Digital Food Award

Gemüseanbau per App überzeugt Gourmesse-Jury

Uhr | Aktualisiert

Sich am Gemüseanbau per App beteiligen, einen intelligenten Kühlschrank zur Mitarbeiterverpflegung einsetzen oder auf einen Blick sehen, was über das eigene Restaurant geschrieben wird: Die Digitalisierung auch im Food-Bereich macht's möglich.

Eine Jury aus sechs Mitgliedern hat an der Gourmesse den Gewinner des ersten Digital Food Awards ausgezeichnet, wie Salz & Pfeffer schreibt. Die Juroren entschieden sich einstimmig für den Landwirt Stefan Brunner.

Die Jury bestand aus David Emmerth vom Impact Hub Zürich, Unternehmensberaterin Marina Helm, Kommunikationstrainer und Sprecher Stephan Lendi, W.I.R.E.-Forscher Stefan Pabst, Samsung-Marketingspezialistin Nathalie Protz sowie Gourmesse-Projektleiterin Vanessa Pua. Die Bewertung erfolgte nach einem fünfstufigen Punktesystem – nicht jedoch nach Kategorien. "Die Konzepte der 21 Teilnehmer waren sehr vielfältig und verschieden," sagt Vanessa Pua. "Daher wollten wir sie nicht in fixe Kategorien quetschen."

Die Jury war sich aber über den Gewinner schnell einig. "Es war sehr klar, Bionär hat auf ganzer Linie überzeugt", sagt Pua. Der Landwirt Stefan Brunner vom Eichhof in Aarberg hat eine App entwickelt, die Bauer und Kunde verbindet. Optisch erinnert die Applikation an das Facebook-Spiel Farmville, bei dem man virtuell Felder bestellen kann. Bei Bionär macht man das aber nicht selbst, sondern der Bauer aus der Region pflanzt, zieht und erntet das gewünschte Gemüse auf dem gewählten Feld.

Dank wöchentlichen Foto-Updates kann der Nutzer jederzeit sehen, wie es dem Gemüse geht. Als Mischung von Direktvermarktung, Erlebnisagronomie, Gamification und Newsfeed sei Bionär – eine Wortschöpfung aus Bio und Aktionär – visionär. Neben einem Preisgeld von 1500 Franken, offeriert von der Horego AG, erntet Bionär zusätzlich ein Sponsoring der Standkosten für die Gourmesse 2018 im Wert von 2000 Franken, die Produktion eines Videostatements im Wert von 750 Franken, geschenkt von der Edition Salz&Pfeffer AG sowie eine 360-Grad-Kamera gesponsert von Samsung.

Die zweitplatzierte Felfel AG revolutioniert mit ihren intelligenten Kühlschränken laut eigenen Angaben die Mitarbeiterverpflegung. Mit einem Badge können die Angestellten frische Menus beziehen und bargeldlos bezahlen. Der Kühlschrank übermittelt Felfel stets, was es noch hat und was nachgefüllt werden muss. Dadurch wird nichts an Lebensmittteln verschwendet.

Mit dieser Paarung von Kulinarik und neuster Technologie schaffte es das Zürcher Start-up, das bereits einen Swiss Economic Award gewann, auf den zweiten Platz. Es schnappte sich so das Preisgeld von 1000 Franken.

Auf den dritten Platz schaffte es das Luzerner Start-up Re:spondelligent, das Gastronomen das Leben mit einer Software erleichtert. Diese bündelt die Bewertungen von Seiten wie Tripadvisor, Google oder Facebook und stellt sie übersichtlich dar. Der Gastronom sieht auf einen Blick, was über ihn geschrieben wird. Re:spondelligent gewinnt ein Preisgeld von 500 Franken und so wie alle drei Gewinner eine Businessplan-Lizenz für ein Jahr vom Institut für Jungunternehmen IFJ im Wert von 198 Franken.

Die Vergabe des Digital Food Awards war ein Highlight der diesjährigen Gourmesse. Der Award zeichnet Firmen aus dem Food-Sektor aus, die den Weg der Digitalisierung erfolgreich gehen. Bewertet wurde aber nicht nur der Digitalisierungsgrad, sondern auch, wie innovativ die Produkte und Dienstleistungen sind, welchen Mehrwert sie bringen oder wie einfach man sie nutzen kann.

Webcode
DPF8_59018

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