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Es gibt kein Dort

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Unser Arbeitsplatz wird sich in Zukunft durch den kombinierten Einsatz neuer Technologien stark verändern. Flexibilisiert ist das Zauberwort und betrifft den Arbeitsort, die Arbeitsinhalte, die Arbeitszeit und die Arbeitsbeziehung.

«Arbeitswelt der Zukunft: ortsungebunden; Arbeitskraft der Zukunft: selbstständig; Arbeitsplatz der Zukunft: flexibel», so kann die Studie «Der Arbeitsplatz der Zukunft» des Beratungsunternehmens Deloitte zusammengefasst werden. Die Studie ist in Zusammenarbeit mit Verbänden und Unternehmen und auf Basis einer repräsentativen Befragung von 1000 Personen in der Schweiz 2015 bis 2016 entstanden.

Auch andere Untersuchungen, wie die lesenswerte Studie «Der Mensch in der Arbeitswelt 4.0» des Instituts für Angewandte Psychologie (IAP) aus dem Jahr 2017 bestätigen den allgemeinen Trend zur Flexibilisierung.

Heute: Der flexible Arbeitsort

Für 72 Prozent der Schweizer Organisationen ist die Etablierung mobil-flexibler Arbeitsformen einer der Gründe, sich mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Bereits heute ist Homeoffice für knapp ein Drittel aller Beschäftigten (28 Prozent) eine Realität. Der Rest arbeitet zunehmend an Shared oder auch Hot Desks, in «Co­working Spaces» oder gar an sogenannten «Third Places». Das geht so weit, dass knapp die Hälfte aller Schweizer Unternehmen bei der Standortwahl die neuen Varianten der Arbeitsplatzmodelle berücksichtigen. Die Vorteile sind offensichtlich: effizientere Nutzung und damit geringere Kosten für den Arbeitgeber bei steigender Attraktivität und Produktivität der Angestellten.

Bald: Die flexible Arbeitskraft

Ein weiteres Element der Flexibilisierung betrifft die Arbeitskraft respektive das Arbeitsverhältnis. Heute arbeitet bereits ein Viertel aller Erwerbstätigen als Freelancer. Das sind bei einem Total von knapp 5 Millionen erwerbsfähigen Personen in der Schweiz 2016 immerhin 1,4 Millionen Personen. Sie können in die Kategorien klassische Freelancer (ca. 450 000), Arbeitnehmer mit Nebenjobs (ca. 370 000), Arbeitskraft mit verschiedenen Jobs (ca. 285 000), Kleinunternehmer (ca. 99 000) und Arbeitskraft auf beschränkte Zeit (ca. 24 000) unterteilt werden. Mit dem zunehmenden Aufkommen der Gig-Economy und ihrer Plattformen und dem immer grösseren Bedarf an interdisziplinären Teams und Spezialisten wird der Anteil der Freelancer in naher Zukunft stark zunehmen.

Zukunft: Das virtuelle Team

Der flexible Arbeitsort in Kombination mit der flexiblen Arbeitskraft verändert die heutige Form der gängigen Zusammenarbeit im Team vollständig. Was wir heute als Arbeitsinstrumente einsetzen, wie etwa das gemeinsame Büro und die Sitzungsräume, aber auch Telefon- oder Videokonferenzen, stösst an seine Grenzen.

Unter den Stichworten «Next Generation Intranet», «Enterprise Social Network» oder auch «Digital Workplace» etablieren sich Ansätze für die technische Unterstützung neuer Arbeitsformen. Es werden jedoch weitere Innovationen notwendig sein, um das Teamerlebnis und die entsprechende Produktivität zu gewährleisten. Beispielsweise der Einsatz von Augmented- oder Virtual-Reality-Technologien für virtuelle Teams, sodass unabhängig vom Aufenthaltsort und der Umgebung des jeweiligen Teammitglieds eine realistische und direkte Zusammenarbeit möglich wird. Oder die Kompensation von Abwesenheiten durch intelligente Avatare. Und dann wird das Firmenwissen in Form einer aktiven künstlichen Intelligenz integraler Teil der Teams der Zukunft.

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