Betrügerische Werbung mit Prominenz

Geschmackloses Instagram-Inserat wirbt mit Meteo-Moderatorin

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von Sara Meier und jor

Das Bild von Meteo-Moderatorin Sandra Boner ist schon häufiger auf betrügerischen Inseraten im Internet aufgetaucht. Auf Instagram schiesst ein solcher Fake, der den vermeintlichen Suizid der Moderatorin vermeldet, den Vogel ab.

Auf Instagram und anderen Plattformen sind Fake-Werbungen immer häufiger anzutreffen. (Source: K3KIR3 / pixabay.com)
Auf Instagram und anderen Plattformen sind Fake-Werbungen immer häufiger anzutreffen. (Source: K3KIR3 / pixabay.com)

Prominente sind ein beliebtes Sujet für Betrüger. Letztere nutzen von Photoshop bis Deepfakes und KI verschiedene Mittel, um die Promis für ihre Machenschaften unfreiwillig einzuspannen. So finden sich neben Ryan Gosling auch Mitglieder des Bundesrates und Roger Federer unverhofft auf betrügerischen Werbeanzeigen wieder. 

Sandra Boner als beliebtes Sujet für Betrüger

Vermehrt auf solchen Fakes zu sehen ist seit einiger Zeit auch die Meteo-Moderatorin Sandra Boner. Wie "SRF" berichtet, ist kürzlich ein besonders abstossendes Beispiel auf Instagram aufgetaucht, das den vermeintlichen Suizid der Moderatorin verkündet. Gegenüber "SRF" erzählt Sandra Boner, dass es nicht das erste Mal sei, dass eine Fake-Todesmeldung über sie verbreitet wird. Die Inhalte zu melden, bringe in ihrem Fall oftmals nichts. "Wenn ich solche Inserate der jeweiligen Plattform melde, kommt jeweils zurück, es sei alles korrekt." 

Für das Inserat verantwortlich ist eine Firma mit dem Namen "Investissements Suisse". Doch diese Firma existiert gar nicht. Ein Zuger Instagram-User, der den Fake entdeckte, meldete das Inserat bei Instagram. Der Social-Media-Dienst habe jedoch vermelden lassen, dass das Inserat nicht gegen die Community-Richtlinien der Plattform verstosse. "SRF" fragte daraufhin beim Mutterkonzern Meta nach, warum ein so offensichtlicher Fake als korrekt eingestuft wird. Meta liess die Anfrage allerdings unbeantwortet. 

Ermittlungen gestalten sich schwierig

Ein solcher Fake bringt oft mehrere Rechtsverletzungen mit sich. Gegenüber "SRF" sagt Martin Steiger, Anwalt und Experte für Recht im digitalen Raum, dass er bei der Fake-Anzeige mit Sandra Boner eine Reihe von Verstössen quer durchs Straf- und Zivilgesetzbuch feststelle. Darunter seien der neuerdings eingeführte Straftatbestand des Identitätsmissbrauchs, Verleumdung, unlauterer Wettbewerb, Betrug und mehrere Arten von Persönlichkeitsverletzung. 

Gegen diese Anzeigen vorzugehen, ist oft schwierig. Die Drahtzieher hinter der Betrugsmasche sowie die Konzerne hinter den Plattformen sitzen meistens im Ausland. Dadurch gestalten sich Ermittlungen schwierig. Es sei jedoch möglich, gegen beispielsweise Meta bei einem Gericht eine Klage einzureichen wegen Mitwirkung bei einer widerrechtlichen Persönlichkeitsverletzung, so Martin Steiger. Für viele Betroffene ist dieser Weg jedoch oftmals zu aufwändig. Zudem tauchen schnell neue Fakes im Internet auf. Trotzdem empfiehlt die Kantonspolizei Zürich auf Anfrage von "SRF" in solchen Fällen ausdrücklich eine Anzeige wegen Identitätsmissbrauchs. 

 

Übrigens: Derzeit versuchen Betrüger an Kreditkartendaten von Kundinnen und Kunden von Amazon zu kommen. In den versendeten Mails geht es oft um vermeintliche Einkäufe, die storniert werden sollen. Mehr dazu lesen Sie hier

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