Identifikation per Video-Call

Credit Suisse führt Online-Kontoeröffnung ein

Uhr | Aktualisiert

Neukunden können bei der Credit Suisse künftig auch online ein Konto eröffnen. Die Identifikation der Kunden erfolgt direkt über das Internet. Beraten werden die Kunden durch Mitarbeiter von Swisscom.

(Quelle: Luminis/Fotolia)
(Quelle: Luminis/Fotolia)

Zur Eröffnung eines Kontos mussten Credit-Suisse-Neukunden bislang eine Filiale aufsuchen und sich vor Ort persönlich identifizieren. Nun hat die Bank ein System lanciert, mit dem sich Kunden über das Internet identifizieren und so ein Konto eröffnen können, wie Credit Suisse mitteilt. Voraussetzungen sind neben dem Internetzugang, eine Webcam mit Mikrofon, ein Mobiltelefon sowie eine Identitätskarte beziehungsweise einen Reisepass. Die Anmeldung könne zu Hause am Desktop-PC oder unterwegs am Tablet oder Smartphone erfolgen.

Kooperation mit Appway und Swisscom

Die Credit Suisse hat das System nach eigenen Angaben zusammen mit dem Business-Software-Hersteller Appway und Swisscom entwickelt. Sie ist nicht die erste Schweizer Bank, die Neukunden eine Online-Kontoeröffung anbietet.

Bereits letztes Jahr führten die Glarner Kantonalbank und die Valiant Bank die Identifikation per Video-Call ein. Zum Einsatz kommt dabei ebenfalls das Digital Identification & Signing-System von Swisscom. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hatte das Verfahren im März 2016 gebilligt.

Sicherheits-Check durch Swisscom

Die Kontoeröffnung läuft nach Angaben der Credit Suisse in vier Schritten ab. Zuerst muss der Kunde auf der Website das gewünschte Konto auswählen. Momentan kann sich der Kunde für die Angebote "Basic Banking" sowie die "Bonviva"-Pakete Silber, Gold und Platinum entscheiden. Zweitens muss man eine Reihe von Fragen zur Person, zum Verwendungszweck des Kontos sowie zur Herkunft der eingezahlten Gelder beantworten.

Als Drittes findet die Identifikation des Kunden statt. Diese geschieht aber nicht durch einen Mitarbeiter der Bank. Stattdessen meldet sich via Videocall ein Berater der Swisscom. Der Schweizer Telko stellt der Bank die Infrastruktur zur Verfügung und bietet den Dienst montags bis samstags an.

Identifizierung mit ID und Webcam

Der Swisscom-Berater führt durch die Schritte des Identifizierungsprozesses. Der Kunde wird gebeten, seinen Ausweis in die Webcam zu halten. Eine Software analysiert die Sicherheitsmerkmale. Swisscom übermittelt die Daten verschlüsselt an die Credit Suisse.

Abschliessend kann der Kunde den Konto-Antrag elektronisch unterschreiben. Nach Prüfung aller Angaben durch die Bank wird das Konto freigeschaltet. Allfällig gewünschte Kreditkarten erhält der Kunde nach wie vor auf dem Postweg.

Noch nicht für alle Kunden

Die Online-Kontoeröffnung ist zunächst für Privatpersonen mit Wohnsitz in der Schweiz verfügbar. Unterstützt werden 53 Nationalitäten sowie die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Die Bank will ihr Angebot zu einem späteren Zeitpunkt auch auf Firmenkunden und Privatkunden ausserhalb der Schweiz ausdehnen, wie Credit Suisse schreibt.

Personen, die in den USA steuerpflichtig sind, schliesst Credit Suisse vorerst ebenfalls aus. Dasselbe gilt für Träger politischer Ämter, etwa Nationalräte und deren Familienangehörige. Sie müssen zur Eröffnung eines Kontos auch in Zukunft eine Filiale der Credit Suisse aufsuchen.

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