HSLU-Studie

3-D-Drucker erobern die Schweizer Industrie

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Die Nachfrage nach 3-D-Druckern steigt. Eine Studie der HSLU sieht in der neuen Art der Fertigung einen Trend: Hiesige Hersteller könnten die Produktion zurück in die Schweiz verlagern.

Ein 3-D-Drucker der HSLU in Aktion. (Source: Chris Obrist)
Ein 3-D-Drucker der HSLU in Aktion. (Source: Chris Obrist)

Jedes vierte Schweizer Industrieunternehmen nutzt heute 3-D-Drucker. Im kommenden Jahr soll es bereits jedes Dritte sein, wie eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt. Für die Studienautoren steht fest: 3-D-Druck hat das Potenzial, die Spielregeln der Branche zu verändern.

3-D-Drucker halten seit der Jahrtausendwende Einzug in Schweizer Unternehmen. Seit 2010 nimmt die Verbreitung den Ergebnissen zufolge zu. Nutzten 2012 noch knapp 5 Prozent der Schweizer Industrieunternehmen 3-D-Drucker, sind es heute 24 Prozent. Bis 2021 sollen es 31 Prozent sein, wie aus den Studienergebnissen hervorgeht.

Die Verbreitung von 3-D-Druckern in der Schweiz seit 2000. (Source: HSLU)

Fürs Prototyping und auch für Kleinbetriebe

Am häufigsten würden 3-D-Drucker in der Elektro- und Elektronikindustrie und im Fahrzeug- und Maschinenbau eingesetzt. In den Sektoren Nahrungsmittel, Holz, Papier und in der Chemiebranche orten die Studienautoren "Aufholpotenzial".

Vielfach komme 3-D-Druck im Prototyping zum Einsatz. Dies senke die Einstiegshürden, um diese Technologie auch in der Fertigung zu implementieren, schreibt Jan Kraner, Leiter der Studie und Dozent an der Hochschule Luzern, in einer Mitteilung. In der Fertigung würden 3-D-Druckverfahren die Produktion in kleinen Mengen ermöglichen. "Dadurch eignet sich der 3-D-Druck nicht nur für die Massenproduktion, sondern wird auch für Kleinbetriebe immer interessanter", lässt sich Kraner zitieren.

Kehrt die Produktion zurück in die Schweiz?

Mit fallenden Kosten und steigender Leistungsfähigkeit von 3-D-Druckern könnte diese Technologie viele herkömmliche Produktionsprozesse ersetzen. "Das würde die Herstellung vollkommen neuer Produkte erlauben und neue Marktchancen für Unternehmen eröffnen", sagt Kraner. Ihm zufolge kann der Einsatz von 3-D-Druckern dazu führen, dass Industrieunternehmen den Schweizer Produktionsstandort den Billiglohnländern wieder vermehrt vorziehen. "Der allgemeine Trend in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie deutet auf die vermehrte Verlagerung der Produktion zurück in die Schweiz hin", sagt Kraner. Seit 2015 sei in dieser Branche die Auslagerung ins Ausland zurückgegangen.

Den Studienautoren zufolge gibt es noch technische Herausforderungen, die die Verbreitung von 3-D-Druckern in der industriellen Fertigung derzeit noch erschweren. Insbesondere beim Drucken von metallischen Materialien müsse im Nachhinein oftmals aufwendig nachgebessert werden. Dieser Arbeitsschritt sei nur schwer automatisierbar und deswegen teuer.

ETH-​Forscher stellten kürzlich ein 3-D-​Druckverfahren vor, mit dem sich komplexe und hochporöse Glasobjekte herstellen lassen. Die Grundlage dafür ist ein spezielles Harz. Lesen Sie hier mehr dazu.

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