Rassistische Spam-Mails über Sober.G – KOBIK bereits aktiv

Uhr | Aktualisiert
Seit Donnerstag befinden sich Spam-Mails mit rassistischem Inhalt im Umlauf. Der Versand erfolgt nach ersten Erkenntnissen von Computern aus, die vom Wurm Sober.G infiziert wurden. Bereits haben sich mehrere betroffene User bei der nationalen Koordinationsstelle Internet-Kriminalität KOBIK gemeldet, gab KOBIK-Mitarbeiter Marc Henauer gegenüber dem NetzwocheTicker bekannt: "Wir werden solche Spam-Mails auf illegale Inhalte prüfen." Sollten juristisch problematische Inhalte mit direktem Schweizbezug auftauchen, werde die KOBIK solche Fälle den zuständigen Behörden weiterleiten, so Henauer. "Die Inhalte der bisher eingetroffenen Mails weisen auf teils rassistische, xenophobisch geprägte Aussagen hin, umschreibt Henauer die der KOBIK bekannten E-Mails. Die Absenderadressen der Mails enthalten Namen von als seriös bekannten Firmen und Webseites, unter anderem auch vom grössten Schweizer ISP Bluewin. Bluewin distanziert sich auf seiner Website von diesen ausländerfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Inhalten. Laut Bluewin-Sprecherin Myriam Ziesack ist Sober.G, mit dem zuvor jedes fünfte ausgefilterte Mail infiziert gewesen sei, seit dem Auftauchen der Rassismus-Mails auf den Bluewin-Servern praktisch verschwunden. "Wir gehen davon aus, dass die Funktion des Wurms verändert wurde und alle Sober-infizierten PCs nun als Spamschleuder missbraucht werden", so Ziesack. Wie es dazu kam, und wer genau hinter dieser Aktion steckt, ist bisher noch nicht geklärt. Henauer: "Wir vermuten schon lange, dass gewisse Wurm-Schreiber ihre Würmer zum Aufbau eines Spam-Netztes geschrieben haben, das sie dann an Interessierte vermieten." Der Winterthurer Mail-Filteranbieter Apexis AG wies in einer Medienmitteilung zur rassistischen Spamwelle darauf hin, dass die so verschickten Nachrichten praktisch nicht rückverfolgbar seien.

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