Merkwürdiges aus dem Web

Der Foodblog der anderen Art: «Cuisine» aus dem Kittchen

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CE- und IT-Welt fördern immer wieder Erstaunliches und Kurioses zutage, das zum Schmunzeln anregt. Die seltsamsten ­Kurznews immer in der Rubrik "Netzwitzig". Gute Unterhaltung!

(Source: Vasylyna Halun / Shutterstock)
(Source: Vasylyna Halun / Shutterstock)

lha. Die Foodblogger hinter dem Twitter-Account "Gefängniscuisine" haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Twitter-Gourmets: Bei ihnen ist das Essen schon labbrig und unappetitlich, bevor sie das perfekte Bild davon gemacht haben. Eine schrumpelige Peperoni mit Reis, ein Nature-­Joghurt und ein trockenes Brötchen oder eine wässrige Suppe – diese und weitere Leckereien finden sich auf dem Account. Die Betreiber bezeichnen die Mahlzeiten dabei als "Food Porn", "Food Fantasy" oder "Reisen durch die kulinarische Welt". Doch der witzige Account hat gemäss "T3n" einen ernsten Hintergrund: Die Betreiber wollen mit den Tweets auf die Missstände in der deutschen JVA Heidering aufmerksam machen. Eventuell sogar mit Erfolg. So sieht ein aktuelles Essensfoto vergleichsweise lecker aus. Und die Betreiber schreiben dazu: "Wir sind uns nicht sicher, aber werden die Portionen grösser?"

Im Weltall hört dich niemand illegal auf Bankkonten zugreifen … oder?

cka. Kriminelle, die nicht wollen, dass ihre Machenschaften auffliegen, fahren in internationale Gewässer hinaus. Aber Kriminelle, die auf Nummer sicher gehen wollen, gehen noch etwas weiter. Rund 400 Kilometer weiter – senkrecht hinauf. Wie der Fall der NASA-Astronautin Anne McClain zeigt, bleibt jedoch sogar in der Erdumlaufbahn nichts unentdeckt. McClain verübte gemäss der "New York Times" die potenziell erste Straftat im Weltall. Von der internationalen Weltraumstation ISS aus griff sie auf das Bankkonto ihrer Ex-Partnerin zu – das Passwort kannte sie noch. Ihre Ex-Partnerin wirft ihr nun jedoch Identitätsdiebstahl vor. Der Vorfall wird noch untersucht; die Moral der Geschichte ist aber jetzt schon klar: Wenn die Ex-Partnerin ins All fliegt, ist es definitiv Zeit, das Passwort fürs ­E-Banking zu ändern.

In flagranti gestreamt

cwa. Man sagt ja, dass der Handykonsum von ­Jugendlichen bedenklich ist. Die Always-online-Mentalität von Teenagern und jungen Erwachsenen nimmt stetig zu. Ein Paradebeispiel sind zwei deutsche Teenager. Sie versteckten sich nach ­Ladenschluss und liessen sich im Kaufhaus einschliessen. Wie "Onlinehändler-News" berichtet, konnten Zuschauer auf Instagram live dabei zusehen, wie die beiden Teenager durch das verlassene Kaufhaus streiften und sich bei den Lebensmitteln bedienten. Die Jugendlichen wurden kurze Zeit später von der Polizei festgenommen. Diese mutmasste, dass die Aktion durchgeführt wurde, um neue Follower zu sammeln. Interessante Idee, eine Gefängniszelle ist jedoch nicht ganz so "instagrammable" – und das Wi-Fi-Signal wahrscheinlich auch eher schwach.

Retro-Offensive in Virginia

osc. Das Fernsehgerät ist eine der einflussreichsten Erfindungen der vergangenen 100 Jahre. Es gab Zeiten, da versammelten sich ganze Nationen vor dem Bildschirm, um historischen Ereignissen, sportlichen Höhepunkten oder einfach nur "Wetten, dass ..." beizuwohnen. In der Netflix-Ära ist das Vergangenheit, die Röhren-TVs von anno dazumal sind allerdings noch da. Und genau solche Geräte stellt ein Unbekannter in einem Ort im US-Bundesstaat Virginia auf die Türschwellen der Anwohner. Und er trägt dabei selbst einen Fernseher auf dem Kopf, wie "ABC" berichtet. Warum die Person das tut und woher sie die alten TVs hat – keiner weiss es. Die Betroffenen nehmen den Scherz gelassen. Die Polizei ermittelt wegen illegaler Deponierung von Elektroschrott.

Der deprimierte Bot, der insgeheim Party machen will

jor. Mit dem Anfang ist es so eine Sache. Es gibt Schreiberlinge, die für einen guten Einstieg ihre letzte Pulle Schnaps hergeben würden. Das Problem dabei: Wer von Anfang an auf dem Trockenen schreibt, hadert spätestens mit dem Schluss. So bleibt am Ende nur ein pelziger Nachgeschmack zurück. Glücklicherweise gibt es nun eine künstliche Intelligenz, die Abhilfe schafft. Sie heisst GPT-2 und hat die noble Aufgabe, Texte zu vollenden. Wie "T3n" berichtet, lässt sich dieser Textgenerator testen, und zwar auf der Website talktotransformer.com. Ein paar Worte eingetippt und schon "schlick die Eiern durch die Fichtschwort in dieser Vorgang". Zugegeben: Deutsch ist tough – erst recht für einen stocknüchternen Roboter. Robots shouldn’t be sober anyway. "They're just getting their minds off of how terrible everything in the world is, and they just wanna party."

Webcode
DPF8_150454

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