumgartner freut sich zusätzlich über den frischen Wind, den Microsofts Schritt in die Welt der SQL-Datenbanken bringen werde.

Vorteile für die Arbeit mit Docker und Co.

Baumgartner sieht zudem Erleichterungen im Umfeld von (Docker-)Containern, die aktuell meist mit Linux betrieben werden. Und in Microsofts Cloud Azure laufen rund ein Viertel aller Anwendungen auf Linux, wie Wired berichtet.

Obwohl es erst Mitte des kommenden Jahres so weit sein soll, begrüsst auch Thomas Baggenstos, VR-Präsident beim IT-Dienstleister Baggenstos, Microsofts nächsten Schritt in Richtung Open Source.

Er sieht in der Ankündigung grundsätzlich ein positives Signal. "Es ist ein weiteres Zeichen, wie sich Microsoft gegenüber anderen Plattformen öffnet und seine Software überall dort anbietet, wo es Sinn macht und ein Kundenbedürfnis besteht", schreibt er.

Kompatibilität von SQL mit Linux würde neue Wege eröffnen

Stefan Tanner, CEO von Brainconsult, verfolgt die "sehr positive Annäherung von Microsoft an Linux" schon länger. "Der sehr hohe Anteil an virtuellen Linux-Instanzen auf Microsoft Azure untermauert diese Tendenz", schreibt Tanner.

Brainconsult betreibt laut Tanner schon seit geraumer Zeit IT-Dienste auf Microsoft- und Linux Plattformen. Die Kompatibilität würde neue Wege eröffnen. "Wenn wir auf Ebene des Datenbankmanagementsystems eine einheitliche Plattform einsetzen können, ergeben sich hier für uns sehr spannende Lösungsszenarien."

Als Beispiel nennt er die Möglichkeit, geschäftskritische Datenbankanwendungen auf einer Linux-Plattform zu betreiben. Herstellersupport für ein identisches Datenbankmanagementsystem auf Windows und Linux vereinfache den Betrieb und den Support im Alltag.

Unter dem ehemaligen CEO Steve Ballmer drohte Microsoft mit Klagen gegen Linux-Distributoren wie Red Hat. Ballmer bezeichnete Linux damals als Krebsgeschwür. Mit der Amtsübernahme Satya Nadellas änderte sich das. Bereits 2014 signalisierte der Nachfolger Ballmers mehr Offenheit gegenüber Open-Source-Lösungen und alternativen Betriebessystemen wie Android und OSX/iOS.

Dennoch sorgte Microsofts Ankündigung diese Woche für Furore: Microsoft will seine Datenbankanwendung SQL Server 2016 für Linux anbieten. Gemäss Gartner-Analyst Merv Adrian ein Angriff auf Oracle.

Microsoft bringt frischen Wind in den Markt für Datenbanken

Die Einschätzung teilt Patrick Baumgartner, Software Craftsman und Gründer von 42 Talents. "Man sieht ganz klar, dass Microsoft mit dem SQL Server Oracle und anderen Datenbanken den Markt streitig machen will", schreibt Baumgartner auf Anfrage. Weitere Datenbanken wie MySQL oder PostgreSQL könnten durch Microsofts Strategie in die Enge getrieben werden.

Yann Neuhaus, CEO und Region Manager bei DBI Services, befürchtet, dass SQL-Linux-Nutzer länger auf Patches und Produktverbesserungen warten müssen als reine Microsoft-Anwender. Zu Beginn dürfte es auch schwierig werden, ausreichend Spezialisten für die Linux-SQL-Server-Plattform zu finden.

Dennoch sieht Neuhaus viele Vorteile. Etwa bei der Zuverlässigkeit und Leistung von relationalen Datenbanken. Unternehmen, die bereits
grössere Oracle-Linux-Systeme betreiben, könnten sich ein System sparen, schreibt Neuhaus. Baumgartner freut sich zusätzlich über den frischen Wind, den Microsofts Schritt in die Welt der SQL-Datenbanken bringen werde.

Vorteile für die Arbeit mit Docker und Co.

Baumgartner sieht zudem Erleichterungen im Umfeld von (Docker-)Containern, die aktuell meist mit Linux betrieben werden. Und in Microsofts Cloud Azure laufen rund ein Viertel aller Anwendungen auf Linux, wie Wired berichtet.

Obwohl es erst Mitte des kommenden Jahres so weit sein soll, begrüsst auch Thomas Baggenstos, VR-Präsident beim IT-Dienstleister Baggenstos, Microsofts nächsten Schritt in Richtung Open Source.

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