Künstliche Intelligenz

EPFL-Orakel kennt Gewinner der Euro 16

Uhr | Aktualisiert
von Gianna Crivelli

Mit einer künstlichen Intelligenz (KI) wollen drei Forscher der EPF Lausanne die Resultate der Euro 16 vorhersagen. Für die ersten beiden Spiele lag die KI bereits richtig.

Victor Kristof ist einer der drei EPFL-Forscher, die Kickoff.ai entwickelten. (Quelle: EPFL, Alain Herzog)
Victor Kristof ist einer der drei EPFL-Forscher, die Kickoff.ai entwickelten. (Quelle: EPFL, Alain Herzog)

Forscher der EPFL haben eine künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, welche die möglichen Gewinner der Euro 2016 voraussagen soll. Auf der Website kickoff.ai berechnet die KI, wer den Sieg der Euro 16-Spiele davontragen wird, wie es in einer Mitteilung der EPFL heisst.

Für das Eröffnungsspiel am Freitag berechnete die Website Frankreich als Sieger im Spiel gegen Rumänien – und behielt Recht. Auch beim Match Schweiz – Albanien lag Kickoff.ai richtig, denn das Programm sagte die Schweiz als Sieger voraus.

Drei Forscher entwickelten die Lösung am Computer Communications & Applications Laboratory der EPFL. Zur Berechnung der Vorhersagen nutzt das Programm eine Kombination von Machine-Learning-Algorithmen und Data Mining. Beim Data Mining werden statistische Methoden auf grosse Datenmengen angewandt, um auf diese Weise Trends und Verbindungen zu erkennen.

Spielerdaten der letzten zehn Jahre

Der Unterschied zu ähnlich funktionierenden Websites liegt darin, dass die Ergebnisse von kickoff.ai auf Daten jedes einzelnen Spielers aller Mannschaften der Euro 2016 beruhen und nicht nur auf der Leistung des Teams, erklärt Victor Kristof, einer der Forscher. Für die Berechnungen werden Datensätze der Spieler der letzten 10 Jahre genutzt. Verwendet werden Daten wie etwa die Zeit, die ein Spieler auf dem Spielfeld verbrachte, das Resultat des Teams des Spielers oder ob das Spiel auswärts oder zuhause stattfand.

Zusätzlich nutzte das Programm eine Bayessche Methode (eine statistische Methode), nach der jedem Spieler eine Variable zugeteilt wird. Diese Variable basiert auf dem Unsicherheitsgrad der Vorhersage, wie Lucas Maystre, einer der Forscher erklärt. "Wenn Deutschland beispielsweise gegen Island spielt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland gewinnt, auf dem Papier sehr gross. Island hat es jedoch noch nie ins Finale einer Europameisterschaft geschafft und könnte deswegen besser spielen als sonst. Dies wird in die Gewichtung miteinbezogen, die für unsere Vorhersagen genutzt werden", erklärte Maystre weiter.

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