IFZ und E-Forsight

Mobile Banking: Was ist das?

Uhr | Aktualisiert

Banken investieren in schicke Online-Banking-Erlebnisse und Banking-Apps. Leider scheint das die Kunden nicht allzu sehr zu interessieren. Insbesondere Mobile Banking wird kaum genutzt, wie das IFZ der Hochschule Luzern und dem Swisscom-Think-Tank E-Foresight zeigt.

(Quelle: Martin Dimitrov / iStock.com)
(Quelle: Martin Dimitrov / iStock.com)

Wie nutzen Schweizer Online- und Mobile-Banking? Dieser Frage sind Forscher des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ an der Hochschule Luzern nachgegangen. Gemeinsam mit Analysten des Think Tanks E-Foresight von Swisscom wollten die Wissenschaftler Daten zum Online- und Mobile-Banking in der Schweiz erheben. Diese habe es bisher nicht gegeben, schreiben die Studienautoren Andreas Dietrich, Christoph Duss und Sascha Gysel auf der Website der HSLU.

Es gibt zwar eine öffentlich zugängliche Statistik der Schweizerischen Nationalbank, wie ein Kommentator bemerkt. Diese zeigt detailliert auf, wie viele Franken online überwiesen werden. Allerdings fehlt hier der Bezug zu den Banken. Die Studie der HSLU und E-Foresight zeigen auf, wie hoch der Anteil Kunden ist, die online Gelder überweisen.

 

Grössere Banken haben mehr Online-Banking-Kunden

Für ihre Studie befragten die Forscher zwischen Februar und April dieses Jahres die 40 grössten Retailbanken der Schweiz, sortiert nach deren Bilanzsumme. 29 von ihnen antworteten.

Den Schweizer Forschern fiel auf, dass die Nutzung von Online-Banking hierzulande nicht gleich verteilt ist. Grössere Banken hätten einen höheren Anteil an Online-Banking-Kunden, schreiben die Analysten.

 

38 Prozent aller Bankkunden können Online-Banking nutzen

Über all diese Banken hinweg belief sich der Anteil Kunden mit Online-Banking-Vertrag auf 38 Prozent. Von diesen nutzen 72 Prozent mindestens einmal pro Monat Online-Banking. 24 Prozent greifen sogar mindestens einmal pro Woche über das Web auf ihr Konto zu.

Ein Vergleich hilft, die Zahlen einzuordnen: Gemäss Eurostat nutzten im vergangenen Jahr statistisch gesehen knapp 60 Prozent aller EU-Bürger Online-Banking. Und gemäss einer Umfrage unter deutschen Banken tätigen 45 Prozent ihrer Kunden Überweisungen online.

Finanzexperte Professor Andreas Dietrich vom IFZ relatviert die auf den ersten Blick niedrigen Werte. Die Ergebniss zeigten die Werte pro Bank, es sei keine Umfrage unter Kunden. Ein Konsument könne beispielsweise Kunde bei drei Banken sein, aber nur einen Online-Banking-Vertrag besitzen. Das führe dann zu niedrigeren Werten, erklärte Dietrich auf Anfrage. Aussagekräftig seien daher vor allem die Zahlen in Bezug auf die aktiven und sehr aktiven Nutzer.

 

Mobile Banking: Was ist das?

Ausser dem Online Banking untersuchten die Studienautoren auch die Nutzung von Mobile Banking Apps und sogenannten Personal Finance Management Tools (PFM-Tools). Die an der Umfrage beteiligten Banken bieten mehrheitlich Apps an. Nur scheinen sich die wenigsten Kunden für die Apps zu interessieren.

Der Anteil aktiver Mobile Banking Nutzer, die sich mindestens einmal pro Quartal einloggen, lag laut Studie im vergangenen Jahr bei 13 Prozent. Immerhin drei Prozent höher als ein Jahr zuvor. (10 Prozent in 2015). Die Nutzung von PFM-Tools liege im einstelligen Prozentbereich. Banking Apps werden "bis jetzt erstaunlich selten genutzt", kommentieren die Forscher die Ergebnisse.

"Einerseits scheint es vielen Banken nicht zu gelingen, den Zusatznutzen von Mobile Banking Apps ihren Kunden zu erklären, wie etwa Scan- und Bezahlfunktionen. Auf der anderen Seite verhindern auch gewisse Sicherheitsbedenken der Kunden eine höhere Nutzung von Mobile Banking", erklärte Dietrich. Nachholbedarf scheint es auch bei der Promotion zu geben. Viele Kunden würden die App-Angebote ihrer Banken noch immer nicht kennen, sagt Dietrich.

 

Wo sind nur die Daten?

Überrascht waren die Autoren auch über den Aufwand, den einige Banken betreiben mussten, um die Daten zusammenzustellen. Diese sind aus Sicht der Analysten wichtig und müssten bei den Banken vorhanden sein.

Zahlreiche Banken hätten die Daten sogar zum ersten Mal erhoben, schreiben die Finanzexperten und raten: "Aus unserer Sicht ist es empfehlenswert, dass Banken ein entsprechendes Reporting aufbauen und dadurch den Erfolg verschiedener Massnahmen direkter messen können."

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