Zahlen vom BFS

ICT-Dienstleister forschen und entwickeln mehr im Ausland

Uhr | Aktualisiert

Schweizer Unternehmen investieren stärker in Forschung und Entwicklung. Der ICT-Bereich ist keine Ausnahme. ICT-Dienstleister setzen stärker auf Forschung und Entwicklung im Ausland.

(Source: jannoon028 / Freepik.com)
(Source: jannoon028 / Freepik.com)

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat zusammen mit Economiesuisse eine Studie zu den Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung in der Schweiz vorgelegt. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2015.

Über alle Bereiche hinweg stiegen die Investitionen im Inland (Intramuros) seit der vorherigen Erhebung im Jahr 2012 um 10 Prozent auf rund 15,7 Milliarden Franken. Dies entspricht 2,4 Prozent des BIPs der Schweiz, wie es in einer Mitteilung heisst.

Im Vergleich zum Ausland steht die Schweiz damit gut da. Nur Japan (2,7 Prozent), Südkorea (3,3 Prozent) und Israel (3,6 Prozent) investierten noch stärker in Forschung und Entwicklung.

Abschwächung der Investitionen

Im Vergleich zu den vorherigen Erhebungen aus den Jahren 2008, 2004 und 2000 schwächte sich das Investitionswachstum ab. Dieses lag in den vergangenen Jahren bei um die 20 Prozent. Als Gründe nennen die Studienautoren die Finanzkrise im Jahr 2008 und die Frankenstärke.

Laut der Studie betreiben vor allem Grossunternehmen in der Schweiz Forschung und Entwicklung. Sie stehen für 86 Prozent der Investitionen. Dies ist sogar noch ein Zuwachs von 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Kleinere Unternehmen mit weniger als 50 Angestellten hätten deutlich weniger in Forschung und Entwicklung investiert, heisst es weiter.

IKT-Bereich vergleichsweise klein

Von den 15,7 Milliarden Franken entfallen 35 Prozent auf die Pharmabranche. Der Sektor Forschung und Entwicklung kommt auf 16 Prozent, die Maschinenbaubranche auf 10 Prozent. Zusammen machen diese Wirtschaftszweige einen Anteil von fast zwei Dritteln aus. Der Bereich "IKT-Herstellung" erreicht einen Anteil von 7 Prozent und "IKT-Dienstleistungen" 4 Prozent.

Im Inland investierten Firmen im Bereich IKT-Herstellung in totalen Zahlen 1,14 Milliarden Franken. Dies sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Investitionen bei IKT-Dienstleistungen im Inland stiegen um 66 Prozent auf rund 568 Millionen Franken.

(Quelle: BFS)

Die Forschungsinvestitionen im Ausland (Extramuros) haben sich im Vergleich zu 2012 fast verdoppelt. Besonders stark war der Anstieg bei IKT-Dienstleistungen. Hier betrug das Plus laut der Studie 1901 Prozent. Das Volumen der Investitionen stieg damit von 62 Millionen auf 1,24 Milliarden Franken. IKT-Dienstleistungen halten damit einen Anteil von 22 Prozent der Auslandinvestitionen in Forschung und Entwicklung. Nur die Pharmabranche ist noch stärker.

(Quelle: BFS)

Mehr Personen in Forschung und Entwicklung tätig

Rund 7650 Personen sind in der Schweiz bei Forschung und Entwicklung im ICT-Umfeld tätig. Davon entfallen rund 4300 auf die IKT-Herstellung und 3350 auf IKT-Dienstleistungen. Mit einem Plus von 66 Prozent stieg die Zahl der Forscher und Entwickler bei den IKT-Dienstleistungen besonders stark.

Bei der IKT-Herstellung sank die Zahl hingegen um 4 Prozent. Über alle Branchen hinweg stieg die Anzahl Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung um 6 Prozent. Dies sind rund 50’900 Personen.

Interessierte können die Studie auf der Website des BFS kostenlos herunterladen.

Webcode
DPF8_51609

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