Gemeindesoftware-Anbieter

Die Post übernimmt T2i

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von Rodolphe Koller und Übersetzung: Joël Orizet

Die Schweizerische Post hat eine Mehrheitsbeteiligung am Westschweizer IT-Dienstleister T2i erworben. Die Übernahme reiht sich ein in eine Serie von Zukäufen, mit denen die Post seit zwei Jahren ihr digitales Angebot ausbaut.

(Source: post.ch)
(Source: post.ch)

Die Post kauft erneut im Westschweizer IT-Sektor zu. Im vergangenen Juli hatte sich das Unternehmen den Cybersecurity-Anbieter Hacknowledge mit Sitz in Morges geschnappt. Nun hat die Post die Mehrheit am Softwarehersteller und IT-Dienstleister T2i übernommen. Über den Kaufpreis habe man Stillschweigen vereinbart, teilt die Post mit.

T2i sitzt in Sierre und beschäftigt rund 130 Mitarbeitende. Zum Angebot zählen IT-Services und Softwarelösungen, beispielsweise für die elektronische Verwaltung von Gemeindedienstleistungen sowie für das Dokumenten- und HR-Management für Unternehmen und Behörden.

Das 1983 gegründete Unternehmen soll laut Mitteilung als eigenständiges Unternehmen unter seinem eigenen Namen fortbestehen. Die Mitarbeitenden blieben bei T2i beschäftigt, heisst es weiter. Martina Mueggler, Leiterin der Abteilung E-Government bei der Post, wird Verwaltungsratspräsidentin des IT-Dienstleisters.

"Wir versprechen uns von der Zusammenarbeit wertvolle Synergien, von denen unsere Mitarbeitenden und unsere Kunden bei Behörden und Unternehmen profitieren", lässt sich Claude-Michel Salamin, CEO und Mitgründer von T2i, in der Mitteilung zitieren.

Expansion ins Digitale

Die Post sieht in T2i eine Ergänzung zum eigenen Angebot im digitalen Bereich. "Mit unseren Konzerngesellschaften bündeln wir unsere Fachkräfte und unser Know-how, um Kantonen, Gemeinden und Unternehmen einfache, sichere und integrierte Onlinelösungen zu bieten", sagt Nicole Burth, Bereichsleiterin Kommunikations-Services und Konzernleitungsmitglied der Post.

Allein dieses Jahr hat die Post bereits mehrere Unternehmen aus der Digitalbranche übernommen:

2021 übernahm die Post den Gemeindesoftware-Anbieter "Dialog Verwaltungs-Data", die Swisssign-Gruppe inklusive ihrer Lösung für elektronische Signaturen, den Cloud-Speicherdienst Tresorit, den Vermarkter von digitaler Aussenwerbung Livesystems sowie die Einkaufslisten-App "Bring!". Und 2020 holte sich die Post die Aktienmehrheit am Luzerner Start-up Klara, das bekannt ist für seine cloudbasierte Buchhaltungssoftware.

Einige dieser Übernahmen stossen auf Kritik: Der St. Galler ERP-Anbieter Abacus, der Verband Aussenwerbung Schweiz (AWS) sowie der Werbevermarkter Clear Channel hatten bei der Postkommission (Postcom) Beschwerde eingereicht, sind damit aber abgeblitzt. Nun ziehen Abacus und die Aussenwerber weiter vors Bundesverwaltungsgericht. Abacus stört sich am Kauf von Klara durch die Post, dem Verband AWS und Clear Channel wiederum ist die Übernahme von Livesystems ein Dorn im Auge.

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