Der Ständerat nimmt die "Set-Top-Box"-Motion an
Der Ständerat hat die Motion der Energiekommission angenommen, die vom Bundesrat Vorschriften zum Stromverbrauch der Set-Top-Boxen für digitales Fernsehen verlangt. Sprecherin der Energiekommission und Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz Simonetta Sommaruga (SP) forderte in der Motion einen Grenzwert für den maximalen Stromverbrauch der Set-Top-Boxen, der sich an den besten Modellen orientieren soll, sowie eine Abschaltautomatik zur Verhinderung eines unnötigen Standby-Aktiv-Modus. Erklärtes Ziel ist eine Senkung des Standby-Verbrauchs auf 1 Watt.
Als grösster Anbieter von Set-Top-Boxen in der Schweiz hatte Cablecom die freiwillige Vereinbarung zur Einhaltung des europäischen Code of Conduct für Set-Top-Boxen nicht unterzeichnet und geriet in Kritik. Gestern bestätigte Cablecom in einer Medienmitteilung: 69 Prozent der Set-Top-Boxen, die Cablecom in Betrieb hat, verbrauchen mehr Strom als für die jeweiligen Geräte im Code of Conduct vorgesehen.
Betroffen sind die reinen Empfangsgeräte, der ADB Receiver und die in Auslieferung befindliche Thomson Mediabox. Mit einem Verbrauch von 10 Watt im Standby-Modus überschreitet der ADB Receiver den Grenzwert von 7,65 Watt um knapp einen Drittel und die Thomson Mediabox überschreitet den Grenzwert von 8,35 Watt bei einem Verbrauch von 15 Watt beinahe um 100 Prozent. Unterhalb des Grenzwerts liegt allerdings der ADB Recorder mit integrierter Harddisk und Tuner. Dessen Grenzwert liegt bei 12,05 Watt und wird mit einem Verbrauch von 10 Watt klar unterschritten.
Cablecom reagiert abweisend auf Sommarugas Motion: "Das Problem des Stromverbrauchs muss auf europäischer Ebene gelöst werden, da die Hersteller Boxen für den europäischen Markt entwickeln und produzieren. Ein Alleingang der Schweiz ist nicht sinnvoll", so Cablecom-ChefRudolf Fischer. Sommaruga widerspricht dieser Aussage und weist im Motionstext darauf hin, dass bereits heute Set-Top-Boxen auf dem Markt seien, die in allen Betriebszuständen weniger als 2 Watt verbrauchen würden.
Bundesrat Moritz Leuenberger versprach, nach dem Inkrafttreten des revidierten Energiegesetztes Anfang 2008 rasch zu handeln. In einer ersten Phase soll der Standby-Verbrauch auf 7 Watt und in einer weiteren Phase auf 3 Watt gesenkt werden. Zudem werde die Schweiz auch bei einer weitern Verschärfung des europäischen Code of Conduct mitziehen.
Vorerst verzichte der Bundesrat aber, die Kabelnetzbetreiber dazu zu zwingen, auch Set-Top-Boxen von Drittanbietern, die weniger Strom verbrauchen, für ihre Services zuzulassen. Laut Leuenberger sei dies erst dann durchsetzbar, wenn sich international standardisierte Schnittstellen für Set-Top-Boxen und Netze etabliert hätten.
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