Sicherheitslücke in TCP gravierender als angenommen

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Das National Infrastructure Security Coordination Centre (NISCC) der britischen Regierung hat in einer Warnung auf eine Sicherheitslücke im Transmission Control Protocol (TCP) hingewiesen. TCP ist ein Transport Layer Protocol zur Übermittlung von IP-Paketen. Die betroffene Schwachstelle im TCP war bereits bekannt. Neu ist die Erkenntnis, dass sie sich wohl viel leichter als bisher angenommen durch sogenannte Reset-Angriffe ausnutzen lässt, um Applikationen lahm zu legen. Für einen erfolgreichen Angriff müssen die von Angreifern verwendeten Reset-Pakete über dieselbe Sequenznummer verfügen wie die bestehende TCP-Verbindungen, auf die sie es abgesehen haben. Bisher nahm man an, dass die Wahrscheinlichkeit, die 32-Bit-Sequenz zu erraten bei eins zu zwei hoch 32 liege. Tatsächlich soll die Wahrscheinlichkeit aber bedeutend grösser sein, weil der betroffene TCP-Stack alle Sequenz-Nummern in einem bestimmten Bereich akzeptiert. Am anfälligsten auf die Sicherheitslücke soll das Border Gateway Protocol (BGP) sein, das auf einer dauerhaften TCP-Session zwischen BGP-Teilnehmern aufbaut. Die Gefahr könne aber durch die TCP MD5 Signature Option und durch Anti-Spoofing-Massnahmen entschärft werden. Als weitere mögliche betroffene Applikationen nennt NISCC auch die DNS- und SSL-Protokolle. Wegen der relativ kurzen Dauer der Sessions sei das Problem hier aber viel weniger gravierend, so dass es höchstens kurzfristig zu Verfügbarkeitsproblemen der betroffenen Dienste kommen könne.