Studie von Swisscom und ZHAW

Schweizer Gesundheitswesen erzeugt jährlich 1,5 Petabyte

Uhr | Aktualisiert

Die ZHAW hat im Auftrag von Swisscom untersucht, wie viele Daten das Schweizer Gesundheitswesen erzeugt. Es sollen rund 300 Millionen Blatt A4-Papier und 1,5 Petabyte digitale Daten sein.

Quelle: Fotolia
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Das Schweizer Gesundheitswesen produziert laut einer Studie des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) jährlich analoge Informationen im Umfang von 300 Millionen Blatt A4-Papier. Das seien rund 500'000 Bundesordner voll Papier. Die ZHAW führte die Studie im Auftrag von Swisscom Health durch.

Zusätzlich erzeuge das Gesundheitswesen jährlich rund 1,5 Petabyte digitale Daten. Das seien 0,5 Prozent des Datenvolumens, das Smartphones im Swisscom-Netz pro Jahr übertragen. 43 Prozent der Daten würden bei Haus- und Fachärzten anfallen, 17 Prozent in Pflegeheimen. Dort erfolge die Dokumentation oft noch auf Papier.

Swisscom stellte einen Teil der Studie bereits am Swiss eHealth Forum vor. 1,5 Petabyte töne nach viel, sei es aber nicht, sagte Thomas Wiechert von Swisscom Health damals. Es seien bloss 200 Megabyte oder 40 bis 50 Lieder im MP3-Format pro Einwohner in der Schweiz. Oder 6 volle Einkaufstüten mit 128-Gigabyte-USB-Sticks.

Spitäler erzeugen am meisten Daten

Die ZHAW führte für die Studie Experteninterviews und Sichtungen vor Ort durch. Die Hochschule geht davon aus, auf diese Weise Datenvolumina, -verkehr und -verwendung "bei allen relevanten Akteuren des Schweizer Gesundheitswesens" erhoben zu haben. Parallel dazu analysierte die ZHAW statistische Daten zu Fallzahlen, Nutzerverhalten und dem Gesundheitssystem. Fachleute hätten die gewonnen Erkenntnisse validiert, heisst es in der Mitteilung.

Laut Studie entstehen die digitalen Gesundheitsdaten oft in Form von Röntgenbildern, Fotos und Textdateien. "73 Prozent dieser Daten fallen in den 240 Spitälern, weitere 11 Prozent bei den schweizweit rund 12'000 niedergelasene Fachärzten an", sagt Studienleiter Florian Liberatore von der ZHAW. Die beiden Akteure würden am häufigsten datenintensive bildgebende Verfahren anwenden.

Elektronisches Patientendossier befeuert Markt

"Haupttreiber sind dabei neue Technologien im Bereich der Bildgebung und der Analyse sowie die zunehmende Erhebung von sensorischen und anderen exogenen Daten", sagt Liberatore. Er geht davona aus, dass die Einführung des elektronischen Patientendossiers zum Wachstum des Gesamtvolumens an Daten beitragen wird.

Die Studie bietet Swisscom auf seiner Website an.

Webcode
DPF8_46406

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