Verschwörungstheorie inklusive

Kryptohändler Cotten nimmt 200 Millionen mit ins Grab

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Eine kanadische Kryptowährungsbörse hat den Zugang zu 200 Millionen in Kryptowährung investierte kanadische Dollar verloren. Der Gründer verstarb und mit ihm verlor das Unternehmen sein Passwort zum offline verwahrten Geld.

(Source: artbejo / pixabay.com)
(Source: artbejo / pixabay.com)

Die kanadische Kryptowährungsbörse QuadrigaCX hat den Zugriff auf fast 200 Millionen kanadische Dollar seiner über 100'000 Kunden verloren. Gerald Cotten, Gründer der Kryptohandelsplattform, besass als einziger das Passwort für die Offlinespeicher, in denen das Geld der Kunden verwahrt ist. Anfang Dezember 2018 verstarb Cotten. Seither versucht der Kryptohändler vergeblich, auf das Vermögen zuzugreifen, wie QuadrigaCX mitteilt.

 

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Cottens Witwe, Jennifer Robertson, sagte Ende Januar in einer von Coindesk publizierten beglaubigten Erklärung, es sei das normale Vorgehen gewesen, den Grossteil der Kryptowährung in einem Offlinespeicher zu verwahren. Damit könne man das Vermögen vor Hackern und anderen digitalen Bedrohungen schützen. Robertson habe versucht, Cottens Laptop und E-Mail-Verkehr nach Firmenunterlagen und Passwort zu durchforsten, sei dabei aber erfolglos geblieben, wie sie sagte. Sicherheitsexperten hätten auch versucht, Cottens Computer und Smartphone zu hacken, ohne Ergebnis.

Auf Diskussionsforen von Reddit wird nun spekuliert, ob es sich dabei um einen Betrugsfall handeln könnte. Grund der Verschwörungstheorien: QuadrigaCX hat vor dem höchsten Gericht in Nova Scotia Gläubigerschutz beantragt, während die Kryptowährungsbörse versucht, "bedeutende finanzielle Probleme" zu bewältigen, wie es auf den Foren heisst. So glauben einige, dass Cotten gar nicht verstorben sei. In Wirklichkeit habe er sich mit den Millionen aus dem Staub gemacht.

Pamela Morgan, CEO von Third Key Solutions, schrieb schon 2015 in einem Artikel im "Bitcoin Magazine", wie die digitalen Tokens einer Kryptowährung sicher verwahrt und gleichzeitig im Falle eines Problems auch wieder abgerufen werden könnten. Robertsons beglaubigter Erklärung nach zu urteilen, dürfte QuadrigaCX keine dieser Massnahmen befolgt haben.

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